Einladung zur Vernissage: 9. Januar 2015

05:49 Einsame Insel.de 1 Comments

Endlich ist es soweit: Am Freitag, den 9. Januar 2015 habt ihr die Möglichkeit, meine Fotos erstmalig live und in Farbe zu betrachten! Seit Sommer läuft bereits meine Fotoausstellung FERNSUCHT im Wupperverband, zu der allerdings die Öffentlichkeit in der Regel keinen Zutritt hat.



Vielleicht habt ihr schon eine Postkarte von mir erhalten oder sie ist noch auf dem Weg, ansonsten hier noch mal die wichtigen Informationen:


Vernissage zur Fotoausstellung
"FERNSUCHT"

am 9. Januar 2015
16:30 - 17:30 Uhr

Wupperverband
Untere Lichtenplatzer Straße 100
42289 Wuppertal

Es gibt einige Parkplätze vor dem Eingang des Bürogebäudes sowie eine Busshaltestelle in unmittelbarer Nähe.
Auf der Website des Wupperverbandes findet ihr weitere Informationen sowie voraussichtlich in der zweiten Januarwoche in der Lokalpresse.


Folgende Bilder werden Teil der Ausstellung sein, die gut zwei Dutzend Fotografien umfasst.

Lieblingsfarben | Bali, Indonesien | Sylvia Carola Schuster | Fotoabzug 250 x 75cm



Cataratas do Iguacu I | Sylvia Carola Schuster | Fotoabzug 200 x 75cm


Estación lluviosa | San Pedro La Laguna, Guatemala | Sylvia Carola Schuster | Fotoabzug 50 x 75cm

Weitere Fotos liegen in meinem flickr-Album "Fernsucht".

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Nordsee für Anfänger

14:10 Einsame Insel.de 0 Comments

Seit genau fünf Wochen habe ich einen neuen Job. Eine Wohnung - na ja, zumindest ein Zimmer, die Wohnung kommt dann bald. Ein geregelter Tagesablauf. Einen Supermarkt vor der Tür. Einen Alltag eben. Genau das, was ich zwölf Monate lang nicht hatte. Manchmal habe ich genau das vermisst, manchmal habe ich genau das geliebt. Ich habe kürzlich in einem Blog gelesen, dass das Reisen und das "zuhause sein" immer ein Gefühl mit sich bringt, als würde man zwischen zwei Stühlen hängen. Ich hänge gerade etwas weiter auf dem Zuhause-Stuhl. Trotzdem war schon länger klar: irgendwann würde es wieder auf Reisen gehen, sei es auch nur für ein Wochenende.

Freya schaut verträumt aufs Meer hinaus. So viel Sonne im Oktober...

Sylvia, Kersten, Lennart, Freya und Gerwin - fünf Geschwister, in genau dieser Reihenfolge geboren und 13 Jahre und zwei Wochen Altersunterschied zwischen der Ältesten und dem Jüngsten. Wir haben beschlossen, dass es - endlich - Zeit für ein gemeinsames Wochenende ist. Nur wir fünf, ohne Eltern, ohne Pläne, einfach alle zusammen irgendwo Zeit verbringen.
Dass mein Auto für fünf Personen plus Gepäck reichen müsste, war vor zwei Jahren bei Kauf desselben klar. Dass es so eng werden würde dank Inlineskates, Fussbällen, Linsensuppe und Apfelkuchen, Rotweinflaschen und Brettspielen, war mir da noch nicht klar. Gut, beim nächsten Mal also doch noch mal den Dachkoffer von Papa ausleihen.
Beim Beladen des Kofferraums denke ich immer wieder an meinen viel zu großen 50-Liter-Rucksack, der im vergangenen Jahr von Monat zu Monat an Gewicht und Volumen abgenommen hat.
Wie habe ich es nur geschafft, mit gut elf Kilogramm Gepäck aus Lateinamerika zurückzukehren und für drei Tage im beschaulichen Nachbarland zu fünft einen Kombi bis an die Decke zu füllen. Nun ja, es hilft nichts, sich darüber Gedanken zu machen und es passt ja auch noch - gerade so.

Ich muss es einfach noch mal sagen: Soooo viel Sonne am vierten Oktober!?

