Lago San Pablo und Laguna de Cuicocha

13:07 Einsame Insel.de 3 Comments

Nachdem ich schon wieder einige Tage in größeren und kleineren Städten verbracht habe, kann ich es kaum erwarten, wieder in die Natur zu kommen. Otavalo ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu verschiedenen Seen, Wasserfällen und Vulkanen und die Gegend eignet sich wunderbar zum Wandern und Radfahren. Im Gegensatz zu meinem ecuadorianischen Begleiter vor zwei Tagen ist Tobi, mit dem ich heute unterwegs bin, deutlich bewegungsfreudiger. Wir machen uns auf den Weg zum Lago San Pablo, der auf der Karte durchaus nah und gut erreichbar scheint. Dass uns der Weg über einen ausgedehnten Bergrücken führt, durch Maisfelder und kaum als Weg definierbare Trampelpfade, hatten wir nicht erwartet. Es dämmert schon fast, als wir den See schließlich in Sicht haben. Da unser ursprüngliches Ziel keinen besonders sehenswerten Eindruck macht, trete wir den Rückweg an, allerdings diesmal über befestigte Wege und Straßen. Zufällig passieren wir einen Wasserfall, der uns schon im Ort empfohlen wurde. Aus der Erfahrung der letzten Monate muss ich sagen, dass Wasserfälle häufig hochgelobt werden und im Endeffekt meistens zu Enttäuschung der Besucher führen – zumindest derer, die schon größere „Cascadas“ gesehen haben. Die Anlage, an der wir uns gerade befinden, ist zwar ganz schön angelegt und der Wasserfall hat immerhin einige Meter Fallhöhe, dessen Besuch wäre allerdings als tagesfüllende Aktivität wenig spannend.

Farbenfrohe Flora um die Lagune

Einen halben Tag braucht man hingegen, um die ebenfalls nahe Otevalo gelegene Laguna de Cuicocha zu umrunden. Der Himmel ist bedeckt, es weht ein kühler Wind. Eine deutsche Reisegruppe, die kurz vor uns die Wanderwege an der Lagune erreicht hat, wird darüber aufgeklärt, dass man nur die halbe Strecke um den See laufen würde, an einem Aussichtspunkt warte dann der Rücktransport. Für uns ist klar, dass wir die Runde komplett laufen werden, umdrehen oder abkürzen macht wenig Sinn – zumal wir keinen Rücktransport gebucht haben, der irgendwo auf uns wartet. Der Kraterrand, der rund 14 Kilometer um den See führt, macht eigentlich einen ganz überschaubaren und halbwegs gleichmäßigen Eindruck. Nach zwei, drei Stunden stellen wir fest, dass wir uns ein wenig verschätzt haben und das ständige bergauf-bergab doch ein wenig anstrengender ist als erwartet. Während ich heute morgen noch froh war um meine lange Jeans, wünsche ich mir jetzt eine kurze Hose und mein Trinkwasservorrat neigt sich dem Ende zu. Immer wieder geht es bergauf und ich muss an Papas Frage in Machu Picchu denken: „Warum tun wir uns das eigentlich an?“.

Die Sonne lässt sich heute leider nur zwischendurch blicken...

Eine Insel mit zwei Bergen...

Mein Muskelkater von irgendwann letzte Woche macht sich wieder in den Waden bemerkbar und ich bin ein bisschen erleichtert, als wir am Mittag wieder die Straße erreichen. Der kurzzeitige Ärger über den um wenige Sekunden verpassten Direktbus nach Otavalo (der sehr selten fährt) verfliegt, als uns wenig später ein freundlicher Ecuadorianer auf der Ladefläche seines PickUps mitnimmt – ohne dafür auch nur einen Cent haben zu wollen. Es ist hier durchaus üblich, dass Privatleute sich als Taxifahrer bereitstellen um sich ein paar Dollar dazuzuverdienen. Umso schöner ist es, wenn man schon zu verstehen bekommt, dass es sich um einen freundlichen Gefallen handelt – noch bevor man überhaupt dazu kommt, selber nach dem Preis zu fragen.

Wasserfall am Lago San Pablo

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3 Kommentare:

  1. So weit Du auch wanderst. Die spirituelle Seite wird Dich immer begleiten oder falls Du davon wegläufst auch wieder einholen. - Das kann auch ganz schön beruhigend sein - oder spannend/nervend - ganz wie Du willst.

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  2. Jeder hat seine spirituelle Seite, viele nennen es aber ganz anders.... Alles ist gut :) P

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  3. Schönes Bild: Wasserfall!

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