Auf nach Galapagos! Anreise & Santa Cruz

20:47 Einsame Insel.de 0 Comments

In den letzten Tagen habe ich in Baños einige Aktivitäten ausprobiert, die ich zwar schon an anderen Orten gesehen habe, die mir aber meist zu teuer waren. Der Sprung von der Brücke war einerseits Adrenalin-technisch mit Sicherheit ein Highlight, hat mir andererseits auch drei Tage Nackenschmerzen beschert. Ich wäre am liebsten in das nächste Krankenhaus gegangen um mir eine Halskrause auszuleihen, habe es dann aber irgendwie auch so überstanden. Donnerstag geht es mit dem Bus über Riobamba, das gerade für einen einstündigen Stadtspaziergang und zum Frühstücken ausreicht, mit dem Bus bis Guayaquil. Vielleicht hätte ich mir die Stadt noch angesehen, die allerdings unter den Reisenden keinen besonders guten Ruf hat – sie sei laut, stressig und nicht besonders schön. Stattdessen versuche ich allerdings mit Tobi, mit dem ich schon seit ein paar Tagen in Ecuador unterwegs bin, dessen Kamera zu finden. Am morgen im Hostel war sie noch da, im ersten Bus wahrscheinlich auch, bei Ankunft in Guayaquil allerdings nicht mehr. Uns ist vollkommen schleierhaft, wie die Spiegelreflexkamera aus seinem Rucksack gestohlen werden konnte, ohne dass einer von uns auch nur einen Verdacht gehegt hat. Es gab zwar einen kurzen Moment, der sich für einen geschickten Dieb „geeignet“ hätte, dann bin ich allerdings erstaunt, dass mein Laptop nicht auch entwendet wurde (und das wäre fatal gewesen, da ich in den letzten Wochen nicht sonderlich viel über Sicherheitskopien meiner Fotos nachgedacht habe).

Diese beiden Kollegen scheinen einen Synchron-Strandlauf einzuüben. Klappt auf jeden Fall schon ganz gut, nur beim Kopfdrehen sind sie nicht immer gleich auf.

Kleines Monster - von denen gibt es an den Stränden von Santa Cruz ziemlich viele!

Wir bleiben erfolglos – sowohl bei der Wiederbeschaffung der Kamera noch bei dem Kauf einer neuen. Die Fahrt ins Stadtzentrum sparen wir uns, da unser Hostel in direkter Nähe zu einer großen Mall und dem Flughafen liegt, von dem wir morgen früh abfliegen werden. Heute besuche ich zum ersten Mal auf diesem Kontinent ein Kino. Der Besuch wird nicht ganz so ungewöhnlich wie in manchen Ländern Asiens, ich bin jedoch überrascht, dass ich einen reduzierten Eintrittspreis zahle (Lady's night!) und ganz dankbar, dass der Film im Original (Englisch) mit spanischen Untertiteln gezeigt wird. Etwas nervig ist, dass der Saal offenbar sehr schlecht schallisoliert ist, sodass ich bei ruhigeren Szenen während „The Monuments Men“ die lauteren Szenen des nebenan laufenden Filmes mitbekomme. Wer multitaskingfähig ist, kann hier vermutlich zwei Filme zur gleichen Zeit – ehm, hören.
Zurück im Hostel bin ich leicht genervt von dem Pornos guckenden Angestellten an der „Rezeption“, der uns zum wiederholten Male davon überzeugen möchte, ein Taxi zum Flughafen für den nächsten Morgen zu buchen. Ich wiederhole, dass ich sehr gerne den schnellen und günstigen Metrobus nehmen möchte – fünf Minuten, 25 Dollar-Cent. Ich liebe es, wenn Menschen das Wort „nein“ nicht verstehen...

Herrlich bunt, diese Tierchen am Strand - allerdings scheinen sie einen kleinen Gehfehler zu haben, dafür können sie aber um so besser springen!