 Arbeit, Uni und Schule hinter uns gelassen erreichen wir nach endlosen A3-Staus (oder wie auch immer die gute Staustrecke in den Niederlanden heißt) Wijk aan Zee. Fünf Minuten vor Ankunft wundern wir uns über ein kurzes Aufleuchten hinter uns - meine erste Blitze in über zehn Jahren Führerschein (von denen ich zugegebener Maßen die meisten Motorrad gefahren bin und mich Blitzen wenig tangiert haben)... Ich bin im Nachhinein froh, dass ich zu dme Zeitpunkt noch nicht wusste, dass mich der "extra Fahrspaß" mehr kosten würde als das ganze Wochenende.

BAmbus an der Nordsee? Da passt doch was nicht zusammen...

Croissants, Rührei, heißer Kakao - was will man mehr?

Wir haben ein kleines feines Ferienhäuschen - fünf Gehminuten vom Strand - über Airbnb gebucht und werden herzlich empfangen. Neben einer gemütlichen Bleibe erwartet uns frisches Brot, Obst und Saft - was für ein Service!

Für mich ist es im Moment etwas ungewohnt, so viel Zeit mit so vielen Menschen zu verbringen. Klar, ich war auf meiner Reise nie wirklich alleine, aber dennoch ist das in keiner Weise zu vergleichen. Der größte Unterschied ist wohl, dass wir an diesem Wochenende fünf Meinungen, die Wünsche von fünf vollkommen unterschiedlichen Personen unter einen Hut bringen müssen. Zum einen sind die Altersunterschiede nicht zu vernachlässigen, zum anderen sind wir charakterlich und von unseren Interessen her auch so verschieden, dass es manchmal schwerer ist als gedacht, einen Kompromiss zu finden. Spannende Erfahrung!



Ich wusste nicht, wie anstrengend es ist, im feuchten Sand Fußball zu spielen, wie gut meine kleine Schwester kochen kann, dass meine drei Brüder bis drei Uhr nachts pokern würden ohne einzuschlafen, wir aber wiederum alle (?) bei "Findet Nemo" nicht bis zum Ende durchhalten. "Isch bin schließlich Wissenschaftler, kann ich vielleicht helfen?"
Nicht verwunderlich ist es allerdings, dass wir es - mal wieder - trotz ernsthafter Bemühungen nicht schaffen, ein Foto von uns allen zu machen, auf denen niemand die Augen verdreht, Blödsinn macht oder sonst irgendwie das Gelingen des Fotos verhindert.


Ach ja, was würde ich nur ohne euch machen?
Geschwister sind doch das tollste auf der Welt!

P.S.: Lennart, Freya & Gerwin: Beim nächsten Mal könnt ihr euch nicht vor'm Schwimmen drücken!

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Eine Nacht in der Wüste

13:14 Einsame Insel.de 0 Comments

Nach vier Tagen in Marrakesch habe ich beschlossen, die letzten beiden Tage meines kurzen Aufenthaltes in Marokko außerhalb der Stadt zu verbringen. Es ist schnell eine Organisation gefunden, die mich samt einer Kleingruppe durch den hohen Atlas nach Aït-Ben-Haddou und weiter in einen wenig bewohnten Teil der Sahara bringt.

Bei so einem Sternenhimmel ist das Bedürfnis groß, unter freiem Himmel zu schlafen

Drei Mädels aus Singapur, die etwa in meinem Alter sind und gerade ein Auslandssemester in England machen, eine Japanerin und ein älterer Italiener sowie unser einheimischer Fahrer werden mir in den nächsten beiden Tagen Gesellschaft leisten. Nach ein paar Tagen (fast) ohne englischsprachige Kontakte tut es gut, sich mal wieder länger unterhalten zu können.

Die Fahrt über die über zweitausend Meter hohe Gebirgskette zieht sich. Viele Stops am Rande der Serpentinen (häufig mit Souvenirangeboten) und ein atemberaubender Ausblick und Einblick in diese andere Welt lassen die Fahrt jedoch nicht langweilig werden.
 
Ich erinnere mich bei diesem Anblick an eine Kunstunterrichtsstunde zum Thema "Verblauungseffekt".
Es gibt ihn also wirklich.

Gut, dass man die Fenster und Türen farbig markiert hat - sonst könnte es schwierig werden,
das (richtige) Haus wiederzufinden!

Marokkanische Minze - jedoch nicht von Meßmer, sondern hier im Original.

Weltkulturerbe Aït-Ben-Haddou

Wenn nicht genug Platz im Schrank ist, stellt man die Krüge einfach aufs Dach.
Dorf im Atlasgebirge

Essentiell bei den hiesigen Temperaturen: ein Wasserladen

Unsere nächtliche Unterkunft kurz nach Sonnenaufgang. Irgendwann war es doch zu kalt, um draußen zu schlafen.

