Von vermeintlichen Attentätern und übermotiverten Piloten

12:32 Einsame Insel.de 1 Comments

Ich habe noch nie so einen gelangweilten Kapitän gehört. Immerhin teilt es uns die spannende Information mit, dass er eine Abflugmasse von rund 64,5 Tonnen bei einer Startgeschwindigkeit von etwa 280km/h in die Luft bewegen wird. Vielleicht. Irgendwann heute Abend – wenn wir Glück haben.

Gewitter, die durch eine geschlossene Wolkendecke stoßen (Handyfoto von Juni 2016)
Viele Gewitter in Deutschland und ein verspäteter Abflug unserer Maschine in Köln war die Begründung, die unser Pilot uns um kurz vor neun für eine gute halbe Stunde Verspätung nannte. Vielleicht war es auch eine Dreiviertelstunde. Ich sitze noch immer in dem gleichen A320, der um viertel nach Acht den Flughafen Barcelona hätte verlassen sollen. Mittlerweile ist es zehn Uhr abends, den Boden haben wir noch nicht verlassen. Die Rollwege sind hier lang, das weiß ich noch vom letzten Flug. Wir haben uns allerdings noch nicht besonders weit von unserem Gate entfernt. Vor einer knappen Stunde hieß es dann „Parking Position“. Die Triebwerke gehen aus, das Licht geht aus und sofort wieder an. Zwei von den kleinen gelben Flitzern mit orangenen Blinklichtern heizen an unserer Maschine vorbei und fahren plötzlich in einen engen Kreis, bleiben stehen. Da sind nur noch die orangenen Lichter. Niemand steigt aus. Kurze Zeit später, das erste Fahrzeug mit der Aufschrift „Guardia Civil“. Blaulicht. In einer Durchsage heißt es, dass ein Computer neu gestartet werden müsse wegen einer ungewöhnlichen Anzeige. Der Abflug würde sich verzögern. Ein zweites Fahrzeug der Guardia Civil. Noch mehr Blaulicht. Mein Kollege hat mir mittlerweile seine Beobachtungen berichtet: zwei Personen sind nach vorne gegangen, danach hat sich der Vorhang hinter dem Cockpit geschlossen, die beiden Personen haben neue Sitzplätze zugewiesen bekommen. Kurze Zeit später stehen zwei Männer in dunkelgrünen Overalls drei Reihen vor uns. Der gleiche Aufdruck wie auf den blau erleuchteten Fahrzeugen.

Anflug auf Barcelona (Handyfoto von Juni 2016)
Nach etwas Hin und Her ist das richtige Gepäckstück gefunden – ein kleiner roter Rollkoffer. Der große dunkelhäutige Mann in seiner schwarzen Jacke, aus der seitlich Kopfhörer herauspurzeln, wird von den beiden Herren der Guardia Civil aus unserem Sichtbereich eskortiert. Ja, genau, einer von denen, die ganz schnell in einer Schublade verschwinden und da nie wieder rauskommen. Man hört förmlich die Gedanken einiger Passagiere, die mit verächtlichen Blicken dem Dreiergespann hinterher sehen. Vom Boardpersonal wird mit leicht angespannter Stimme und etwas verärgert nachgefragt, wer Fotos von der Aktion gemacht habe – natürlich meldet sich niemand.
Drei Minuten später fange ich fast an zu lachen, als derselbe hochgebaute Mann mit Kopfhörern und seinem roten Köfferchen wieder zu seinem Platz geht und sein Gepäck verstaut. Seine ehemaligen Sitznachbarn sind weit und breit nicht mehr zu sehen. Mittlerweile hat sich neben die diversen Fahrzeuge um das Flugzeug herum auch ein Bus gesellt – ich hatte schon befürchtet, dass wir die Maschine verlassen müssen um eine Nacht in einem Flughafenhotel zu verbringen.
„Wir sind jetzt so weit, dass wir unseren Flug nach Köln antreten können.“ Man müsse allen Hinweisen und „Fragen“ nachgehen, die in diesem Falle aus der Kabine kamen. Der Zusatz „Das Flugzeug ist in perfektem Zustand.“ darf natürlich auch nicht fehlen. „There is nothing to worry about“ sagt der nun nicht mehr ganz so gelangweilt klingende Pilot auf Englisch. Nach einer gefühlten Ewigkeit auf den diversen Rollwegen erreichen wir schließlich die 07L und starten um 22:46 mit einer Verspätung, die unsere Flugdauer übersteigt. (Natürlich kein Vergleich zu der Eurowings-Aktion in Kuba im Januar.)

Mittlerweile ist Mittwoch, und ich freue mich, dass der Pilot offenbar Spaß an seinem Job und vor allen Dingen an Durchsagen hat. Neben der genauen Routenbeschreibung mag ich besonders die folgenden Erläuterungen:

„Wir legen eine Flugstrecke von 1380km zurück und verbrauchen 4300kg Kerosin – das ist so etwas wie Diesel-Treibstoff!“
„Wir haben hier eine Druckkabine, die etwa dem Luftdruck entspricht, als würde man sich auf einem 2000m hohen Berg befinden.“
Natürlich wurde uns gerade auch noch einmal vorgerechnet, mit welcher Masse wir landen werden, wir haben ja schließlich ein bisschen Kerosin verbraucht. Ja, der Herr Pilot hat heute seine Hausaufgaben gemacht. Eins mit Sternchen!


