¡Buenas dias, Mexico!

06:42 Einsame Insel.de 1 Comments

Man glaubt es kaum und ich habe auch keine Ahnung, warum das so ist, aber ich verspüre nicht die geringste Aufregung oder irgendeine Form einer nicht alltäglichen Gefühlslage. Irgendwie ist alles wie immer. Ich habe ganz prima geschlafen, nachdem ich gestern Abend noch einmal eine gute deutsche Mahlzeit zu mir genommen habe (Grünkohl mit "Bauernwurst" auf der Haaner Kirmes - ich hoffe, die dazugehörige Bäuerin vermisst ihren Mann nicht allzu schmerzlich), bin heute morgen gut aus dem Bett gekommen und war vollkommen entspannt um kurz vor neun am Düsseldorfer Flughafen. Ein Café am Flughafen verkauft "Guatemala", "Nicaragua" und "Colombia" - diese Kaffeesorten werde ich in dieser Reihenfolge wohl eher im jeweiligen Land mal testen. Bei letzterem bin ich mir allerdings noch nicht ganz sicher.
Gerade sitze ich in London Heathrow und gewöhne mich schon mal an die Geschwindigkeit des "wifis", die wahrscheinlich noch um einiges höher ist als ich sie in den nächsten Monaten meistens erleben werde.
Im Grunde hat die Reise schon begonnen, auch wenn sich London Flughafen natürlich noch wie "zuhause" anfühlt. Das erste längere Gespräch mit einem vielreisenden Physiker an Board des A319 von Düsseldorf war interessant und hat mir nochmal ins Gedächtnis gerufen, wie wichtig diese Begegnungen mir sind bzw. welch großen Teil der Reiseerfahrungen sie ausmachen. Ich genieße gerade das übertriebene Oxford-English um mich herum - besonders die Stimmen der Businessfrauen im Kostümchen, Mitte Ende vierzig, die sich mit Handy am Ohr rumrennender Weise noch mal schnell in der South Lounge zum Kaffee verabreden, bevor der Flieger geht. Herrlich...Alleine das Wort "totally" kann so übertrieben und emotional ausgesprochen werden... in unserer Muttersprache kaum denkbar!
Der Unterschied zu heute Morgen, neun Uhr, Düsseldorf ist: Ich fühle mich endlich "unterwegs"!
Anflug auf Mexico City

Mexico City
Da bin ich nun endlich. Ich muss dreimal die Metro wechseln, um zu meinem Hostel in der Innenstadt zu kommen. Ein Taxi wäre zwar auch "nicht teuer" (in deutscher Denkweise zumindest) - aber mit sowas möchte ich gar nicht anfangen. Wie schon öfter festgestellt, lernt man eine Stadt ganz wunderbar in den öffentlichen Verkehrsmitteln kennen. Die Schilder Richtung Metro am Flughafen sind bescheiden und ich stelle schnell fest, dass es selbst an diesem interntionalen Ort ohne Spanisch kaum geht. Wenn ich auch kaum einen vernünftigen Satz auf die Reihe bekomme, so kann ich doch viel verstehen und eigentlich klappt alles ganz wunderbar. Für drei Pesos (15 Cent) bekomme ich ein Ticket, das bis zum Ziel gültig ist. Das eigentliche Ziel, die angestrebte Metrohaltestelle, ist jedoch gesperrt, weil auf dem Gelände und Umgebung die Opfer der Hurricane der letzten Tage (in Acapulco und andere Städten) in Notunterkünften untergebracht werden. Jeder zeigt sich hilfsbereit - das übliche Phänomen (außerhalb Deutschlands): Ich muss nur fünf Sekunden irgendwo stehen und mich umgucken, in welche Richtung ich denn gehen muss, und schon werde ich gefragt, ob ich Hilfe benötige.

Einige Erkenntnisse der ersten Stunden in diesem mir noch unbekannten Land:
  • Mexikaner küssen sich leidenschaftlich überall, ohne sich von Passanten oder irgendwas, das um sie herum passiert, stören zu lassen.
  • Mexikaner essen scheinbar immer und überall. Und hauptsächlich Süßkram.
  • Mexikaner sind hilfsbereit. Sie begleiten einen hunderte Meter, wenn nicht kilometerweit, um sich an meinem Ziel dann in entgegengesetzte Richtung zu verabschieden.
  • In der Metro kann man alles kaufen: Lutscher, Süßkram, Socken, Handydisplayschutzfolien, Englischlern-CDs, Filzstifte... Auch den „Genuss“ ohrenbetäubend lauter mexikanischer Musik kann man erkaufen.
  • Ohne Spanisch geht es nicht.
Blick aus dem Fenster - gleich gibt's Frühstück!

So, und nun widme ich mich wieder meinem Frühstück, bestehend aus Zitronentee, Toast, Rührei mit Schinken und einer guten Portion Jalapeños und werde mich dann gleich mal auf den Weg machen, die Stadt zu erkunden.

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1 Kommentar:

  1. Sylvia, ich bin begeistert!
    Am allerbesten finde ich - nein, was mich am allermeisten nachdenken lässt, ist die Passage zu "außerhalb Deutschlands ist es so und so...", denn auch mir ist es schon aufgefallen, wie herzlich und freundlich man außerhalb Deutschlands empfangen wird.
    Obwohl ich mir manchmal überlege, ob wir hier nicht auch so wären, wenn wir hilflose Reisende sehen würden?

    Hin oder her, ich freue mich darauf, weiter zu lesen!! Ab jetzt gehört es für ein halbes Jahr fest zu meinem Tagesritual, diesen Blog zu verfolgen und so ein Stück weit an Dir und Deinem Leben, Deiner Reise teilzunehmen.

    Ich freue mich dann mal auf mein Müsli mit Obst!

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