Ich finde diese Struktur wunderschön. Und das Licht...

Irgendwer hat hier falsch eingeparkt...

Sonnenaufgangs-Spielereien

Beim nächsten Mal laufe ich lieber!
Sonne und Wind - Traumwetter!

Unsere kleine Reisegruppe.

Abendliche Bespaßung am Lagerfeuer. Kunststoffkanister eignen sich wunderbar als Trommeln!

[November 2010]

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Fernsucht - Vernissage meiner Fotoausstellung

10:27 Einsame Insel.de 0 Comments

Der "öffentliche" Termin für die Besichtigung meiner Fotos im Wupperverband steht nach wie vor nicht fest, dennoch möchte ich euch schon mal einige Fotos zeigen, die derzeit in Wuppertal ausgestellt werden. Außerdem hat mein guter Freund Thomas einige Bilder während der "internen Vernissage" geschossen. Weitere Infos zur Ausstellung findet ihr auf der Website des Wupperverbandes.









Und hier eine kleine Auswahl der ausgestellten Fotos:






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2500km per Anhalter durch Chile

14:39 Einsame Insel.de 0 Comments

Mitte April 2014. Die letzten Wochen und besonders die letzten Tage einer mehrmonatigen Reise haben einen ganz großen Nachteil gegenüber den vorausgehenden Tagen, Wochen und Monaten: die Motivation lässt nach. Die Motivation, Neues zu entdecken, Abenteuer zu erleben, zu fotografieren, stundenlang im Bus zu sitzen und sich mit einem neuen Stück Natur, Kultur, einer neuen Stadt und – schon wieder – neuen Menschen zu befassen, wird geringer. Ich brauche eine Pause. Ein, zwei Tage an einem ruhigen Ort, schlafen, träumen, Gesehenes verarbeiten, ausschlafen, in Ruhe Frühstücken, sich nichts für den Tag vornehmen, kein Weltkulturerbe ansehen müssen, kein Smalltalk mit neuen Hostelgästen – prinzipiell ein guter Ansatz, aber im Moment irgendwie nicht ausreichend.

Wohin geht es als nächstes? Für mich nach rechts, für Valerio aus Italien nach links.
Die letzten drei Tage habe ich in der größten Salzwüste der Welt und einem im Süden angrenzenden Nationalpark verbracht. Eine Gruppe aus sechs interessanten Menschen und einem Fahrer, eine wahnsinnig beeindruckende Landschaft und ständig unterwegs – „rastlos“ ist ein Wort, das die letzten Tage sehr gut beschreibt.
Valerio aus Italien und ich lassen uns an der chilenischen Grenze absetzen. Der Rest unserer Truppe fährt zurück an den Ausgangspunkt der Tour – Uyuni  in Bolivien. Unser Kleinbus hält an einer T-Kreuzung: Vor uns Wüste und zwei  grüne, weiß umrandete Straßenschilder. Eins zeigt nach links: Argentinien, das andere nach rechts: Chile. Zwei mir noch vollkommen unbekannte Länder. Meine Zeit läuft davon, in wenigen Wochen geht mein Flug zurück nach Deutschland von Buenos Aires.
Wir biegen rechts ab, da der nächste Ort, San Pedro de Atacama, auf der chilenischen Seite dieses Dreiländerecks liegt. Valerio möchte weiter nach Argentinien, ich habe Santiago de Chile und Valparaíso auf dem Plan für die nächsten Tage stehen.

Ganz groß in Chile: Einkaufen wie zuhause. Im Supermarkt gibt es nichts, was es nicht gibt - sogar Milka ist im Sortiment.

 Nach der geführten Uyuni-Tour der letzten Tage steht mir in San Pedro de Atacama der Sinn so ganz und gar nicht nach einer weiteren Touristentour mit Guide. Ich entscheide mich dagegen, mir das Tal des Todes oder das Tal des Mondes anzusehen und laufe stattdessen ohne Plan und ohne Ziel in dem kleinen Ort herum. Alleine. Ohne Eile. Und ich genieße es. Aber ich denke eigentlich viel zu oft: 'Meine Reise neigt sich dem Ende zu.'
Ich freue mich auf Großstadt, auf Santiago, auf Segelfliegen, auf Einkaufen im großen Supermarkt, nach Hause telefonieren, Internet, Zivilisation,... und ich brauche noch eine neue Herausforderung:
In Chile werden ich ausschließlich per Anhalter fahren! Wenn nicht hier, wo dann?