Am Flughafen stehen wir eine geschlagene Stunde an dem kleinen Schalter an, an dem wir zehn Dollar für unsere Galapagos-Touristenkarte bezahlen müssen. Die Schlange vor uns ist von Anfang an nicht besonders lang, aber irgendwie passiert hier nichts. Im Endeffekt nimmt sich ein Mitarbeiter unserer an und sorgt dafür, dass wir unsere Quittung bekommen, damit wir endlich unsere Gepäck einchecken und unsere Boardingkarte erhalten können. Genau wie eine Handvoll weiterer Passagiere erreichen wir das Gate nur einige Minuten vor der geplanten Boardingzeit.
Ich habe mich schon so oft gefragt, warum ich so oft zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sitze und warte. Heute habe ich „endlich mal“ meine Zeitreserve vollständig aufgebraucht.
Nach zwei Stunden im A320, auf meiner Uhr allerdings nur eine Stunde später, betrete ich den Flughafen auf der Insel Baltra, die zu den Galapagosinseln gehört (Ecuador Festland und die Inseln liegen in zwei verschiedenen Zeitzonen). Mit dem Bus geht es an die Südspitze der winzigen Insel, darauf folgen fünf Minuten Bootsfahrt und eine weitere Dreiviertelstunde mit dem Bus auf der Insel Santa Cruz. Während der Fahrt fängt es an zu regnen – dabei hatte mir doch gestern noch jemand erzählt, dass er in zehn Tagen auf den Galapagosinseln keine einzige Wolke am Himmel gesehen habe.
Der Regen endet, bevor wir Puerto Ayora erreichen, den Dreh- und Angelpunkt jeglicher Cruises, Tagestouren und Bootsverbindungen. Schnell finden sich ein günstiges Hostal (15 Dollar pro Nacht – hier immer nach Personen und nicht nach Zimmern abgerechnet, was die Sache für Alleinreisende sehr angenehm macht) und eine Reihe von Reisebüros, die uns mit Informationen versorgen.
Es ist schon spannend, wie die Preise der mehrtägigen Schiffsfahrten variieren und wie viele der Aussagen, die wir in Quito bekommen haben, sich als Halbwahrheiten herausstellen. Es wird recht schnell deutlich, dass die Preise der „Cruises“ auch hier nicht unbedingt meinem Budget entsprechen und die meisten Tiere auch von den einzelnen Inseln aus ohne Bootstouren angetroffen werden können. Und selbst die Summe aus mehreren Tagestouren und Unterkunft auf den Inseln scheint deutlich günstiger zu sein, als jegliche Langzeitschiffstour.
Nur mal als Beispiel: Die günstigste Tour, die in Quito verfügbar war, wäre eine acht-tägige Tour auf einem „Touristenschiff“ (günstigste Preisklasse) gewesen für 1200$, diese Tour kostet hier noch 1000$ (wenn man einige Tage vor Abfahrt bucht). In Quito wäre außerdem für 1600$ eine Tour auf einem Schiff erster Klasse verfügbar gewesen, welche (allerdings auf einem anderen Schiff) hier nur noch 1200$ kostet und eine durchaus attraktive Route beinhaltet. Wenn man diese Preise mit denen, die man im Netz findet oder von deutschen Anbietern genannt bekommt, sind sie natürlich günstig, aber mir erscheinen sie trotzdem zu hoch. Wie viel Geld man im Endeffekt wirklich auf den Inseln loswird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Eine der Schildkröten im Charles Darwin Research Center auf der Insel Santa Cruz

Auf der Insel Santa Cruz lassen sich einige kostenfreie Aktivitäten finden. Immerhin zahlt man schon einhundert Dollar für den Nationalpark selber, dafür kann man ja wohl auch ein bisschen was erwarten, nicht? Meine Erwartungen an den „Darwin Research Center“ habe ich wohl etwas zu hoch angesetzt. Die Anlage ist fußläufig erreichbar, jedoch laufen wir verkehrt herum durch das Gelände, da wir offenbar die Hinweisschilder fehlinterpretiert oder teilweise übersehen haben. Ein paar Schildkröten schleppen sich träge durch ihre Gehege, allerdings ist der „Lonesome George“ vor zwei Jahren gestorben. Diese eine besondere Schildkröte war wohl die letzte ihrer Art, eine Art, die es nur auf einer der Inseln gegeben hat – so viel verstehe ich zumindest von den Ausführungen einer der zahlreichen Reiseführer, die hier mit ihren viel zu großen Gruppen durch den Park stapfen. Wirklich interessant finde ich die Information, die ausnahmsweise auch schriftlich auf einem Holzschild festgehalten ist, dass das Geschlecht einer neugeborenen Schildkröte davon abhängt, bei welcher Temperatur das Ei ausgebrütet wird – und da reden wir gerade mal von einem Temperaturunterschied von zwei Grad!

