Saigon - Phnom Penh - Siem Reap

20:46 Einsame Insel.de 0 Comments

Guten Morgen! Ist schon ein paar Tage her, dass wir uns gemeldet haben. Ich werd mal ein paar Eindruecke der letzten Tage wiedergeben, soweit es meine kaum funktionierende Tastatur hier zulaesst.
Die Fahrt nach Kambodscha also… es ging gegen sechs Uhr los: erstes Hindernis war die Hoteltuer. Die Angestellten unsere Unterkunft, eins dieser typischen Gaestehaeuser, diesmal mit grossem Restaurant im Erdgeschoss, schliefen noch ueberall auf dem Boden oder mehreren zusammengerueckten Stuehlen. Der “Chef” wurde aber relative schnell wach und liess uns ins Freie. Der Verkehr in Saigon war unglaublich…

ich erinnere mich an eine Ampel, an der wir locker Zehn Ampelphasen standen, ohne auh nur einen Meter vorwaerts zu kommen. Die vielen Rollerfahrer nutzten mitunter die Gehwege oder warteten mehr oder weniger geduldig, rauchend, sms-schreibend im Regen auf irgendeine Bewegung.
Im Bus stellte sich schnell heraus, dass unser abgezaehltes Rest-Geld nicht fuer zwei Visa reichen wuerde. Statt 20$ oder 400.000 Dong sollte das Visum auf einmal 25% mehr kosten. Ein wenig Panik machte sich breit, denn wuerden wir keine Bank finden, muessten wir moeglicherweise den Bus an der Grenze davon fahren lassen. Im Endeffekt bekamen wir die fehlenden drei Dollar geliehen und konnten bei der Fruehstueckspause hinter der Grenze Travellercheques in Bargeld umwandeln… fuer Fruehstueck reichte dann die Zeit nicht mehr.. der Bus hupte schon und haette uns fast stehen lassen :)
Die zweite Pause sollte in Phnom Penh beim Buswechsel stattfinden.
Mit ueber einer Stunde Verspaetung wollte der Anschlussbus leider nicht laenger warten… wenige Minuten spaeter waren wir allerdings dankbar fuer das schnelle Umsteigen. Unsere Maegen knurrten vor sich hin… wir verliessen den Bus.. und – Kambodscha-Erlebnis Nr.1 – wurden sofort belagert. Ich war als erste aus dem Bus und konnte dem noch halbwegs entgehen, aber Lisa war absolute perplex und konnte es nicht fassen. Das Gepaeck wird einem fast aus der Hand gerissen von Menschen, die einem eine Unterkunft oder eine Fahrgelegenheit aufschwatzen wollen. Der grosse Andrang wird schon abgebremst durch einige Blechstellwaende, die Mitarbeiter der Busgesellschaft um die Gepaeckfaecher anordnen. Zwischen den beiden Bussen sind es keine zwanzig Meter, wir sind heilfroh als wir das “rettende Ufer” erreichen.
Eine aehnliche Situation beim Warten auf die Faehre: der Bus steht im Stau mitten in einer Art Markt: Kinder, alte Menschen, Behinderte, klopfen an die Fenster, betteln oder bieten Waren an. Man hat schon den Satz im Ohr “only one dollar, it’s cheap for you!” - der uns in diesem Land weiter verfolgen wird…
Oh je, es tut mir leid, dass ich wieder so ausfuehrlich werde… mit lauter unwichtigen Details. Oder zumindest Details, die vielleicht fuer Aussenstehende ziemlich langweilig sind…
Cambodia.. die Fahrt.. die ersten Kilometer hinter der Grenze denke ich noch: ach, fliessender Uebrgang, kein riesen Unterschied…
Das aendert sich schnell: die moisten Haeuser stehen auf zwei Meter hohen Stelzen, groesse Teile der Felder, Wege, “Grundstuecke” neben der etwas hoeher liegenden Strasse sind ueberschwemmt. In der Hauptstadt wurde kurz vor Buswechsel angekuendigt, dass der Bus Richtung Kueste nicht fahren wuerde, die Strassen seien nicht befahrbar wegen Ueberschwemmung in den letzten Wochen (warum erfaehrt man das nicht vor Reiseantritt?).
Wir passieren im Grunde keine (groesseren) Staedte mehr. Die Strassen sind in weiten Teilen von einfachen Haeusern, teilweise eher Holzhuetten, gesaeumt, zwischendurch taucht mal eine kleine Ortschaft ode rein Markt an der Strasse auf. Einige Menschen sind mit der Reisernte beschaeftigt, andere sitzen in ihren erhoehten Hauseingaengen auf der Treppe und schauen dem Regen zu. Kinder treiben Kuehe an der Strasse entlang, einige Male muss der Bus stark Bremsen, manchmal reicht ein kurzes Hupkonzert. Ein Junge badet mit einer Kuh vor dem Haus in den tiefen “Pfuetzen”, eher ein Teich.
Frauen und Kinder waschen ihre Kleidung in aehnlichen Wasserstellen, Maenner putzen ihre Motorraeder. Hier und da wird gekocht – Lisken und ich haben immer noch nichts gegessen.
In Vietnam haben wir alle groesseren Strecken bei Naht zurueckgelegt, trotzdem hat man schnell den Eindruck, dass hier in Kambodscha deutlich groessere Armut herrscht. Auch die Staende auf den Maerkten sind offenbar nicht fuer Touristen augelegt: es gibt frisches Fleisch, getrockneten Fisch, Fruechte usw. – ausgebreitet auf Tischen oder Decken.

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