Übrigens, wenn ihr mal im Sommer in Spanien seid eine Getränkeempfehlung:
Tinto de verano (Rotwein des Sommers) ist eine Mischung aus Rotwein
und einer Art Zitronenlimo (wenig süß) - mit Eiswürfeln sehr zu empfehlen!


1 Kommentare:

Viel Schinken und das vielleicht eindrucksvollste Bauwerk der Welt

11:40 Einsame Insel.de 0 Comments


Der Knall von Feuerwerkskörpern, Taxihupen und wirre Stimmen von Menschen verschiedener Nationalitäten hallen durch die Nacht. Vor wenigen Minuten ist Portugal zum ersten Mal Europameister geworden. Die großen Fenster meines überdimensionalen Hotelzimmers liegen zur Carrer del Pintor Fortuny, einer schmalen Seitenstraße der berühmten "Ramblas". Obwohl die Spanier, in diesem Falle die Katalanen, relativ wenig Interesse an Fußball zu haben scheinen, ist heute die Hölle los in Barcelona. Kein Wunder, hier halten sich wahrscheinlich im Monat Juli deutlich mehr Touristen als Einheimische im Stadtzentrum auf.
Ich überlege, wie der Begriff des Touristen definiert ist - das habe ich irgendwann mal in meinem Auslandssemester in Malaysia gelernt. Es gibt da eine Mindestaufenthaltsdauer. Bei zwei Nächten habe ich die vermutlich erfüllt, auch wenn der Grund meiner Reise ausnahmsweise mal nicht touristischen Ursprungs ist. 


Die Boqueria ist nichts für Vegetarier. Neben jedem Obststand wird auch Schinken verkauft.

Fisch & Co sind auf dem Markt vermutlich frischer als in manch einer Tapas-Bar. Leider passt die Qualität der Speisen in einigen Restaurants nicht so gut zu dem verlangten Preis.
Fruchtsäfte in mehreren Dutzend Mischungen... so einen Stand hätte ich gerne in Aachen!

Egal, eigentlich will ich ja schlafen. Der Lärm der Fußballfans wird weniger, aber immer wieder lässt mich ein vorbeifahrender Skateboarder aufschrecken. Haben die Spanier noch nie was von Schallschutzverglasung gehört? Oder zumindest Dichtgummis in den Fensterrahmen? Offenbar nicht.
Die letzten Reisen nach Barcelona gingen Montagsmorgens um halb fünf in Aachen los – da war an Urlaubsfeeling nicht zu denken. Heute habe ich etwas mehr Zeit vor dem ersten Termin und während mein sportlicher Kollege bei knappen 30°C eine Runde am Strand joggen geht, drehe ich vor dem Frühstück eine Runde durch die Markthallen des Mercat de la Boqueria. Die Fischstände werden gerade erst aufgebaut, aber es gibt reichlich andere Lebensmittel zu bestaunen. Besonders häufig wird frisches Obst in ganzen Früchten, klein geschnitten oder als Saft angeboten, außerdem Eier, Käse, Gewürze, Schokolade, Trockenfrüchte und Nüsse. Kleine Stände bieten frisch belegte Baguettes und Kaffee an. Aber das wichtigste habe ich noch nicht erwähnt: den iberischen Schinken, den es an jeder Ecke zu kaufen gibt. Ein junger Mann spricht mich an: „Sorry, would you take a picture of me in front of the ham. I LOVE HAM!”. Über die Schinkenleidenschaft des Engländers muss ich schmunzeln und erfülle ihm seinen Wunsch. Das, wofür ich eigentlich hier bin – die Arbeit – geht heute erstaunlich schnell rum – dazu trägt die Klimaanlage wahrscheinlich einen entscheidenden Teil bei und natürlich die Aussicht auf ein spannendes Abendprogramm.

Wer weiß, ob die Krane der Sagrada Familia mittlerweile auch UNSCO-Weltkulturerbe sind.
Mit 15 Jahren, also aus meiner Sicht vor einem halben Leben, habe ich eine Woche in Spanien und einen Tag in Barcelona verbracht. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich die Sagrada Familia von außen gesehen, drin war ich jedoch noch nie. Mein ausgedrucktes Ticket besagt, dass die 15,- Euro Eintrittsgeld den Aufbau des Bauwerkes unterstützen. Unter diesen Umständen fühlt es sich doch gleich viel besser an, Geld auszugeben. Eintrittsgelder sind in Barcelona wohl generell sehr hoch, bisher bin ich aber noch nicht dazu gekommen, das zu überprüfen (und das bei drei Reisen innerhalb eines Monats).
Ich erinnere mich, dass mich der gewaltige Bau Gaudís schon vor Jahren eher an eine schlammige Sandburg als an eine Kirche denken ließ. Wer konnte ahnen, dass sich im Inneren eine völlig andere Welt auftut. Eine helle, vielseitige, moderne Welt, von schillerndem durch die bunten Glasfenster gefiltertem Licht getränkt. Auch nach den ersten Minuten des Schauens und Staunens lässt sich in jede Richtung etwas Neues entdecken. Ich kann mich irgendwie nicht entscheiden, ob die blauen und grünen Glasmosaike an der Ostseite mir besser gefallen oder ob ich doch die gelb- orange- rote Westseite mit der durchscheinenden Abendsonne des neuen Weltwunders schöner finde. Spindeltreppen winden sich innen schier endlos die Fassade entlang. Das helle Gewölbe über mir ist mit einer Mischung aus Blumen, ungleichzackigen Sternen, Sonnen und Fächern übersäht. Viele Formen könnte ich wohl gar nicht korrekt geometrisch benennen, weil ich sie noch nie zuvor gesehen habe.



