Santiago de los Caballeros de León - eine charmante Provinzhauptstadt in Nicaragua
Alle Wege führen nach León. Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn man sich bei den Busunternehmen in El Salvador oder sogar dem weiter entfernten Guatemala umschaut. Offenbar führt die Route eines jeden Backpackers hierher. Das mag auch daran liegen, dass die nicht allzuweit entfernte Hauptstadt Nicaraguas nicht sonderlich attraktiv ist für Touristen. Wer also einen Flug nach oder von Managua gebucht hat, verbringt die Nacht davor oder danach wahrscheinlich lieber in León. Es gibt eine Vielzahl Hostels, Märkte, Restaurants und Cafés, historische Sakralbauten an jeder Ecke, sogar ein Theater und ein Programmkino.
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| Ich erreiche León am späten Nachmittag und bin fasziniert von den Farben im Licht der utnergehenden Sonne. |
Außerdem ist der ursprünglich 1524 gegründete (und später vom Vulkan Momotombo zerstörte) Ort eine beliebte Universitätsstadt. Nachdem ich in El Salvador nach drei Tagen genug Zeit am Meer verbracht habe und beschließe, dass ich das Wellenreiten wohl nicht innerhalb kurzer Zeit erlernen werde, mache ich mich mit den üblichen Chickenbussen auf den Weg nach Nicaragua. Es gibt zwar Shuttle, die mich innerhalb eines Tages über die beiden Grenzen El Salvador/Honduras und Honduras/Nicaragua bringen können, aber ich habe ja bereits beschrieben, dass ich das "langsame Reisen" an sich genieße mit all seinen Besonderheiten. Da ich El Tunco relativ spontan und erst mittags verlassen und der Hauptstadt von einem zum anderen Busterminal quer durch die Stadt laufen muss, entscheide ich mich am späten Nachmittag, eine Nacht in San Miguel zu verbringen. So laufe ich nicht Gefahr, irgendwann im Dunkeln an einer der Grenzen festzuhängen und mir in einem zwiespältigen Ort eine Unterkunft suchen zu müssen. Mittlerweile reich meine Reiseküche aus, um mich in einem einfachen Hotelzimmer in Busbahnhofsnähe - ohne Küche vor Ort - selbst zu versorgen. Dank Spork, Gemüsemesser, Plastikteller, Gewürzen, Limonen und Knoblauch in meinem Rucksack kann ich mir mit Avocado, Tomate und Zwiebel, die es praktisch auf jedem kleinen Markt gibt, und ein paar Tortillas im Handumdrehen eine Guacamole zaubern. Endlich mal wieder ein Einzelzimmer mit eignem Bad (kostet hier zehn Dollar) und so gutem Wlan, dass ich mir einen ZDF-Krimi im Livestream ansehen kann. Herrlich. Ein bisschen Heimat.

Zwei Busse später verlasse ich El Salvador, überquere die Grenze, quere zu Fuß diese Brücke und betrete nach wenigen Grenzformalitäten Honduras. Für sechs Dollar bringt mich ein Minibus an die südliche Grenze, sodass sich mein Aufenthalt in Honduras auf gute zwei Stunden beschränkt. Ich unterhalte mich gut auf Spanisch - Touristen sind außer mir keine im Bus und erledige erneut den Papierkram. In Nicaragua angekommen habe ich nciht das Glück, einen direkten Bus nach León zu bekommen, aber trotz einfachen Umsteigens erreiche ich mein Ziel noch am Nachmittag. Für ein Fünftel des Preises und mit fünfmal so hohem Abenteuerfaktor wie im Touristenbus lege ich die gesamte Strecke in nur unwesentlich mehr Zeit zurück. Ich komme zwar nicht in den "Genuss" von Wlan im Bus - davon schwärmen später andere Reisende - dafür genieße ich aber den Tag frei nach dem Motto "der Weg ist das Ziel".
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Die Basilica de l'Asunción wurde 1860 nach über 100 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Heute wurden die Kuppeln weiß angestrichen. |
Eigentlich habe ich mir vor einer halben Stunde gedacht: über León kann ich ja gar nichts schreiben, ich zeige einfach ein paar Fotos. Ganz schön, aber nicht fotografisch festgehalten war noch ein Salsaabend, bei dem ich meine miserablen Tanzkenntnisse gezwungener Maßen angewendet habe - zum Leidwesen eines jungen Nicas, der mir ja nicht glauben wollte, dass ich nicht tanzen kann. Selber Schuld :) Am selben Abend bot der Karneval der Studenten in León einen interessanten Anblick: Junge Menschen, männlich wie weiblich, räkeln sich in knapper Bekleidung zu heißen Rhythmen auf bunt geschmückten Wagen. Erinnert mehr an den Karneval in Rio als an den in Köln. Nun aber noch ein paar Bilder von der kleinen feinen Provinzhauptstadt.
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| Das erinnert mich an südostasiatische Verhältnisse... |
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| Kiiiiirmes - oder sowas in der Art. |
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| Markthalle León |
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| Eine gute alte Waage auf dem Markt. |
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| Verschiedene Transportmöglichkeiten in León. |
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| Drei Schreiner, die gerne von mir fotografiert werden möchten - warum auch immer. |
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| Hier möchte ich meine Klamotten aber nicht unbedingt kaufen... |
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| So eine Ananas käme da schon eher in Frage... |
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| Das Transportmittel meiner Wahl... ist nicht dieses. Aber fotogen ist es irgendwie schon. |
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| Einfaach ein wunderschönes Licht |
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| In der Ferne ist die Basilika zu erahnen.. |
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| Der Zentrale Platz am frühen Abend |
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| Die Basilika noch einmal nach Sonnenuntergang - leider hatte ich an diesem Abend mein Stativ nicht dabei. |
Hallo Sylvia,
AntwortenLöschenich "reise zwar schon seit Anfang an mit", aber das Schreiben eines 'Kommentares' ist mir trotz Nachhilfe von Hans-Michael noch nicht gelungen. Also neuer Versuch: Bin begeistert von den Texten und Bildern und beeindruckt von deinen vielen 'Aktivitäten' .... Cenoten-Tauchen, Wandertouren, 'Sandrodeln' oder Wellenreiten, wenn es auch manchmal beim Versuch bleibt.
Gruß vom fast weißen Deutschland (z.Zt. nur im Süden - Ski und Rodeln gut!) in die kontrastreichen (Cerro Negro) Länder und toi, toi, toi auf deiner weiteren Tour.
Heike und Franz-Theo