Machu Picchu: Inkastätte in den Wolken
Nachdem der Regen endlich nachgelassen hat, betreten wir erst um 09:04 die eigentliche Anlage. Die Uhrzeit wird auf dem Ticket notiert und wir werden freundlich darauf hingewiesen, dass unsere Zeit leider schon abgelaufen ist. Zwischen 7:00 und 8:00 Uhr hätten wir schon den im Park liegenden Eingang zum Huayna Picchu passieren müssen. Interessant, dass die Frau an der Ticketverkaufsstelle in Aguas Calientes gestern wohl (auf Englisch) erklärt hat, dass wir den kleinen Berg bis 15 Uhr besteigen könnten. Hoffen wir also auf einen kulanten Ticketkontrolleur. Ich fühle mich jedenfalls gerade wahnsinnig schlecht informiert.
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| Ein guter Ort, um mal wieder den "Baum" zu geben. Und Papa muss meinen Fotografier-Anweisungen folgen. Leider schaffen wir es erst, als der Gipfel des Berges wieder in den Wolken verschwunden ist. |
[Der lange Weg von Ollantaytambo zum Eingang von Machu Picchu]
Zügig kreuzen wir das in dichtem Nebel hängende Ruinengelände und versuchen ans nördliche Ende zu kommen. Ohne Kompass wäre das aufgrund der schlechten Beschilderung ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Glücklicherweise laufen überall Kleingruppen mit lokalem Führer herum, die uns ebenfalls bei der Suche nach dem richtigen Weg behilflich sind. Am Eingang zum abgeriegelten Gelände des Huayna Picchu (das ist der Berg, den man auf der klassischen Postkartenansicht im Hintergrund sieht) stelle ich mich ein wenig naiv, erkläre, dass mein Vater die Karten gekauft hat, leider gar kein Spanisch spricht und es da wohl zu einem Missverständnis kam. Die gute Frau macht „eine Ausnahme“ und verspricht uns, das wir mit der 10 Uhr-Gruppe eintreten könnten, aber auch wirklich nur ausnahmsweise wegen den Problemen mit der Straße. Ich weiß zu dem Zeitpunkt zwar nicht, was die Straße damit zu tun hat, aber bin dankbar für ihre Einwilligung.
Zügig kreuzen wir das in dichtem Nebel hängende Ruinengelände und versuchen ans nördliche Ende zu kommen. Ohne Kompass wäre das aufgrund der schlechten Beschilderung ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Glücklicherweise laufen überall Kleingruppen mit lokalem Führer herum, die uns ebenfalls bei der Suche nach dem richtigen Weg behilflich sind. Am Eingang zum abgeriegelten Gelände des Huayna Picchu (das ist der Berg, den man auf der klassischen Postkartenansicht im Hintergrund sieht) stelle ich mich ein wenig naiv, erkläre, dass mein Vater die Karten gekauft hat, leider gar kein Spanisch spricht und es da wohl zu einem Missverständnis kam. Die gute Frau macht „eine Ausnahme“ und verspricht uns, das wir mit der 10 Uhr-Gruppe eintreten könnten, aber auch wirklich nur ausnahmsweise wegen den Problemen mit der Straße. Ich weiß zu dem Zeitpunkt zwar nicht, was die Straße damit zu tun hat, aber bin dankbar für ihre Einwilligung.
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| Ein paar breite Stufen und dadrunter nichts als Wasser im gasförmigen Zustand. Traumhafte Aussicht. |
Der Aufstieg ist anstrengender als der von Aguas Calientes zum Haupteingang und teilweise mit kleinen Kletterpartien und Tunnel-Durchkriechen verbunden. Heute denke ich mir doch einige Male, dass sich das Schleppen der hohen Wanderschuhe gelohnt hat – wenn auch nur um sicherzugehen, nicht noch einmal umzuknicken.
Die Sicht vom Gipfel ist ganz besonders... eintönig. In alle Richtungen sehen wir nur grau. Wir stecken mitten in den Wolken und haben gerade genug Sicht, um uns ohne Probleme fortzubewegen. Von der riesigen Inkastadt unter uns ist nichts zu erahnen. Nach zehn Minuten auf dem Gipfel beschließen wir, dass es uns hier oben zu kalt und zu windig ist, um auf das Aufreißen der Wolken zu warten. Auf dem Abstieg können wir einen kurzen Blick erhaschen – vielleicht für zwei oder drei Minuten, bevor sich die nächste Wolke zwischen uns und das Weltkulturerbe schiebt. Wenn es nicht für den Aufstieg selbst war, hat sich für diesen kurzen Blick die morgendliche Wanderung schon gelohnt. Da uns schon auf dem Weg nach oben viele enttäuschte Gesichter entgegenblickten, die wortlos mitteilten, dass es nichts zu sehen gab, hatten wir vermutlich keine allzu großen Erwartungen. Umso größer ist die Überraschung und die Freude, dass sich beim Abstieg doch noch einmal ein kleines Wolkenfenster auftut.
