Verspielte Seelöwen - Schnorchelerlebnis der besonderen Art

09:42 Einsame Insel.de 0 Comments

Luisa und Patric sind schon ein paar Tage auf den Galapagosinseln unterwegs und haben bereits an einigen Tauch- und Schnorcheltouren teilgenommen. Die beiden sind ganz fasziniert von der Unterwasserwelt und berichten begeistert von ihren Erlebnissen. Heute sind wir zusammen auf einem kleinen Motorboot und lassen uns zur Isla Tortuga fahren, wo einige von uns Tauchen und einige Schnorcheln werden. Ich habe zwar auch vor, in den nächsten Tagen ein oder zwei Tauchgänge zu machen, heute werde ich allerdings Schnorcheln. Der Kostenaufwand fürs Tauchen ist hier wesentlich höher als der fürs Schnorcheln und vor allem höher als bei den Anbietern auf der Insel Santa Cruz, auf die ich noch einmal zurückkehren werde. Auf der Insel Isabela gibt es offenbar derzeit nur einen einzigen Anbieter, sodass es keinerlei Konkurrenz gibt und die Preise 25% höher sind als auf der Nachbarinsel. Auf dem kleinen Boot geht es relativ hektisch vor und es bleibt für die Taucher wenig Zeit zum vorbereiten und überprüfen des Equipments. So wahnsinnig professionell geht es hier jedenfalls nicht zu.



Ausgestattet mit einem drei Millimeter dünnen Neoprenanzug geht es vor der Schildkröteninsel ins kühle Nass. Und kühl ist dabei leicht untertrieben. Das Wasser ist eiskalt. Ich weiß nicht, wie niedrig die Wassertemperatur wirklich ist, aber bei dem Gedanken, dass ich meinen letzten Tauchgang im Bikini gemacht habe, fröstelt es mich noch mehr. Wir sollen den aufsteigenden Luftblasen der Taucher folgen um dann in einer knappen Stunde wieder vom Boot aufgesammelt zu werden. Weil die Taucher sich in einer nicht allzu großen Tiefe befinden, habe ich das Gefühl, fast genau so viel sehen zu können – auf die Hälfte der Tiefe komme ich auch mit Maske, Schnorchel und Flossen. Ein Argentinier ist ein lizenzierter Apnoetaucher und scheint keine Probleme zu haben, ohne weitere Hilfsmittel auf zwölf Meter runter zu tauchen. Ich nehme mir vor, mich darüber zu informieren, wie man das längere Luftanhalten trainiert und mich in dieser Disziplin in Zukunft zu üben. Eigentlich macht mir Schnorcheln mehr Spaß als Tauchen, da ich ohne Tank und Regulator das Gefühl habe, mich viel freier und unbeschwerter bewegen zu können. Es wäre großartig, auch mal etwas tiefer als fünf Meter zu kommen und etwas mehr Zeit zu haben, bevor man wieder der Oberfläche und der Atemluft entgegenstreben muss. Aufgrund der Wassertemperatur versuche ich mich so viel wie möglich zu bewegen und oft ein paar Meter abzutauchen – und das ist auch nötig, um wirklich etwas zu sehen. Neben ein paar Fischen entdecke ich eine Schildkröte und schließlich sogar einige Haie – Riffhaie und tatsächlich auch ein oder zwei Hammerhaie. Die charakteristischen Auswüchse am Kopf kann man interessanterweise von der Seite kaum wahrnehmen, sodass ich erst wenn der Hai seinen Kopf dreht sehen kann, ob es sich um einen Hammerhai handelt. Galapagoshaie soll es hier auch geben, aber deren äußeren Merkmale sind mir nicht ganz klar. Eine Nationalparkführerin – das sagt zumindest ihre Kleidung – die mit uns schnorchelt, kann komischerweise auf die meisten Fragen keine Antwort geben. Sie ist auch zuvor noch nie hier gewesen. Eher mittelmäßig begeistert kehren wir auf das Boot zurück und bekommen mit, dass es auch einigen Tauchern nicht besser ergangen ist. Patrick musste den Tauchgang früher abbrechen, da sein Tank ein Leck hatte und er konstant Luft verloren hat. Sehr vertrauenerweckend! 


Unser zweites Ziel ist ein kleiner Felsen auf hoher See, auf dem sich eine ganze Reihe Seelöwen tummeln. Es dauert ewig, bis ich im Wasser bin, da bei den Tauchern ein bisschen Durcheinander herrscht und scheinbar das mangelhafte Equipment nicht aussortiert sondern an einen anderen Taucher weitergegeben wird. Eine Schweizerin entscheidet sich sogar aufgrund der schlechten Erfahrungen beim ersten Mal nicht mehr ins Wasser zu gehen. Wieder im Wasser ist für mich schnell klar, dass sich der Tagesausflug doch gelohnt hat – für eine ungewöhnliche Erfahrung.
Eine kleine Gruppe Seelöwen mischt sich unter das Grüppchen schnorchelnder Touristen und scheint einen ausgeprägten Spieltrieb zu haben. Besonders, wenn ich ein paar Meter unter Wasser tauche, folgt mir einer der Seelöwen und schwimmt um mich herum, dreht sich auf den Rücken, sodass er mich besser im Blick hat. Immer wieder schwimmt ein Tier auf mich zu, um dann in der letzten Sekunde, bevor seine Schnauze mein Gesicht berührt, abzudrehen. Häufig bewegen die Seehunde relativ ruckartig ihren Kopf in meine Richtung, sodass ich ein wenig Angst habe, dass sie mich möglicherweise doch beißen wollen – was aber natürlich nicht passiert. Chi aus Japan, die übrigens die hier gezeigten Fotos geschossen hat, meint zwischendurch, die Seehunde wollen bestimmt nur Küssen. Wer's glaubt... 



Manchmal muss ich so lachen, dass dass meine Maske voll Wasser läuft und ich Wasser schlucke, aber trotzdem habe ich einen Riesenspaß. Chi und ich bleiben trotz Kälte sehr lange im Wasser und müssen uns irgendwann auf Aufforderung wieder auf den Weg zum Boot machen, als alle anderen bereits an Board sind. Unsere beiden treusten Spielgefährten folgen uns sogar bis zum Boot und scheinen sich zu verabschieden. Ein großartiges Erlebnis! 



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