Der erste Seehund auf der Insel begegnet mir an diesem Fischstand in Puerto Ayora.
Ein paar größere Leguane liegen ebenfalls träge in ihren kleinen aus Lavagestein gemauerten Gehegen und machen einen sehr desinteressierten Eindruck an dem, was um sie herum geschieht. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich diesen Ort zu Anfang besuche, da ich alle Tiere, die mir hier heute begegnen, später auch in freier Wildbahn entdecken werde. Und Tiere in Gefangenschaft zu begutachten, nachdem man mit ihnen am Vortag am selben Strand spazieren war, wäre vermutlich nicht sonderlich spannend. Meine Vorfreude auf das „wahre Leben“ auf den Galapagosinseln ist groß und steigt mit jeder Erzählung eines Reisenden, den man unterwegs trifft.

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Galapagos Inseln für wenig Geld?

18:12 Einsame Insel.de 0 Comments

Wenn ich "Galapagos" höre, denke ich an verhältnismäßig kurze Kreuzfahrten auf luxuriösen Schiffen mit Rundumservice für einen Haufen Geld. Einen großen Haufen Geld. Von Deutschland aus gebucht liegen Reisen auf die einzigartigen Inseln nicht im unteren vierstelligen Bereich... das kann ganz schnell ganz teuer werden. Auch die Reisebüros in Quito haben nicht wirklich überzeugende Angebote ("Dieser 5-Tages-Cruise ist ein totales Schnäppchen und kostet nur 1600 Dollar! Dazu kommen noch 498 Dollar für die Flüge, 100 Dollarfür den Parkeintrit...").
Nach ein bisschen Recherche habe ich vor gut einer Woche einen Gabelflug für unter 300 Euro gefunden - morgen geht es los - zehn Tage Trauminseln mit einer grandiosen Artenvielfalt!
Ich bin gespannt, ob ich den lustigen Vogel mit den blauen Füßen zu Gesicht bekomme und freue mich auf die Pinguine! Spätestens am 10. März berichte ich dann wieder und werde für Interessierte gerne mal darlegen, mit welchen Kosten man hier wirklich rechnen muss (ich hörte von Übernachtungsmöglichkeiten in Hostels für rund zehn Dollar die Nacht, das klingt ja erstmal sehr überschaubar).

Traumziel? Anflug auf die Insel Baltra bei traumhaftem Wetter!

Günstige Flüge lassen sich problemlos selber im Internet buchen.

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Manchmal macht man auf Reisen dumme Sachen...

17:00 Einsame Insel.de 4 Comments

...die ganz viel Spaß machen. Und Spaß alleine rechtfertigt doch schon so merkwürdige Ideen, wie von einer Brücke zu springen, oder? "Puenting" nennt sich das Ganze in Baños und erinnert im ersten Moment an das klassische Bungeejumping. Es wird allerdings kein elastisches Seil an den Knöcheln befestigt, sondern ein starres Seil an einem Gurtzeug befestigt. Gesprungen wird dann von einer rund hundert Meter hohen Brücke über einer Schlucht. Das Seil ist an der einen Seite der Brücke befestigt, ich werde allerdings von der gegenüberliegenden Seite springen, sodass das Seil unter der Brücke hin und her schwingt.

Der spannendste Moment an der ganzen Aktion: der Absprung.

Freier Fall ist schon was Feines :)

Ich muss gestehen, dass ich den Gedanken, von dieser Brücke zu hüpfen, schon ganz schön gruselig finde im Vorfeld. Der Moment auf der kleinen Plattform am Brückengeländer - hundert Meter über dem Fluss unter mir -  geht schnell vorüber und ich habe gar keine Zeit, mir "in die Hose zu machen". Ganz schön gruselig ist dann aber wieder der Moment, in dem die Füße das kleine Brett nicht mehr berühren und ich im freien Fall bin.
Als das Seil gestrafft ist, spüre ich einen Ruck im Nacken, danach genieße ich nur noch das Schaukeln. Die Abendsonne im Gesicht und den Wind um die Nase baumel ich untätig in der Gegend herum, bis ich schließlich auf einem Felsvorsprung hinuntergelassen werden und ganz überrascht bin, dass sogar meine FlipFlops mit mir gesprungen sind.


