Und täglich grüßt das Murmeltier...
Sechs Monate Lateinamerika? Und dann auch noch alleine? Ja, ich bin "alleine" von Düsseldorf nach Mexico City geflogen und werde auch "alleine" - ohne Personen, die ich näher kenne, von Buenos Aires zurückfliegen. Aber dass ich nie wirklich alleine sein werde, war mir ja schon vorher bewusst. Wer schonmal in einem "guten" Hostel übernachtet hat (gut im Sinne von "kommunikationsfördernd"), weiß, wovon ich rede. Trotzdem finde ich es erstaunlich, wie oft man bei so einer langen Reise dieselben Menschen trifft.
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| Steffi, Sandra, Sabine... viele Reisende treffe ich (meist ohne Absprache) immer wieder... |
Am verrücktesten ist wahrscheinlich die Geschichte mit Debbie. Ich glaube, ganz ausführlich habe ich es hier noch nciht beschrieben. Wir haben uns im Frühjahr 2011 auf Borneo, genauer gesagt in den Straßen von Brunei kennengelernt. Sie arbeitete damals in Singapur (als Englischlehrerin) und ich habe ich Malaysia studiert. Eine gute Woche waren wir zusammen unterwegs, bevor wir beide wieder unseren Verpflichtungen nachgehen mussten. In den letzten beiden Jahren hat Debbie dann in Prag an einer Schule gearbeitet, ich habe sie im August 2012 dort besucht. Weihnachten desselben Jahres haben wir dann relativ spontan zusammen in Rom verbracht und sind zwei Wochen durch Süditalien und Sizilien gereist. Es war immer mal die Rede davon, dass ich Anfang 2014, wenn ich meine ersten beiden Jahre Berufspraxis hinter mir hätte, gerne in Südamerika ein bisschen Spanisch lernen und reisen würde. So kam Anfang September via Mail die Frage, ob ich denn nun schon Reisepläne für den Winter habe. Ich teilte Debbie mit, dass ich am 23. September in Mexico Stadt ankäme und sechs Monate Rucksackreise auf dem Programm steht. Debbies verwunderte Antwort, die dann auch mich zum staunen brachte, war, dass auch sie - nur zwölf Stunden später als ich, nach Mittelamerika reisen würde - und zwar ebenfalls nach Mexiko Stadt.
Nach rund drei Wochen gemeinsamen Reisens haben sich unsere Wege im Oktober wieder getrennt, wir waren danach einmal gleichzeitig in Antigua, haben uns aber nicht gesehen. In El Salvador ging es dann gemeinsam nach El Tunco, bevor wir wieder getrennte Wege gingen. Und nun, wieder ein paar Wochen später, laufen wir uns dann noch einmal in Granada in Nicaragua über den Weg.
Genauso erging es mir mit Maggie, mit der ich von Guatemala nach El Salvador unterwegs war, die ich dann in León wiedergetroffen habe. Matthew haben wir beide in Santa Ana, El Salvador, kennengelernt und in León wiedergetroffen. An meinem ersten Tag auf der Little Corn Island habe ich wiederum mit Matthew gefrühstückt. In León lernte ich parallel Sabine kennen, auf dem Weg zur Little Corn Island dann auch Sandra, mit beiden war ich noch bis Granada zusammen unterwegs. Zwei Tage später haben wir uns dann wieder auf der Isla Ometepe getroffen. So läuft das heir ständig ab.
Da ich nun Costa Rica und Panama weitestgehen überspringe, um genug Zeit für Kolumbien zu haben, gehe ich erstmal davon aus, in den nächsten Wochen keine bekannten Gesichert zu sehen. Aber man weiß ja nie... vielleicht treffe ich schon auf dem Boot von Panama nach Cartagena wieder irgendjemanden, mit dem ich dann Weihnachten mitten in der Karibik verbringe... Es bleibt spannend :)


Der außergewöhnlichste Fall ist ja wohl Debbie, wundert mich aber nicht. Wer so viel Mut besitzt wie Du und so eine gute Intuition, dem werden auch viele Fügungen zuteil. Glückwunsch. Und der Besuch bei meinem Vetter in Costa Rica, den ich selbst erst kürzlich nach vielen Jahren wiedergetroffen habe, ist ja wohl auch so eine glückliche Fügung. Ich wünsche dir ganz viel Glück und Freude weiterhin. War schön, mit dir zu skypen.
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