Ich muss gestehen, dass ich Kirchen in den letzten Jahren zunehmend gemieden habe. Wer hat nicht schon einen schwärmenden Reiseführer (in Person oder als Buch) erlebt, der dann am Ende doch nicht Recht behalten sollte. Wie oft wurde ein Bauwerk als faszinierend, beeindruckend und einzigartig angepriesen, ohne dass man es bei Betreten desselbigen nachvollziehen konnte? Heute geht es mir anders. Vermutlich konnten meine Erwartungen vom Inneren einer „Sandburg“ nur übertroffen werden.
Dass die Sagrada Familia eine über 100jährige Baustelle ist, kann man fast ausblenden. Außer einem nicht einsehbaren Bereich im unteren Bereich des Kirchenschiffs und ein paar Geräuschen der Arbeiter hätte mich nichts auf die Idee gebracht, dass man hier seit 1882 am werkeln ist.





0 Kommentare:

Pressestimme zur Vernissage in der Haaner AWO

12:53 Einsame Insel.de 0 Comments

Haaner Treff, 16. März 2016
Am Samstag, den 12. März 2016 fand in der AWO Haan die Eröffnung meiner aktuellen Ausstellung "Fernsucht" statt. Wer mag, kann sich in den nächsten Monaten meine Fotografien noch zu den Geschäftszeiten der AWO in der Breidenhofer Straße in Haan ansehen.
Anbei einige Eindrücke der Vernissage (Fotos: Björn Wilhelmi).

Besucher aus Haan und Umgebung bei der Ausstellungseröffnung am 12. März 2016 
Eröffnungsrede von Paul Rath, der in der AWO ehrenamtlich tätig ist.


Neben den größeren Exponaten, die noch mehrere Monate in der AWO ausgestellt sein werden, konnten auch viele meiner Fotografien im A4-Format betrachtet werden. Die drei Ordner sind derzeit noch bei der AWO einsehbar (überwiegend Fotos aus drei Gebieten: Südostasien, Lateinamerika, Kuba).

Aufbruchstimmung: Ein Teil der Fotos mussten leider wieder abgehängt werden, um die Flexibilität der Räume nicht einzuschränken (im Hintergrund: Kubafotos an mobilen Raumtrennwänden).

0 Kommentare:

Extremkontrast zwischen touristischem Stadtkern und "echtem Leben": Trinidad

12:37 Einsame Insel.de 0 Comments

Wo man hinsieht strahlen die niedrigen Wohnhäuser in satten Farben, als seien sie erst gestern frisch angestrichen worden. Und tatsächlich sieht man hier und da ein wackelig anmutendes Gerüst, von dem aus noch die letzten Pinselstriche für die gerade anbrechende Hauptsaison erledigt werden.
Trinidad gehört wohl neben Havanna zu den am häufigsten von Touristen besuchten Städten Kubas. Das mag einerseits an ihrer Nähe zur Hauptstadt liegen, die einen Besuch als Tagesausflug attraktiv macht, andererseits natürlich an ihrer ausgesprochen gut erhaltenen und gepflegten Kolonialarchitektur. Seit 1988 schon ist Trinidad Weltkulturerbe.

Außerhalb des inneren Stadtkerns sind die Häuser zwar noch bunt gestrichen, aber nicht mehr ganz so makellos gepflegt wie im Zentrum. Hier wohnen offensichtlich Menschen - nicht ausschließlich Touristen,

Zum Vergleich: Frisch gestrichene Gebäude und Touristen mit Kameras.
Hier scheint niemand zu leben. Trinidads Zentrum gleicht einem Museum.

Ich muss gestehen, dass ich das Zentrum des kleinen Städtchens auf den ersten Blick ein bisschen langweilig finde. Alles ist so sauber, so gepflegt, gar lupenrein, dass es kaum zu dem Land passt, dass ich in den letzten Tagen kennengelernt habe. Man macht mir hier etwas vor, die ganze Stadt führt eine Show auf. Im Zentrum reihen sich Restaurants und Cafés aneinander. Deren Zielkundschaft: eindeutig Touristen - Einheimische könnten sich die hier angebotenen Speisen und Getränke niemals leisten. Sogar Bäckereien und Supermärkte haben die Preise angepasst. Wer einen Milchkaffee oder ein frisches Croissant haben möchte, zahlt in Kuba schnell so viel wie zuhause.

"Darf ich mal deine Kamera anfassen?"
.
Während die Jungs eine Straße weiter Fußball spielen, malen sich die Mädels mit Wasserfarben die Gesichter an. Der kleine Bruder darf offenbar nur zugucken und ist zu klein, um bei den Großen mitzuspielen. Dafür findet er meine Kamera um so interessanter.