Entspanntes Schaukeln :)

Der Schatten der Brücke

Ich hab's überlebt!



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Das Ende der Welt...

03:00 Einsame Insel.de 1 Comments

Unter diesem Titel habe ich vor einer Weile mal ein Foto gesehen von einem Baumhaus, irgendwo in Ecuador, irgendwo auf einem Berg, mit einer langen Schaukel, auf der man über den Abhang schwingen kann. Ich hatte keine Ahnung, wo sich diese Schaukel befindet, wie sich der Ort nennt oder ob er besonders sehenswert ist. Durch Zufall habe ich vor ein paar Tagen zwei Mädels aus Chile vom "Casa del arbol" reden gehört und hatte irgendwie den Eindruck, es könne sich um diesen sagenumwobenen Ort handeln. Und tatsächlich - das Baumhaus befindet sich auf einem Berg in der Nähe von Banos und einmal täglich fährt ein Bus dorthin.



Gerade die Wolken, über die ich mir im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht habe, machen den Ort irgendwie "mystisch". Ich kann schon irgendwie verstehen, dass sich jemand mal den Namen "End of the World" ausgedacht hat.
Nachdem die Tagesplanung, mit dem Fahrrad bis ins 60 Kilometer entfernte Puyo zu fahren aufgrund anhaltenden Regens schon nach rund einem Drittel der Strecke endete, ist es schön, hier oben ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Auf dem Weg zurück in den etwa 1400 Meter unter uns liegenden Ort haben wir weiterhin Glück mit dem Wetter und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen noch vor wenigen Stunden pitschnass mit Fahrrad im Schlepptau in den Bus zurück nach Banos eingestiegen zu sein. Bei Sonnenschein gefällt mir das Städtchen auch gleich viel besser als im Nieselregen. 

Kurze regenfreie Zeit, die allerdings nicht lange anhält...

Als Hightlight auf der Strecke zwischen Banos und Puyo gilt dieser Wasserfall...  Leider kommt das Wasser mittlerweile auch in größeren Mengen von oben und macht das Radfahren nicht gerade zum Vergnügen.


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Canyoning - Wasserfälle rauf und runter

03:00 Einsame Insel.de 0 Comments

Bis gestern kannte ich noch nicht mal diese Bezeichnung: Canyoning. In Baños werden offenbar wirklich alle denkbaren "Action-Sportarten" angeboten, die sich um Wasser und Berge drehen. Wasserfälle gibt es hier wie Sand am Meer und warum soll man die nicht mal durchqueren? Na ja, also eigentlich hatte ich mir die ganze Tour ein bisschen anders vorgestellt. Ich hatte gehofft, dass wir irgendwo abgesetzt werden und uns dann eine längere Strecke durch einen Fluss bewegen und uns jedes Mal, wenn uns ein Wasserfall "in die Quere kommt" abseilen oder eben runterspringen müssen. 

Übungswasserfall für den Anfang.

In der Realität sieht es so aus, dass unsere Gruppe aus elf Personen besteht (neun Chilenen und zwei Deutsche) und wir nacheinander drei Wasserfälle hinabsteigen (zwischen fünf und 35 Metern hoch). Zwischen den einzelnen Etappen wird es trotz Neoprenanzug ganz schön kalt, da wir immer relativ lange warten, bis die komplette Gruppe abgestiegen  ist. Ein Wasserfall wird mehr runtergerutscht als geklettert, an dem höchsten werden wir am Seil in einem halb-freien Fall nach unten gelassen und müssen im Grunde selber gar keine Anstrengung betreiben.
Nachdem wir die drei Wasserfälle hinter uns gelassen haben, wandern wir wieder nach oben - noch höher als an unseren Ausgangspunkt - und "klettern" einen vierten Wasserfall hinab. Vermutlich war dieser einfach zu "anspruchsvoll", um mit ihm zu beginnen. So richtig sportlich ist die ganze Tour allerdings nicht und die größte Herausforderung besteht wohl im Aushalten der  Kälte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Canyoning anstrengend und ein bisschen adrenalinfördernd sein kann (besonders, wenn man zwischendurch auch mal springt), aber dazu muss der Fluss vermutlich mehr Wasser führen und die Gruppe vielleicht auch ein wenig kleiner sein.






