Weinberge, schönes Wetter und ein Flugplatz: Landau in der Pfalz

03:52 Einsame Insel.de 0 Comments

Es ist ein komisches Gefühl, meine Sachen für einen kleinen Ausflug zu packen. Mal abgesehen von dem üblichen "Gezumpel", das zum Flugzeug gehört und sich dieser Tage sowieso dauerhaft in meinem Auto befindet, brauche ich eine ganze Menge Ausrüstung für die kommenden Tage: Zelt, Luftmatratze, Schlafsack und vielleicht ein paar mehr Klamotten als drei Tshirts und eine Jeans. Die Erfahrung der vergangenen Monate sitzt tief und irgendwie kommt es mir merkwürdig vor, einen Haartrockner und ein paar "schickere Schuhe" einzupacken - falls man abends mal zusammen ausgeht. Mit meinem kleinen Rucksack käme ich hier wohl nicht sehr weit... Umgewöhnen ist angesagt.

Mein ganzer Stolz: die gute Hängematte aus Ecuador, die es sich definitiv gelohnt hat, durch die Gegend zu schleppen. Endlich kommt sie zum Einsatz :)
In Nordrhein-Westfalen ist Feiertag und die Autobahnen sind frei. Die Libelle läuft sauber hinter dem Zugfahrzeug im Hänger und macht keinen Mucks. Ich bin zum telefonieren verabredet, mit Johannes aus Costa Rica, der demnächst in Deutschland ist und mit dem man sich aufgrund der Zeitverschiebung relativ genau absprechen muss. Zeitlich passend fahre ich an der Rastsätte "Moseltal" raus, mein Halt führt allerdings nicht zu dem Telefonat, das wir kurzfristig verschieben, sondern zu einer neuen Begegnung. Magaritha und Johannes sind auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit, was man ihnen mit Ruckack und Gitarre im Schleptau am Parkplatz stehend durchaus ansehen kann. Ich hatte schon auf er Fahrt darüber nachgedacht, wie einfach es wohl in Deutschland ist, per Anhalter zu fahren. Um Ostern habe ich in Chile noch ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht und mir vorgenommen, in Deutschland Anhalter mitzunehmen - sofern ich denn mal welchen begegnen würde.


Gerade noch vor Sonnenuntergang den Hänger abgestellt - Ich freue mich im Moment täglich über die vielen Sonnenstunden, die wir hier haben. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass es um sechs Uhr dunkel wird, ist es grandios, auf einmal vier Sonnenstunden mehr am Abend zu haben.

Trotz umgeklappter Rückbank und ganz schön viel Gepäck meinerseits (...was ist nur aus meinen elf Kilogramm geworden?) lässt sich verhältnismäßig schnell Platz schaffen für die beiden und wir setzen unseren Weg "Richtung Karlsruhe" fort. Das junge Pärchen erwartet Nachwuchs, denkt über die Anschaffung eines kleinen Busses nach, da Trampen mit Kleinkind vermutlich weniger einfach sein würde. Wir reden über "typisch Deutsches" und über die großen Nachteile und die großen Vorteile, hier zu leben (und natürlich über das Segelfliegen und darüber, dass sich in meinem Anhänger kein Boot befindet, das auf dem Rücken liegt). Es ist wieder ein bisschen, wie unterwegs in Südamerika. Spontanbegegnung, nettes Gespräch, und zwei Stunden später sitze ich wieder alleine im Auto und erreiche den Flugplatz Landau Ebenberg.

Ich bin erstmal alleine, baue in Ruhe mein kleines Zelt auf (endlich wieder ein eigenes Zuhause...) und hänge meine Hängematte, die ich auf dem Markt in Otavalo (Ecuador) erstanden habe, endlich zum ersten Mal zwischen zwei Bäumen auf. Das Wetter für das Wochenende sieht gut aus und ich blicke voller Vorfreude auf die kommenden Tage in der Luft und am Flugplatz!

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