So merkwürdig ich mir vorkomme, während ich zwischen den bunten Häusern über das Kopfsteinpflaster laufe, so schnell endet dieser Eindruck wieder, als ich mich nur einige Häuserblocks weiter nördlich aus dem Stadtkern entferne. Die Häuser sind zwar auch hier noch farbenfroh angestrichen, man sieht ihnen aber eindeutig an, dass hier tatsächlich Menschen leben. Menschen, die ihr Haus nicht jeden November in einer neuen Farbe anstreichen, bevor im letzten Monat des Jahres die Europäer kommen um ihren Weihnachtsurlaub hier zu verbringen.
Es ist nicht mehr lange bis zur Dämmerung, die Sonne steht bereits tief, und in der leicht abfälligen Kopfsteinstraße bahnt sich ein kleiner Rinnsal seinen Weg ins Tal. Hier und da wird ein abgemagertes Pferd gewaschen, das am heutigen Tag während der Mittagshitze einen vermutlich viel zu schweren Touristen durch das naheliegende "Valle de los Ingenios" geschleppt hat.

Die Abendsonne wird in Trinidad auch zum Fußballspielen genutzt.

Auf einer kleinen Wiese spielen Kinder und Jugendliche Fußball - Jungs natürlich - keine Mädchen. Einige jüngere Kinder laufen auf mich zu, wollen von mir fotografiert werden. Sie haben sich mit "aquarela", also Wasserfarbe, die Gesichter angemalt. Zum Glück ist meine verhältnismäßig alte Kamera relativ robust und was Verschmutzung angeht gut erprobt, sodass ich mir wenig Sorgen um die Technik machen muss, als die Kinder wild auf den Knöpfen meiner Kamera herumdrücken und mit den schmierigen Fingern auf das Objektivglas packen. Ich biete an, ein paar Ausdrucke der Fotos am nächsten Tag vorbeizubringen und bekomme lang und breit erklärt, wo im Ort ich das machen lassen kann. Schließlich verstehe ich, welche zwei Wörter die Mutter der Kinder mir die ganze Zeit versucht hat zu erklären: "Foto Service".
Je weiter ich mich von dem zentralen Platz des Ortes Trinidad entferne, desto weniger farbig werden die Häuser. Hinter einer Kurve, in der weitere Pferde und Pferdeanhänger gewaschen werden, hört die Bebauung abrupt auf und dahinter bietet sich der Blick in das grüne Tal, von dem ich bisher nur gelesen habe, das im Sonnenuntergang nur erahnen lässt, was dort im Hellen zu entdecken ist.


 Die Sonne geht erstaunlich schnell unter. Leider ist es auch schon zu spät, noch auf den Aussichtsturm im Zentrum zu steigen - der schließt bereits um fünf. Bleibt ein entspannter Abend zum essen, trinken und früh ins Bett gehen. Schließlich steht morgen eine Wanderung ins Tal der Zuckermühlen (Valle des los Ingenios) und vielleicht sogar die Weiterreise per Bus an.

0 Kommentare:

Einladung: Fotoaustellung Fernsucht in der AWO Haan - Vernissage am 12. März 2016

08:38 Einsame Insel.de 0 Comments

Liebe Weltenbummler und Freunde der Reisefotografie,

Im März und April diesen Jahres werde ich wieder eine Auswahl meiner Fotografien ausstellen.
Ab dem 12. März werden in meiner Heimatstadt Haan in den Räumen der AWO Fotos meiner vergangenen Reisen gezeigt. Erstmalig zeige ich auch Fotos aus Kuba, die im Januar 2016 entstanden sind.



Bei der Vernissage am kommenden Samstag zeige ich ab 16 Uhr nicht nur die belichteten Fotos, die noch länger in der AWO ausgestellt sein werden, sondern auch als Beamerprojektion Eindrücke der Kubareise sowie einige bewegte Bilder der letzten Jahre.

Ihr seid herzlich eingeladen, am 12. März 2016 um 16 Uhr in der AWO Haan, Breidenhofer Str. 7, 42781 Haan vorbeizukommen. Gerne berichte ich von meinen Erlebnissen in Kuba, in Myanmar, in Guatemala und meinen bisherigen Reisezielen.


Ich freue mich auf euch!

0 Kommentare:

"Die Perle des Südens" - über eine Stadt, die ihren Beinamen verdient

13:29 Einsame Insel.de 0 Comments

Ich muss zugeben, dass ich mir häufig vor Antritt einer Reise die aktuelle UNESCO-Weltkulturerbe-Liste ansehe. Man kann zwar nicht behaupten, dass jede Stadt, jede Region, jedes Bauwerk, das auf dieser Liste steht, einschränkungslos mein Interesse weckt, aber die Liste gibt auf jeden Fall Anregungen, wo man einen kulturell interessanten Ort findet. Vermutlich habe ich auch bedingt durch mein Architekturstudium ein überdurchschnittliches Interesse an Bauwerken. Auf Reisen habe ich gerne eine ständige Abwechslung zwischen Stadt / Kultur und Natur. Nur Natur ist auch für eine Weile okay, aber nur Stadt wird auf Dauer anstrengend. In Kuba werden die Städte wohl ein wenig die Überhand gewinnen.

Man könnte mir nachsagen, dass ich ein Faible für Reflexionen und Spiegelungen habe.... *Lieblingsbild*

Cienfuegos ist also das erste angesteuerte Weltkulturerbe-Ziel. Der Reiseführer klingt ein bisschen zögerlich, was die Beschreibung der schönen Seiten der Stadt angeht. Um die südlich der Stadt gelegenen Bucht reihen sich ganze zwölf Zuckerfabriken und viele weitere industrielle Bauten auf. Kein Wunder, dass hier der größte Zuckerexporthafen der Welt liegt (wo auch sonst, wenn nicht in Kuba).
Da wir aber von Norden die Stadt erreichen, ist das erste, was wir beim Aussteigen aus dem Camione wahrnehmen, der Prado - Kubas längste Allee. Auffällig ist die Bauweise der Wohnhäuser, die hier auf einem langen Abschnitt am Prado alle mit Kolonnaden zur Straße hin ausgestattet sind. So ist es besonders in der Mittagshitze angenehm, unter den Schatten spendenden Dächern entlang zu schlendern.