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Mariposario Mindo

09:38 Einsame Insel.de 0 Comments

Eine Schmetterlingsfarm. Das ist eine dieser Attraktionen, die mir immer wieder begegnen, die ich aber auf dieser Reise noch kein einziges Mal betreten habe, weil sie sich doch immer wieder ähneln. Im sonst relativ verregneten Mindo, rund zwei Busstunden westlich von Quito, kommt heute Morgen die Sonne raus und das Wetter lädt ein, die rund drei Kilometer zu dem großen "Mariposario" zu laufen. Wir bekommen eine kurze Einführung in erstaunlich gutem und noch erstaunlicher schnellem Englisch. Ich bin wirklich überrascht, da hier ein Großteil der Bevölkerung gar kein Englisch spricht. Ich bezweifle, dass ich den Erklärungen über die Entwicklung von Ei, Raupe, Puppe, Schmetterling auf Spanisch hätte folgen können. Um elf Uhr sollen die bunten Flugobjekte am aktivsten sein - und das glauben wir sofort: Überall flattern die Tiere unterschiedlichster Arten, Farben und Größen durch das Tropenhaus und lassen sich wunderbar fotografieren.
















Am Ausgang des Parks schwirren Kolibris durch die Luft, die durch in den Bäumen aufgehängte Kunststoffcontainer, die mit Zuckerwasser gefüllt sind, angezogen werden. Ich bemühe mich verzweifelt, ein scharfes Foto von einem der Flugkünstler aufzunehmen, aber irgendwie sind weder Autofokus noch meine Reaktionsfähigkeit oder Kameraprozessor schnell genug.

Zuckerwassertränke - im Flug erwische ich die Tiere einfach nicht schnell genug!





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Tubing mal anders

10:30 Einsame Insel.de 0 Comments

Bisher kannte ich "Tubing" nur als das treiben lassen auf einem seichten, langsam fließenden Fluss in alten luftgefüllten LKW-Schläuchen. In Mindo hat man sich - wohl aufgrund der etwas höheren Fließgeschwindigkeit des Flusses und des Vorkommens großer Steine - eine etwas andere Methode ausgedacht. Sieben Reifen sind blumenförmig zusammengebunden und ermöglichen ein "ungefährliches" Fortbewegen auf dem verhältnismäßig wildem Fluss. Während wir zu zweit untätig in den Reifen sitzen, hat unser Guide alle Hände voll zu tun und sorgt dafür, dass wir nicht umkippen oder an irgendwelchen Felsen hängen bleiben. Das Wasser ist zwar gut kalt, aber die ganze Aktion macht unheimlich viel Spaß - nach zwanzig Minuten "Fahrt" würde ich am liebsten noch mal von vorne los!



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Die beste Schokolade der Welt?

03:00 Einsame Insel.de 0 Comments

Das schönste Hostel der Stadt, das beste Essen in Ecuador oder gar die beste Schokolade der ganzen Welt? Der Reiseführer, mit dem ich gerade unterwegs sowie die Werbung an verschiedenen touristischen Zielen übertreiben gerne mal ein wenig und Superlative werden inflationär verwendet.
Wir sind gerade mit dem Bus in Mindo angekommen – zweieinhalb Stunden westlich von Quito. Die Fahrtzeit kann allerdings nicht direkt mit der zurückgelegten Strecke in Verbindung gebracht werden. In Ecuador kostet eine Stunde Busfahren im Schnitt einen Dollar – diese Faustregel hat bisher immer gut gepasst. Auf der Strecke Quito – Mindo hatte ich das Gefühl, der Bus würde extra langsam fahren, um auch die zweieinhalb Stunden voll zu bekommen. 

Ein kleiner Kakaobaum, der hier auf über 1200 Metern nicht ganz in seiner "natürlichen Umgebung" steht.


Eine günstige und gemütlich Bleibe ist schnell gefunden und wir haben gerade noch Zeit, um rechtzeitig zum Café „El Quetzal“ zu gehen. Hier gibt es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern eine hauseigene Schokoladenherstellung mit Verkauf der Produkte. Der Reiseführer lobt neben Milchshake und Brownies auch die täglich stattfindende Tour, bei der die Herstellung von Kakao und Schokolade erklärt wird. Ich bin vielleicht etwas voreingenommen und habe hohe Erwartungen, da die Kaffeetour in Kolumbien alle meine Erwartungen übertroffen hat (was auch hier vermutlich mal wieder extrem von den Menschen abhing).
Nun geht es also um Kakao. Ein junger Amerikaner versucht uns erfolglos davon zu überzeugen, dass die ecuadorianische Schokolade die beste der Welt sei. Besonders die beiden Belgierinnen in unserer Gruppe schauen skeptisch drein. Welche Erwartungen wir an die Tour haben? Wir warten natürlich alle nur darauf, das fertige Produkt zu probieren!