Letzte Nacht gab es eine Mondfinsternis, die ich leider verschlafen habe. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig über meine Unfähigkeit, einen Wecker zu stellen. In der Wüste wäre das bestimmt eine tolle Erfahrung gewesen - mitwenig künstlichem Licht und viel natürlicher Dunkelheit.
Stattdessen wache ich früh auf, packe meine sieben Sachen und verlasse das Hostel noch vor acht Uhr. Die Luft ist geradezu kühl. Meine ersten Kilometer per Anhalter werden vermutich die beschwerlichsten werden, da ich mich etwas fernab der Hauptroute befinde. Ich könnte natürlich erstmal den Bus in die nächstgrößere Stadt nehmen, aber das würde ja meinen großen Plan zunichte machen. Wenn Chile per Anhalter, dann auch richtig und ohne Ausnahme. Ich finde es auch mal spannend herauszufinden, ob ich mich tatsächlich ohne den geringsten finanziellen Aufwand zweieinhab tausend Kilometer durch ein Land bewegen kann.
In den nächsten Tagen würde sich herausstellen: Es geht - und zwar (fast) ohne Schwierigkeiten!

San Pedro de Atacama - Für diesen Sonnenuntergang hat sich der Abend in der Stadt dann doch gelohnt...



Eignet sich zum Trampen wie kein anderes Land: Chile


Manchmal lässt man sich auch einfach mitnehmen, wohin der freundliche Fahrer gerade fährt: hier komme ich Ostern am Strand von Vina del Mar an, obwohl ich ursprünglich nach Valparaíso wollte.


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Regenkonzert, Regenflug und der Abschluss einer langen Reise

05:07 Einsame Insel.de 6 Comments

Auf meiner "großen" Reise habe ich mir oft darüber Gedanken gemacht, wie meine Wahrnehmung für Distanzen variiert, besonders im Zusammenhang mit der Dauer, die man benötigt, um eine gewisse Entfernung zurückzulegen. So war es vollkommen selbstverständlich, dass ich in Argentinien mal eben mit dem Bus zu den Wasserfällen von Iguazu fahren würde - und von dort dann nach Buenos Aires - 20 Stunden Fahrt am Stück sind ja kein Problem. Auf genau dieser Busfahrt habe ich darüber nachgedacht, wie oft ich in Deutschland vor ein- oder zweistündigen Fahrten "zurückgeschreckt" bin. Meine Brüder in Aachen bzw. Bonn zu besuchen war eher eine Seltenheit - obwohl beide Städte ohne großen zeitlichen Aufwand von Haan zu erreichen sind. Man gewöhnt sich an, die Anreisezeit in Relation zur Aufenthaltsdauer zu sehen, sodass beispielsweise ein zweistündiger Aufenthalt noch lange keine einstündige Anreise rechtfertigt. So ein Blödsinn eigentlich. Wenn ich Lust habe, jemanden zu besuchen, werde ich es in Zukunft auch einfach tun - so in der Art habe ich mir das zumindest unterwegs am anderen Ende der Erde immer wieder vorgenommen.

Und da soll noch mal jemand sagen, der Regen würde stören! Er macht das Ganze erst außergewöhnlich :)

Gelber Regen, weißer Regen... ob das gesund ist?

Die Kombination aus einer schönen Stadt, ein paar guten Freunden und dem Konzert einer Band, die ich mir schon seit langem mal gerne live anhören wollte waren also Grund genug, für drei Tage nach Hamburg zu fahren. Wer hätte schon mit einer achtstündigen Anfahrt rechnen können (trotz kleinen Umwegs über Oldenburg finde ich das ein bisschen sehr lang...).

Da haben wir ja was vor uns....


Gewappnet für die nächsten vier Stunden...