Deutsche Autos am Parque Martí in Cienfuegos? Der Mercedes-Stern wird übrigens auch gerne verwendet...

Ich bin erstaunt, wie wenige Touristen uns hier begegnen. Für einen guten Dollar lassen wir bei einem Schuster (zapatero) Tobis Rucksack reparieren, der auf dem Hinflug in Mitleidenschaft gezogen wurde (übrigens: großer Vorteil des Reisens mit Handgepäck ist auch, dass der Rucksack kaum beim Transport beschädigt werden kann). Die Suche nach einem fähigen Handwerker erweist sich zunächst als schwierig, da wir mehrfach zu hören bekommen "no hay máqina". Es gibt keine Nähmaschine - von Hand lässt sich der Rucksackgurt nur schwer reparieren. Der erste Schuster, zu dem wir geschickt werden, habe seinen Laden in dem Gebäude mit den beiden Löwen, wird uns im Casa erklärt. Oberhalb einer großen Treppe entdecken wir schließlich zwei Löwenstatuen vor einem schwer baufälligen Gebäude. Vor lauter Holzgerüsten hätten wir sie fast übersehen. Wir treten durch eine doppelflüglige Tür und blicken in einen riesigen leeren Saal. Nein, nicht ganz leer: In einer Ecke hockt ein alter Mann vor einem niedrigen Tisch und werkelt an einem Schuh. Auf dem Boden stehen noch wenige weitere Paare.

Die andere Seite der "Perle": Blick auf das Zentrum von Cienfuegos von Süden.

Ein paar Straßen weiter finden wir schließlich das große Eckgebäude, das uns zuvor beschrieben wurde. Während Tobi bei den Schuhmachern mit ihren zwei uralten "Nähmaschinen" auf seinen Rucksack wartet, schaue ich mich in der Halle um. Für 5 Pesos (20 Cent) lässt man sich hier die Haare schneiden. Viel interessanter finde ich allerdings die Menschentraube in einer Ecke. Hinter einer Wand aus Schaulustigen sind zwei Meister filigraner Handarbeit am Werke. Sie sitzen sich unter hellen Leuchtstoffröhren gegenüber und halten beide einen Lötkolben in der Hand. Der eine - von der größeren Menge Zuschauer umringt - ist dabei, ein altes Radio zu reparieren. Der zweite - und das finde ich viel interessanter - lötet gerade das Kabel von einem Paar Ohrstöpsel. Mit Ohrstöpseln meine ich diese ganz einfachen Kopfhörer zum Musik hören - Kategorie unter fünf Euro - in Europa. Hier scheint ein in meinen Augen so "minderwertiges" Produkt einen so hohen Wert zu haben, dass sich eine verhältnismäßig aufwändige Reparatur lohnt. Nicht falsch verstehen - ich bin ein großer Fan davon, alles nach Möglichkeit zu reparieren. Kürzlich wurde ich sogar mal schief angeguckt mit dem Spruch dazu: "Sylvia, du versuchst aber wirklich alles zu reparieren oder reparieren zu lassen, was geht!" - als wäre es etwas furchtbar verwerfliches. Ich wünschte, wir hätten "zuhause" mehr Leute, die so denken würden wie die Kubaner. Aber das scheint nur zu funktionieren, wenn man nicht die Wahl hat...

Nach der Schule eine Runde baden. Und danach geht's in den nassen Klamotten wieder zurück in die Stadt - bis zuhause sind die sowieso trocken (wir haben die Gruppe von Kindern eine Stunde später noch mal wiedergesehen...)

Blick auf den industriellen Teil der Stadt. Einen weißen Sandstrand findet man in Cienfuegos nicht.
(Aublick vom Dach des Palacio Ferrer)

Der erste Cocktail in Cuba: natürlich ein Mojito mit "Havana Club" und frischer Minze.

Gutes Essen für wenig Geld: Am Prado in Cienfuegos gibt es einige günstige Restaurants.

Eines der Gebäude, die eindeutig eine aufwändige Sanierung wert sind: der Palacio Ferrer.
Auf dem Gebäude gibt es einen grandiosen Aussichtsturm, der sich derzeit in Renovierung befindet.




0 Kommentare:

Von Matanzas nach Cienfuegos - öffentliche Verkehrsmittel in Kuba

10:50 Einsame Insel.de 0 Comments

Alle Straßen Kubas führen nach Havanna. Zumindest bekomme ich schnell den Eindruck, dass man in jedem kleinen Ort relativ schnell herausfindet, wie man in die Hauptstadt kommt. Sobald man sich aber in die andere Richtung bewegen will, muss man relativ genau wissen, wie man dort hin kommt oder aber zumindest eine gute Landkarte haben. Eine wetterfeste Straßenkarte im Maßstab 1:600.000 habe ich bereits vor Abflug im Internet gekauft. Unser erstes Ziel nennt sich Cienfuegos oder liebevoll auch "Die Perle des Südens" genannt.