Kakaobohnen während des Fermentierungsvorgangs.

Im Regen geht es erst mal nach draußen: Ein kleiner Kakaobaum trägt eher kleine und nicht so richtig reife Früchte. Mindo liegt auf 1250m Höhe – hier ist es viel zu kalt für das gute Gedeihen der Pflanze. Ecuador steht auf Platz sieben in der Rangliste des weltweiten Exports von Kakaobohnen. Hier in Mindo wird die Schokolade also auch „nur“ aus importierten Kakaobohnen gefertigt. Unser Guide lässt uns auf einem kleinen grünen Blatt herumkauen. Es ist süß, sehr süß: Stevia. Ich kenne Stevia aus Deutschland nur als extrem teures Süßungsmittel, auf der Reise ist es mir aber schön öfter als Zuckerersatz untergekommen. Wie die Blätter aussehen, wusste ich allerdings bis heute nicht – und dass sie so süß sind, hätte ich auch nicht erwartet. Hier wachsen auch Chilis, Zitronengras und Ingwer – alles mögliche Zusatzstoffe für die Schokolade.

Kakaobohnen beim Trocknen  nach der Fermentierung.

Die weitere Tour verläuft relativ oberflächlich: Wir bekommen eine Hand voll Kakaobohnen gezeigt, die sich gerade in der Fermentierung befinden (und nicht besonders angenehm riechen). Eine Bohne wird aufgeschnitten und – Überraschung – es kommt ein violettes Inneres zum Vorschein. Auf einem großen Sieb liegen Kakaobohnen zum Trocknen. Die weiteren Vorgänge bekommen wir nur in der Theorie und sehr oberflächlich erklärt, nicht mal eine Röstmaschine ist derzeit in Betrieb. Die kleine Schokoladenküche, in der angeblich jeden Tag produziert wird, ist verschlossen und wir können nur durch ein stark spiegelndes Fenster auf die Utensilien blicken. Zurück im Café warten wir alle sehnsüchtig auf die Kostprobe.

Kakaobohnen während des Fermentierungsprozesses sind innen violett.

Zu unserer Enttäuschung gibt es jedoch keine fertige Tafelschokolade zu probieren. Jeder bekommt ein winziges Plastikschälchen mit flüssiger Schokolade – allerdings ohne Zucker. Durch hinzufügen von Zucker, Ingwersirup und Chili lassen sich verschiedene Geschmackserlebnisse fabrizieren, die allerdings alle eher weit weg von der uns bekannten Schokolade sind. Würde sich der körnige Zucker in der Schokoladenmasse läsen, käme es dem vielleicht etwas näher. Hier und da sieht man ein verzogenes Gesicht und so richtig begeistert ist niemand. Ein kleines Stück Brownie kommt da unseren Geschmäckern etwas näher, bewegt uns aber nicht dazu, eine von den winzigen und aus meiner Sicht stark überteuerten Tafeln zu kaufen. Eigentlich ist das ja eine nette Idee, hier oben im „Cloudforest“ Schokolade zu produzieren und die Herstellung den Touristen näher zu bringen, aber die Tour im „El Quetzal“ hat mich leider wenig überzeugt.

So sieht das fertige Endprodukt aus - für meinen Geschmack etwas zu teuer.



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Quito mit größerem Blickwinkel

03:00 Einsame Insel.de 1 Comments

Bei meinem letzten Besuch in Quito, der nun schon einen Monat zurückliegt, habe ich mich noch über mein salzwassergeschädigtes und nicht mehr funktionstüchtiges Weitwinkelobjektiv geärgert. Nun habe ich meine frisch aus Deutschland importierte Ersatzlinse vor der Kamera und mache mich noch mal auf den Weg zur Basilika, um dieses Gebäude und ein paar neue Eindrücke der Stadt festzuhalten. Auch wenn es heute immer mal wieder schauert, gefällt mir Ecuadors Hauptstadt nach wie vor sehr gut.


