La Ciudad Blanca: Arequipa

14:46 Einsame Insel.de 1 Comments

Diesige Großstadtluft in Lima, sandige Oase in Huacachina und kuriose jahrhundertealte Wüstenzeichnungen in Nazca – nicht unbedingt die ersten Ziele, die einem in Peru einfallen. Das riesige Land ist von Nord nach Süd parallel zur Pazifikküste von den Anden durchzogen und wird von vielen Touristen vorwiegend wegen der Bergregionen und vor allem Machu Picchu besucht. Die alten Inkastätten liegen definitiv auch auf unserer Route, zunächst erkunden wir die Anden jedoch weiter südlich und steigen über niedrigere Regionen ein.

Schokoerdbeeren, gefüllte Chilischoten, Alpaca-Steak: In Arequipa ist die kulinarische Auswahl groß!
Die „weiße Stadt“ Arequipa erinnert mich immer an das lateinamerikanische „Arequipe“, eine Karamell ähnelnde Milchkonfitüre, mit der die Stadt allerdings nichts zu tun hat. Am Busbahnhof der auf gut 2300 Meter hoch liegenden Stadt bin ich etwas skeptisch bezüglich der Fahrt in die Innenstadt, da ich von organisierten Taxibanden gelesen habe, die hier besonders häufig ihr Unwesen treiben und für den gemeinen Touristen nicht auszumachen sind. Schnell findet sich ein kleiner Bus, der uns trotz großer Rucksäcke mitnimmt und wenige Straßen von der angepeilten Unterkunft rausschmeißt. Ich muss zugeben, dass ich mich immer seltener auf Kompass und Karte verlasse und die Moving Map auf meinem Telefon immer mehr zu schätzen weiß. Ein kleines Sternchen auf der Karte markiert das „Casa Andina“ und ein kleiner blauer Pfeil blinkt fröhlich in einer Parallelstraße, sodass wir nichts machen müssen als dem GPS-Signal folgen. Ich habe schon darüber nachgedacht, eine Software aufzuspielen, die außerdem topografische Daten liefert, so könnte man vielleicht den ein oder anderen steilen Aufstieg umgehen.

Gestern noch in der Wüste, heute schon Schnee in Sicht: durch die Anden gibt es extrem kontrastreiche Klimazonen in Peru.

In Arequipa halten sich die Steigungen innerhalb der Stadt in Grenzen, trotzdem bemerken wir schon auf 2300 Metern, dass uns die Atmung schwerer fällt als auf Meeresniveau. Für die nächsten Tage ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich langsam an die dünnere Luft zu gewöhnen. Wie wichtig das ist, würde ich noch am nächsten Tag herausfinden. Wir finden ein Zimmer in der im Reiseführer empfohlenen Unterkunft (für mich ist das ja nach wie vor neu, da ich bisher selten „nach Buch“ gereist bin) und genießen den riesigen Garten im Innenhof, der sich optimal zum Erholen von der langen Busfahrt eignet. Es ist ein wenig befremdlich, im kurzärmeligen Shirt draußen zu sitzen und in der Ferne die ersten schneebedeckten Gipfel der Anden zu erblicken. Arequipa ist ein hübsches Städtchen mit einem geschäftigen zentralen Platz.Koloniale Arkadengänge und die Kathedrale säumen den quadratischen „Plaza de Armas“, in dessen Mitte ein gut gepflegter grüner Park selbst Montagsmorgens viel besucht ist. Wir machen einen großen Obsteinkauf auf dem Markt, der wieder mal anders ist als überall sonst in Mittel- und Südamerika. Die Waren sind auf einer treppenförmigen, relativ steilen Fläche angeordnet. Dreimal laufe ich Äpfeln, Pflaumen und Orangen hinterher, die an verschiedenen Ständen aus Versehen von ihrer Empore gestoßen werden. Erschwerend zu den Lagerplätzen der Früchte kommt noch hinzu, dass die gesamte Markthalle in leichter Hanglage angelegt ist und auf dem glatten Boden alles gen Tal rollt. Für wenige Euro bekommen wir eine tolle Mischung mehr oder weniger exotischer Früchte (Physalis, Granatapfel, Mango, Ananas, Erdbeeren usw.). Kaktusfeigen werden an quasi jeder Straßenecke angeboten.

Plaza de Armas, Blick auf die Kathedrale - Arequipa, Peru

Schnee am Ende des Tunnels.

Marktstand Arequipa

So ein vielfältiges Angebot wird es an unserem nächsten Ziel mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geben. Dort soll es sogar an Geldautomaten mangeln, sodass wir unsere Barreserven auffüllen müssen. Bisher haben wir übrigens alles in Peruanischen Soles bezahlt, der amerikanische Dollar hat hier als Zweitwährung offenbar keinen so großen Stellenwert.

Nun geht es wieder in die Natur! Ich freu' mich drauf!

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1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Sylvia, mit gefällt übrigens das erste zusammengelegte Essens-Bild!
    Wann essen wir mal wieder zusammen?

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