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| Ein paar ganz kleine Kletterpartien sind im Ticketpreis inbegriffen. |
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| Eine Treppe ins Nichts... |
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| Kleiner Lichtblick an diesem wolkenverhangenen Morgen. Ich finde die Form dieser Blüte grandios! |
Mittlerweile ist die Wolkenbasis erheblich angestiegen, sodass die alten Gemäuer Machu Picchus zu überblicken sind. Wenn auch die Spitze des Berges immer wieder grau verschleiert wird, kommt ein paar hundert Meter tiefer die Sonne durch.
Ich war mir bisher etwas unsicher, ob ich überhaupt den typischen Anblick von Machu Picchu mit dem Berg im Hintergrund zu sehen bekommen würde. Schon so oft habe ich ich auf Postkarten und Urlaubsfotos gesehen und mich gefragt, wie die Leute es immer schaffen, so wenige Personen auf den Fotos zu haben. Die Lösung: die Stadt ist weiter unter einem, als man denkt, sodass die umher streunenden Touristengruppen einfach so klein sind, dass sie auf den Bildern untergehen.
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| Ein Wunder: für zwei Minuten können wir auf die Ruinen hinabsehen! Der Augenblick, auf den wir seit dem Aufstehen warten... |
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| Irgendwo da unten sind wir heute morgen um kurz nach fünf losgestiefelt. |
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| Den Berg haben wir hinter uns, jetzt kommt die eigentliche Inkastätte an die Reihe. |
Während ich den Anblick von hier oben und vor allem die Sonne, die sich endlich gegen die Wolken durchgesetzt hat, einfach nur genieße, wandert Papa weiter unten noch in den halb verfallenen Gebäuden herum. Wir sind nicht böse, heute ohne Fremdenführer unterwegs zu sein. So bekommen wir zwar etwas weniger Detailinformationen, haben aber eine vollkommen stressfreie und entspannte Zeit, in der wir jeden Ort so lange auf uns wirken lassen können, wie wir möchten.
Als wir die Anlage am frühen Nachmittag schließlich verlassen, sind wir erschöpft, aber glücklich. Der Abstieg geht schnell, obwohl wir den ersten Schleifen der asphaltierten Straße folgen anstelle die Fußgängertreppen zu nehmen. Ich möchte mir unbedingt mal ansehen, was denn nun das Problem mit der Straße ist, das uns dazu verholfen hat, trotz Verspätung noch Zugang zum Huayna Picchu gewährt bekommen zu haben. Eine beeindruckende Steinlawine blockiert die Straße in einer der Haarnadelkurven seit einigen Tagen und die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange.
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| Einmal das Standard-Bild - weil es ja auch irgendwie dazugehört. |
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| Die beiden sind neben vielen weiteren Kollegen den ganzen Tag damit beschäftigt, Moos zwischen den Steinen auszukratzen. |
Zurück in Aguas Calientes steht schnell fest, dass uns in diesem Ort wenig hält und wir wenig motiviert sind, bis morgen zu bleiben. Ausgecheckt hatten wir sowieso heute Morgen, sodass uns hier nichts mehr bindet. Allerdings möchten wir heute auch nicht mehr die zehn Kilometer zum Wasserwerk laufen, von dem aus es die umständliche Busanbindung zurück nach Ollantaytambo gibt. Wir erkundigen uns nach den Zugfahrzeiten und -preisen und staunen nicht schlecht. Dass die eineinhalbstündige Fahrt teuer ist, wussten wir ja, aber 63 Dollar als günstigster Tarif ist schon ein sehr stolzer Preis (zum Vergleich: ein Peruaner aus Aguas Calientes zahlt für dieselbe Strecke, allerdings in einem weniger komfortablen Zug umgerechnet etwa einen Euro).
Eine heiße Schokolade, einen Crêpe und zwei Stunden später sitzen wir nach Einbruch der Dunkelheit in dem komfortablen Touristenzug, lassen uns die im Preis inbegriffenen Snacks servieren und dösen eine Runde. Es ist angenehm, wieder in einem Ort anzukommen, den man schon kennt, in das gemütliche Zimmer einzuziehen, in dem man schon mal geschlafen hat und in dem kleinen Restaurant am zentralen Platz zu essen, in dem es schon vor ein paar Tagen gut geschmeckt hat.












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