Basilika Quito
Basilika Quito

World Press Photo 2013 - Ausstellung im Centro Cultural Metropolitano in Quito
Basilika Quito

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Lago San Pablo und Laguna de Cuicocha

13:07 Einsame Insel.de 3 Comments

Nachdem ich schon wieder einige Tage in größeren und kleineren Städten verbracht habe, kann ich es kaum erwarten, wieder in die Natur zu kommen. Otavalo ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu verschiedenen Seen, Wasserfällen und Vulkanen und die Gegend eignet sich wunderbar zum Wandern und Radfahren. Im Gegensatz zu meinem ecuadorianischen Begleiter vor zwei Tagen ist Tobi, mit dem ich heute unterwegs bin, deutlich bewegungsfreudiger. Wir machen uns auf den Weg zum Lago San Pablo, der auf der Karte durchaus nah und gut erreichbar scheint. Dass uns der Weg über einen ausgedehnten Bergrücken führt, durch Maisfelder und kaum als Weg definierbare Trampelpfade, hatten wir nicht erwartet. Es dämmert schon fast, als wir den See schließlich in Sicht haben. Da unser ursprüngliches Ziel keinen besonders sehenswerten Eindruck macht, trete wir den Rückweg an, allerdings diesmal über befestigte Wege und Straßen. Zufällig passieren wir einen Wasserfall, der uns schon im Ort empfohlen wurde. Aus der Erfahrung der letzten Monate muss ich sagen, dass Wasserfälle häufig hochgelobt werden und im Endeffekt meistens zu Enttäuschung der Besucher führen – zumindest derer, die schon größere „Cascadas“ gesehen haben. Die Anlage, an der wir uns gerade befinden, ist zwar ganz schön angelegt und der Wasserfall hat immerhin einige Meter Fallhöhe, dessen Besuch wäre allerdings als tagesfüllende Aktivität wenig spannend.

Farbenfrohe Flora um die Lagune

Einen halben Tag braucht man hingegen, um die ebenfalls nahe Otevalo gelegene Laguna de Cuicocha zu umrunden. Der Himmel ist bedeckt, es weht ein kühler Wind. Eine deutsche Reisegruppe, die kurz vor uns die Wanderwege an der Lagune erreicht hat, wird darüber aufgeklärt, dass man nur die halbe Strecke um den See laufen würde, an einem Aussichtspunkt warte dann der Rücktransport. Für uns ist klar, dass wir die Runde komplett laufen werden, umdrehen oder abkürzen macht wenig Sinn – zumal wir keinen Rücktransport gebucht haben, der irgendwo auf uns wartet. Der Kraterrand, der rund 14 Kilometer um den See führt, macht eigentlich einen ganz überschaubaren und halbwegs gleichmäßigen Eindruck. Nach zwei, drei Stunden stellen wir fest, dass wir uns ein wenig verschätzt haben und das ständige bergauf-bergab doch ein wenig anstrengender ist als erwartet. Während ich heute morgen noch froh war um meine lange Jeans, wünsche ich mir jetzt eine kurze Hose und mein Trinkwasservorrat neigt sich dem Ende zu. Immer wieder geht es bergauf und ich muss an Papas Frage in Machu Picchu denken: „Warum tun wir uns das eigentlich an?“.

Die Sonne lässt sich heute leider nur zwischendurch blicken...

Eine Insel mit zwei Bergen...

Mein Muskelkater von irgendwann letzte Woche macht sich wieder in den Waden bemerkbar und ich bin ein bisschen erleichtert, als wir am Mittag wieder die Straße erreichen. Der kurzzeitige Ärger über den um wenige Sekunden verpassten Direktbus nach Otavalo (der sehr selten fährt) verfliegt, als uns wenig später ein freundlicher Ecuadorianer auf der Ladefläche seines PickUps mitnimmt – ohne dafür auch nur einen Cent haben zu wollen. Es ist hier durchaus üblich, dass Privatleute sich als Taxifahrer bereitstellen um sich ein paar Dollar dazuzuverdienen. Umso schöner ist es, wenn man schon zu verstehen bekommt, dass es sich um einen freundlichen Gefallen handelt – noch bevor man überhaupt dazu kommt, selber nach dem Preis zu fragen.

Wasserfall am Lago San Pablo

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