Isla Isabela - Die schönste der Galapagosinseln?
Das klare türkisblaue Wasser im Hafen reflektiert die Mittagssonne, ein paar Seelöwen spielen im Wasser, andere faulenzen im Schatten der Bäume auf Plastikliegestühlen und Holzbänken. Der Strand ist gesäumt von Palmen und der erste Eindruck ist nicht zu vergleichen mit dem der viel hektischeren Isla Santa Cruz, von der ich gerade komme. Etwas nervig finde ich, dass das Boot nicht bis an den Anleger fährt – stattdessen müssen alle Fahrgäste noch einmal in ein Taxiboot umsteigen, die Fahrt zusätzlich zahlen, um dann am Pier noch eine Hafensteuer von fünf Dollar zu bezahlen. Da hätte es sich durchaus gelohnt, die letzten zwanzig Meter zu schwimmen. Bei der nächsten Inseltour brauche ich wohl einen wasserdichten Rucksack!
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| Zu manchen Tageszeiten findet man an dem südlichen Strand auf der Isla Isabela ausschließlich Fußspuren von Tieren vor. Heute war wohl etwas mehr los und erst jatzt am Abend leistet mir außer diesem Vogel niemand hier Gesellschaft. Schön! |
Ich habe in einem Blog schon von einem Hostel auf dieser Insel gelesen, das neben günstigen Unterkünften auch Möglichkeit zum Kochen bietet. Wieder einmal stellt sich heraus, dass es hier definitiv zu zweit einfacher ist, günstig zu reisen. Man zahlt zwar in allen Hotels bzw. Hostels immer pro Person (wobei mir hier der Unterschied zwischen den beide Begriffen wirklich nicht klar wird), aber alleine ist es doch schwieriger, ein günstiges Zimmer zu bekommen. Hostels im mir bekannten Sinne mit geteilten Zimmern, Gemeinschaftsküche und der typischen Atmosphäre, in der man schnell andere Reisende kennenlernt, gibt es offenbar hier nicht. Insofern ist es auf jeden Fall angenehm, dass wir im Moment zu zweit unterwegs sind und auf dieser Insel am zweiten Tag eine Tour machen werden, auf der man ein paar Leute kennenlernt.
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| Mehr Tierspuren als Fußabdrücke am Strand - Isla Isabela. |
Heute geht es erst mal zur „El Muro de lagrimas“ - dabei geht es allerdings weniger um die Lavasteinmauer am Ende des rund acht Kilometer langen Weges, als mehr um den Weg und die vielen möglichen Zwischenstopps. Das schöne an der Insel Isabela ist, dass man direkt vom Hafenort aus einen sehr langen, breiten und einsamen Sandstrand erreicht, den man (im Gegensatz zu einigen anderen Stränden hier) zu jeder Uhrzeit betreten kann. Der erste Teil des Weges zur fraglichen Mauer führt am Strand entlang (oder auf der parallelen Straße, wenn man sich lieber mit dem Fahrrad fortbewegen möchte), danach geht es auf der Straße weiter. Ausnahmsweise mal gut bezeichnet sind die vielen kleinen Wege, die links und rechts zu kleinen „Sehenswürdigkeiten“ führen – sogar jeweils mit einer auf den Meter genauen Distanzangabe (zwischen 52 und 272 Metern, wenn ich mich recht erinnere). Zu sehen gibt es Mangrovenwälder (ich wusste nicht, dass es vier verschiedene Arten von Mangroven gibt), kleine Lagunen, stinkende Wasserlöcher mit hohem Salzgehalt, einen kleinen Lavatunnel und einen Aussichtspunkt, der den Blick über die weite Landschaft, das endlose Meer und die kleine Stadt ermöglicht. Interessant ist der „Playa del Amor“, an dem unzählige Leguane ihre Eier vergraben haben und jetzt aufpassen, dass niemand ihren zukünftigen Kindern Schaden zufügt.
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| Leguane mit Vorliebe für die Brandung: untätig sitzen sie auf dem Lavagestein am Playa del Amor. |
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| Achtung, hier werden Eier gelegt - Strand nicht betreten! |
Als ich am Abend bei Sonnenuntergang noch einmal den Strand entlanglaufe, bin ich froh, dass ich nicht die meiste Zeit hier auf einem Boot verbringe. Schon bei der Überfahrt von Panama nach Kolumbien hat es mich gestört, dass ich nie zum Sonnenauf- und Untergang am Strand sein konnte (oder zumindest nicht mit Kamera, da ich sie nicht trocken an Land bringen konnte).
Liebe Sylvia,
AntwortenLöschenein ganz toller, gelungener und vor allen Dingen entspannter Bericht...
Toll, toll, traumhaft!