Flugzeug in Boberg abgestellt, zurück in die Stadt zu Dagmar und Olaf. Stolz präsentiert Daggi ihre neue Regenjacke, die sie sich aufgrund der Wettervorhersage für heute Abend zugelegt hat. Auch Jana hat Gummistiefel besorgt, während ich nicht mal eine Kapuze an meiner Jacke habe - das kann ja heiter werden. Ich bin etwas unschlüssig, was ich von einem OpenAir-Konzert im August bei Novemberwetter halten soll. Aber hilft ja nix....
Das ist wieder mal so ein Wochenende, an dem ich nur denke: "Segelfliegen verbindet...". Wir sind zu neunt, acht davon Segelflieger. Wen man vorher noch nicht kannte, lernt man kennen. Und wenn nicht heute, dann spätestens morgen auf dem Flugplatz. Kurz nach sieben, die Vorband "Sam" spielt, noch ist es trocken.... aber sobald Fettes Brot die Bühne betritt, ist an Sonnenschein nicht mehr zu denken. Die drei Jungs sind ganz schön alt geworden und die Texte werden eigentlich immer alberner. Ich sag nur "Wir werden jede Party rocken, mit 'nem Herzen dabei wie Artischocken!".
Klar, das Konzert macht Spaß, besonders die Textsicherheit von Peer, Heiko und Jana ist beeindruckend, aber was ganz besonders zu der Stimmung beiträgt, man glaubt es kaum, ist der Regen. Die dicken Scheinwerfer der Bühne des "Hamburger Kultursommers" tanzen weiß, orange und gelb durch die Dunkelheit. Die angestrahlten Bindfäden, die das Licht besser reflektieren als jedes Produkt einer Nebenmaschine, leuchten bunt und man vergisst ganz schnell, dass die Nässe schon bis auf die Unterwäsche durch die Kleidung gezogen ist. Einige Solosänger, darunter Bela B. sorgen für ein paar  Überraschungsmomente, es fliegen Ballons und Teddybären durch die Gegend und man könnte zwischenzeitlich meinen, man hätte sich auf einen Kindergeburtstag verirrt. Einen tollen Geburtstag natürlich.

Schön Störtebecker wusste, dass der Norden rockt
und hat mit seinem Kahn hier gleich angedockt!

Hamburg und Regen? Ja, irgendwie habe ich das bei meinen bisherigen fünf oder sechs besuchen nie anders erlebt. Samstag rüsten wir dennoch die beiden Libellen auf - Heiko fliegt heute mal die FG, Daggi bleibt am Boden. Das Hamburger Wetter ist für mich eher ungewöhnlich, für die anderen vollkommen normal. Fast dreißig Stundenkilometer Wind fegen über den Platz und die ersten Schauer sind in der Ferne zu erahnen. Eine Stunde hält es mich in der Luft - vor, hinter und mitten in Schauern. Ich stelle fest, dass ich mich hier wie "zuhause" in Leverkusen fühle: Luftraumeinschränkungen ohne Ende, ein Fluss, ein bisschen Industrie, Siedlungen und dahinter die Großstadt mit ihren Kirchtürmen und dem großen Flughafen.
Was ich sonst allerdings noch nirgendwo gesehen habe: einen Regenbogen aus der Vogelperspektive. Mal was neues... und eine Anblick, der die lange Fahrt mit Hänger rechtfertigt - obwohl wir am Folgetag nicht mehr in die Luft kommen würden.

Regenbogen unter der Fläche

Das übliche Fliegergequatsche (sehr amüsant, dass Spitznamen ortsabhängig variieren und Löffel hier Bergo heißt), Grillfete, Bierchen trinken, Lagerfeuer, neue und alte Geschichten - eigentlich ist alles genau so, wie es sein muss. Wenn ich mal groß bin und in den Norden ziehe, weiß ich auf jeden Fall schon, an welchem Flugplatz ich fliegen möchte :)

Ja, genau da, wo der Schauer steht, befindet sich der Flugplatz Boberg. Und mein Autofenster ist noch offen...

Jetzt weiß ich auch mal, wie sich eine nasse Libelle fliegt...

Der Schauer ist durch, die Luft ist hier gerade tot. Gleich geht's wieder zur Landung.


"Waschküche" nennt Daggi das Wolkenspiel am Sonntagvormittag. Eine Minute später zieht der erste Schauer über uns hinweg. Milchkaffee und Franzbrötchen in der Hafencity - und Schauer Nummer zwei kommt runter, bevor die Sonne wieder für eine Stunde durchkommt. Hamburg eben. Irgendwie gehört das ja dazu und wer "nordisch by nature" ist, hat sich bestimmt auch schon daran gewöhnt.

Segelfliegerstillleben

Die Hamburger sind stolz auf ihre Stadt!
Ich habe noch nie ein Flugzeug mit einem NRW-Wappen auf dem Seitenruder gesehen...
Geführte Touristentour am Hamburger Hafen


Ich hänge die 701 wieder ans Auto, stelle mich auf die A1 in den Stau - das gehört offenbar auch zu Hamburg - und freue mich auf den nächsten Kurzurlaub im Norden. Oder auf ein paar Hamburger im Rheinland, oder in Aachen (herzliche Einladung!). Und nun heißt es erstmal: Arbeitsleben, du hast mich zurück! Es war ein tolles Jahr ohne dich, aber so langsam fange ich an, dich zu vermissen!

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