Man beachte die schwarze Rauchfahne hinter dem hübschen roten Gefährt. Vielleicht kann man sich ungefähr vorstellen, welche "Dürfte" die Nase in engen Straßen in Kuba vernimmt.

Die Verkehrsmittel in Kuba: Langstrecke

Die angeblich so komfortablen, praktischen, preisgünstigen und pünktlichen Busse von "Viazul" (die Ironie, mit der ich das gerade schreibe, wird in einem späteren Artikel vermutlich deutlich) fahren zwar von Havanna nach Cienfuegos, wir haben aber wenig Lust, erst einmal zwei Stunden in die falsche Richtung zu fahren und entscheiden uns, nach Alternativen zu suchen.
Einen großen Busbahnhof hat Matanzas nicht, dafür aber einen Bahnhof. Evilio aus unserem Casa erklärt, dass es die ganz billige und nicht so sichere Variante gibt und die etwas teurere, aber komfortablere und schnellere Variante. Wir entscheiden uns für letztere und laufen mit unseren Rucksäcken zum Bahnhof.
Unser erstes Verkehrsmittel an diesem Tag wird ein sogenanntes Collectivo. Das ist eine Art Sammeltaxi, das eine feste Strecke fährt, in dem in der Regel jeder Fahrgast einen eigenen Sitzplatz bekommt und zusätzlich (wenn auch auf dem Dach des Fahrzeuges) ausreichend Platz für das Gepäck ist. Relativ schnell ist klar, dass die jungen Männer, die uns "helfen", das richtige Fahrzeug zu finden, eine kleine Provision kassieren. Aber auch wenn wir am Ende einen leicht erhöhten Fahrpreis von 3CUC (ca. 3$) zahlen, ist das für eine Strecke von rund 80 km in einem relativ komfortablen Fahrzeug schon in Ordnung. Colón liegt, genau wie Aguada de Pasajeros, auf unserer Strecke und ist einfach der erstbeste Ort, den wir auf der Landkarte gefunden haben, zu dem außerdem ein Collectivo fährt. Wir lernen einige Straßen im Zentrum kennen, kaufen frittiertes Kartoffelgebäck mit scharfer Soße, das uns schon in Matanzas so gut geschmeckt hat und haben in dem Mini-Städtchen nicht einmal Probleme, Trinkwasser zu kaufen (sogar gekühltes!).
Den zweiten Streckenabschnitt legen wir ebenfalls mit einem Collectivo zurück, der allerdings deutlich enger wird als der erste. Die Einkäufe der Passanten müssen schließlich auch im Wageninneren Platz finden: ob Eimer, Besen, Ventilatoren oder einfach Lebensmittel - alles findet irgendwo Platz in dem geräumigen Oldtimer.

Wir würden auch die Eisenbahn nehmen, aber hier in Colón ist sie wohl Geschichte.

Die preisgünstigste Art in Kuba zu reisen: Camiónes

Wir lernen ein weiteres kubanisches "Nahverkehrsmittel" kennen: die Camiónes. Wörtlich, so lese ich gerade nach, ist ein camión einfach nur ein Lastwagen. In Kuba handelt es sich hierbei um einen umgebauten Kleinlaster, der zwar von außen wirkt wie ein Viehtransporter, aber von innen komfortabler wirkt als erwartet. Vorne kann Gepäck gelagert werden - zumindest wenn man rechtzeitig an Board ist, findet man hier Platz für seine Habseligkeiten. Mit einer größeren Gruppe von Backpackern vermutlich etwas schwieriger als zu zweit. Auf der Ladefläche sind längs zwei bis vier Bänke (meist aus Stahl) angeordnet, die zwar wenig Sitzkomfort bieten, aber immerhin ermöglichen, dass man zwischen Sitzen und Stehen wechselt und vor allem an der Außenwand frische Luft und den Blick in die Landschaft genießen kann. Bei Regen kann es allerdings ungemütlich werden, wenn es keine Planen zum Herunterrollen gibt (wer öfter mit diesen Fahrzeugen fährt und die Wahl zwischen mehreren hat: die Luft ist deutlich angenehmer, wenn es nach vorne eine Belüftungsöffnung bzw. ein offenes Fenster oberhalb der Fahrerkabine gibt).

Sehen auf den ersten Blick aus wie ein Viehtransporter: die Camiones in Cuba (hier Vinales)

Mir gefällt an den Fahrten in Camiónes, dass man häufig die Möglichkeit hat, Snacks wie Früchte, Nüsse oder Pizza und Getränke zu kaufen, ohne das Fahrzeug zu verlassen. Und nicht nur wenn man mit seinen Nachbarn teilt, kommt man schnell mit Einheimischen ins Gespräch. Längere Fahrten kosten übrigens je nach Entfernung 10 - 30 Pesos (0,40€ - 1,20€) - ein Bruchteil von den Ticketpreisen von Viazul (Matanzas - Cienfuegos kostet so rund 5 Euro, mit Viazul über Havanna wären es rund 25 € gewesen und zeitlich vermutlich nicht schneller).

Nichts für die Langstrecke: Fahrradtaxis (hier bei strömendem Regen in Havanna)

Der riesige Vorteil der "normalen" kubanischen Verkehrsmittel, die im Gegensatz zum Viazul-Bus kaum von Touristen genutzt werden: man kann häufig nicht nur am teilweise abgelegenen Busbahnhof aussteigen sondern auch im Zentrum der Stadt und entkommt so den Schleppern, die oft den ankommenden Touristen auflauern, wenn sie aus den großen Reisebussen aussteigen.

Zwischen kleineren Orten oder Ortsteilen verkehren häufig diese Personenkutschen. Offenbar kann man auch gleichzeitig auf Kutsche und Fahrrad sitzen (Schnappschuss aus Baracoa).

Der erste Eindruck in Cienfuegos ist gleich ein ganz anderer als in Matanzas: die Luft ist wesentlich besser, ich muss mir nicht ständig einen Schal vor's Gesicht halten, wenn ein Oldtimer vorbei  kommt. Die Stadt hat eine vollkommen andere Atmosphäre als die Arbeiterstadt im Nordwesten.

0 Kommentare:

Klarkommen in Kuba

10:59 Einsame Insel.de 1 Comments

Zwei verschiedene Währungen, essen an Straßenständen, Wasser kaufen - wie funktioniert das eigentlich alles in Kuba?

Ich habe unruhig geschlafen, die Nacht war viel zu heiß und ich konnte mich nicht entscheiden, ob mich die Hitze oder der Lärm der Klimaanlage mehr vom Schlafen abhält. Meistens läuft es bei tropischen Klimaverhältnissen darauf hinaus, dass ich die Klimaanlage so lange laufen lasse, bis ich fast eingeschlafen und sie dann ausschalte. Wenn ich glück habe, werde ich nachts nicht von der hohen Temperatur wach. Ich werde vermutlich mal wieder ein paar Tage brauchen, bis ich mich an die starke Klimaveränderung gewöhnt habe. Zwar war es in Deutschland bei Abreise noch nicht so kalt, wie man es im "tiefen Winter" erwarten könnte, trotzdem macht sich ein Temperaturunterschied von rund 20°C doch bemerkbar.



Schwarze Luft auf den Straßen von Matanzas
Wir treten auf die Straße vor unserem Casa, das sich "Maria y Jesús" nennt und atmen die frisch verpestetet Oldtimer-Luft ein. Es riecht nach Qualm, nach Benzin, vielleicht auch nach Öl - zusammengefasst eher wie an einer Autorennstrecke oder in einer Werkstatt. Ich male mir aus, dass ich in den nächsten vier Wochen wahrscheinlich so viele Schadstoffe einatme wie sonst in einem Jahr in Deutschland nicht. Umweltplaketten in Stadtzentren - auf so eine Idee käme in Kuba mit Sicherheit niemand. In Matanzas könnte man dann wahrscheinlich die Fahrzeuge, die noch fahren dürften, an einer Hand abzählen. Trotzdem: Irgendwie gehört dieser Geruch zu diesem Land und passt zu dem Bild, was sich mir in den nächsten Stunden bietet: amerikanische Oldtimer aus den 1950er-Jahren parken am zentralen Platz und rattern durch das Zentrum von Matanzas, dazwischen Fußgänger, seltener ein Fahrradfahrer und ein paar Busse, deren Heck meistens hinter einer schwarzen Wand aus Abgasen verschwindet.


Geld abheben und wechseln in Kuba
In Matanzas gibt es mindestens drei Geldautomaten, die offenbar alle funktionieren und wir haben keinerlei Schwierigkeiten, an die Devisenwährung CUC (Peso Convertible) zu kommen. Alle Banken scheinen 2-3% des abgehobenen Betrages Gebühr zu nehmen, die jedoch bei der DKB auf Anfrage zurückerstattet werden (hat bei mir bisher immer problemlos funktioniert). Der CUC ist direkt an den Dollar gekoppelt, sodass auf der Kreditkartenabrechnung hinterher immer der Tageskurs des USD angeführt wird. Übrigens scheint die VISA-Karte in Kuba überall problemlos zu funktionieren, wohingegen amerikanische Karten (master, american express) gar nicht akzeptiert werden.
Interessant zu wissen ist auch, dass man in den Wechselbüros keine Gebühren zahlt, mit einer Ausnahme: Beim Tausch von USD in CUC wird eine Gebühr von 10% einbehalten. Also unbedingt Euro und keine Dollar-Noten mitbringen!

Essen aus der Pappschachtel: nicht jedermanns Sache und auch nicht jedermanns Geschmack: Reis mit Hähnchen, Banane, Avocado und einer Scheibe Schinken. Die Alternative wäre eine Pizza mit Käse gewesen. 

Verwechslungsgefahr: die beiden kubanischen Währungen
Was offenbar viele Touristen nicht wissen: es gibt in Kuba zwei Währungen:
- Peso Convertible (CUC): 1 CUC = 1 USD (ca. 0,90 €)
- Peso Cubano (auch "moneda nacional"): 25 Peso = 1 CUC = 1 USD
Das bedeutet, es gibt also den kubanischen Peso, der einen Wert von etwa 4 Cent hat. Auf Märkten, in kleinen Läden, an Straßenständen, in einigen Restaurants und Cafeterias kann mit dem Peso Cubano gezahlt werden, wohingegen Unterkünfte oder Taxifahrten immer in der Devisenwährung bezahlt werden. Hier ein paar Preisbeispiele:

- kleine Pizza am Straßenrand: 5 Pesos (0,20 €)
- 5 Bananen auf dem Markt: 5 Pesos (0,20 €)
- eine Ananas auf dem Markt: 12 Pesos (0,50 €)
- Brötchen mit Ei am Straßenrand: 3-5 Pesos
- Erfrischungsgetränk am Straßenrand: 1 Peso (0,04 €)
- Fruchtsaft an Straßenstand: 2 Pesos (0,08 €)
- abgepackter Saft, Softdrink im Supermarkt: 0,55 CUC
- 1,5l Trinkwasser im Supermarkt: 0,70 CUC
(manchmal bis zu 2,00CUC in touristischen Gegenden)
- Essen in Peso-Restaurant: 20-50 Pesos (< 2,00 €)
- Essen in Devisenrestaurant: 4-12 CUC
- Übernachtung in Casas Particulares: 20-30 CUC (für Alleinreisende 15 CUC)
- Frühstück im Casa: 3-5 CUC
- Abendessen im Casa: 8-10 CUC

Preise verschiedener Verkehrsmittel werde ich an anderer Stelle aufführen.
Es lohnt sich in jedem Fall bei einem Kubaurlaub, der sich nicht auf Strand-/Hotelurlaub beschränkt und mit Vollverpflegung ausgestattet ist, ein paar CUC in Pesos zu tauschen. Der offizielle Kurs ist 1:25, man erhält jedoch immer 24 Pesos für einen CUC, also 240 für 10 CUC. Mit 240 Pesos in der Tasche, die wir am ersten Tag unserer Reise getauscht haben, kommen wir schon ganz weit - immerhin kann man davon über 40 Pizzen kaufen :-)

Oldtimer gibt es in Matanzas wie Sand am Meer - in den engen Straßen des Zentrums merkt man das an der Luftqualität.


Was ich nicht bezahlen kann, bekomme ich geschenkt!
Auf der Suche nach einem guten Frühstück für unseren ersten Urlaubstage, kommen wir an einer Panaderia, also einer Bäckerei vorbei. Hier gibt es ausschließlich einfache weiße Brötchen, die ein wenig den deutschen Milchbrötchen der Mürbchen ähneln, aber nicht so süß sind. Die Schlange ist kurz und ich komme schnell dran. Pro Person darf nur ein Brötchen gekauft werden, jedes Brötchen kostet einen Peso. Wir hätten also gerne zwei Brötchen und möchten mit einem 20-Peso-Schein bezahlen - einen kleineren Schein haben wir beim Geldwechsel nicht bekommen. Die freundliche Verkäuferin kann uns den Schein nicht wechseln, auch in der anderen Währung haben wir noch keine kleinen Einheiten (häufig kann man auch 0,05 CUC statt einem Peso bezahlen). Statt dass wir weggeschickt werden, bekommen wir kurzerhand die beiden Brötchen geschenkt. Fast unvorstellbar, dass mir so etwas in Deutschland passiert. Natürlich gibt es bei uns beim Bäcker nichts für 5 Cent...



Leider ausverkauft, Nachschub kommt bestimmt irgendwann...
Trinkwasser. Essentiell für jedermann, sollte man meinen. Leider kommt es in Kuba nicht aus dem Wasserhahn (mit Ausnahmen) und ist höchstens abgekocht genießbar. Der gemeine Tourist versucht also, in einem Supermarkt oder kleinen Laden/ Kiosk, Wasser in Flaschen zu kaufen. In Kuba gibt es generell nur eine Marke, von der Wasser in 0,5 und 1,5 Liter-Flaschen (selten auch mit Kohlensäure) sowie in 5 Liter-Kanistern angeboten wird. Zumindest in der Theorie. In Matanzas klappern wir nacheinander die kleinen Supermärkte ab, finden aber in keinem Trinkwasser. Klar kann man in vielen Straßenlädchen Fruchtsäfte und andere viel zu süße Erfrischungsgetränke erwerben, aber nirgendwo bekommen wir Wasser.
An diesem ersten Tag in Kuba haben wir noch keine Ahnung, wie uns das Trinkwasser-Beschaffungs-Thema in den nächsten vier Wochen verfolgen wird.

Dafür mussten wir den "Berg" besteigen: endlich Wasser und andere kühle Getränke!


Monserrate: Aussichtspunkt über Matanzas
Nachdem wir den Tag mehr mit der Eingewöhnung ins kubanische Leben als mit irgendwelchen besonderen Aktivitäten verbracht haben, nehmen wir uns für den späten Nachmittag den Aufstieg auf den Monserrate bzw. den Berg vor, auf dem eine Kirche mit diesem Namen steht. Dank eines überwiegend rechtwinkligen Straßensystems lässt es sich in vielen kubanischen Städten ausgesprochen einfach zurecht finden, sodass auch der Weg zu unserem heutigen Ziel in zwei, drei Sätzen erklärt ist. 
Neben der asphaltierten Straße begegnen wir neben einigen Kindern und älteren Kubanern auf dem Heimweg auch Pferden, Ziegen, Schweinen und Hühnern. Selten sind die Tiere eingezäunt, oft mit einem Seil angebunden.
Oben angekommen beobachten wir eine Vielzahl von Truthahngeiern, die mit ihren fast zwei Metern Spannweite elegant über uns in der stillen Abendluft kreisen.
Eine von einigen Einheimischen besuchten Cafeteria verkauft brasilianisches Bier (dabei schmeckt das kubanische viel besser, wie wir später feststellen) und wir gönnen uns eine kleine Abkühlung, bevor es nach Sonnenuntergang wieder zurück ins Tal geht.


Truthahngeier über Matanzas
Abendstimmung in Matanzas

Abendstimmung in Matanzas



1 Kommentare: