Trekking in Laos | May 2011

14:18 Einsame Insel.de 1 Comments


Auf meiner Südostasienreise im Anschluß an mein Auslandssemester in Malaysia habe ich einige Tage in Laos verbracht - drei davon weitestgehend in der Natur zusammen mit Tim, Akeelah und zwei Führern. Wir haben zwar keine wilden Elefanten gesehen, wie wir es uns von der Übernachtung auf dem "Elephant Watch Tower" versprochen hatten, aber trotzdem eine unvergessliche Zeit zusammen erlebt.

Ich finde es gerade irgendwie merkwürdig und ein bisschen schade, dass ich die unverwechselbaren Geräusche der Gekkos nicht mehr im Ohr habe, die mich nachts beim Schützen ihrer Brut vom Schlafen abgehalten haben.

Ein paar Eindrücke...























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Myanmar Tag 2 - Begegnungen in Yangon

12:10 Einsame Insel.de 0 Comments

[Wie die Reise begann - Tag 1]
 Ich versuche, ein Ticket für die Bahnfahrt nach Bago zu bekommen. So richtig möchte mich niemand verstehen, ich werde von einem Ticketschalter zum nächsten geschickt und wieder zurück und noch einmal woandershin. Es heißt, heute fahre kein Zug mehr nach Bago. Also morgen. Ein achtzehnjähriges Mädchen spricht mich an. Offenbar gibt es doch noch einen Zug, einen ‚lokalen‘, sehr langsamen Zug, den ich nicht nehmen solle. Weitere Versuche, an ein Ticket zu kommen, bleiben erfolglos. Die Birmesin, deren Name ich mir nicht merken geschweige denn ihn aufschreiben kann, wird immer anhänglicher. Nicht unangenehm – aber sie nimmt sich viel Zeit um mir bei der Ticketsuche behilflich zu sein und nutzt die Gelegenheit „Englisch“ zu sprechen. Da ich mit Jade verabredet bin (der Chinesin, die ich am ersten Tag kennengelernt habe), muss ich mich verabschieden. Meine neue (sich selbst als solche ernannte) „Schwester“ drückt meine Hand fest und hält meinen Arm. Sie zupft an meinem T-Shirt und gibt mir zu verstehen, dass sie es gerne haben möchte. Ich hänge nicht so sehr an meinem orangenen Kleidungsstück aus Deutschland, habe aber auch nichts anderes bei mir. Sie deutet auf meinen Rucksack, in dem sich allerdings nur Kamera, Wasser und Reiseführer befinden. Somit muss ich ihre Bitte ausschlagen.

In Myanmar hilft jeder wo er kann - oder versucht es zumindest...

Jade wartet vor ihrer neuen, günstigeren Unterkunft, in der ich nun wohl auch noch eine Nacht verbringen werde mangels Bahnticket. Ich möchte für die rund 80km Strecke auch keinen Bus nehmen, da sich die Strecke sich durch ihre geringe Länge zum besonders langsamen Bahnfahren eignet. Längere Strecken, die schon mit dem Bus mehr als einen Tag dauern, möchte ich nicht unbedingt mit der noch langsameren Bahn zurücklegen.
Jade hat einen Birmesen chinesischer Abstammung auf der Straße kennengelernt. Eigentlich hat eher er sie kennengelernt – jedenfalls bekomme ich auch eine Visitenkarte zur Begrüßung zugesteckt. Vielmehr handelt es sich um eine Kopie – möglicherweise seiner letzten einst hochwertiger gedruckten Karten. „Uncle Lee“ möchte uns seine Stadt zeigen – insbesondere Chinatown, wo er selbstverständlich lebt. Wir verzehren jeder eine saftige Mango und dann geht’s los Richtung Westen. Jade möchte einen Regenschirm kaufen. Nach langer Auswahl des gewünschten Musters und Aushandeln des Preises stellt sich heraus, dass der Preis nur für den textilen Teil des Schirms gilt – das eigentliche faltbare Gerüst muss erst noch zusammengebaut werden.
Das Werkzeug eines Schirmemachers in Yangon
Neben Schirmmachern kann man hier so einige Handwerker entdecken, deren „Überleben“ bei uns nicht denkbar ist. Frauen nähen maßgeschneiderte BHs, Stempel werden für den alltäglichen Bedarf „geschnitzt“ und undefiniertbare Köstlichkeiten zum direkten Verzehr zubereitet. Wir bekommen einen chinesischen „Tempel“ im vierten Stock eines normalen innerstädtischen Mehrfamilienhauses zu sehen: Ein großer, eingestaubter Raum mit einem tollen Ausblick über die Stadt. Ein kleiner Junge hat offenbar große Angst vor mir. Er fängt an zu weinen, als ich ihm zu nahe komme – sein Vater findet die Situation offenbar äußerst amüsant und provoziert den Kleinen immer wieder durch ein paar Schritte in meine Richtung.

Dieser kleine chinesische Bewohner Yangons hat offenbar ein bisschen Angst vor mir.
 Uncle Lee bringt stolz seine einfache Kleinbildkamera zum Vorschein und schießt ein paar Fotos von und mit uns. Der Film ist wahrscheinlich schon eine halbe Ewigkeit eingelegt und wird nur bei besonderen Gelegenheiten „weitergedreht“.
'Uncle Lee' mit seiner Kamera
 Lee zeigt uns die Wohnung seines Bruders, in der – wie sich später herausstellt – auch er und die Mutter der beiden wohnen. Es riecht ausgesprochen unangenehm in der Wohnung, überall liegen alte Zeitungen und Müll herum. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass unser chinesischer Freund stolz auf dieses Zuhause ist. Wir machen uns auf den Weg zu einem kleinen Bahnhof. Lee kauft für alle Bahntickets zum „local price“ von 20 kyat (statt einem Preis von einem Dollar für Touristen). Er betont, dass wir unsere Dollars „nicht an die Regierung verschwenden“ sollen. Jedoch akzeptiert das Bahnpersonal unsere „Spielchen“ nicht und wir dürfen nicht bleiben. Also laufen wir zum nächsten Bahnhof und zeigen uns nicht zusammen, sondern tun so, als würden wir uns nicht kennen.

Warten auf den Zug, der einmal rund um die Stadt fährt
Der Plan geht auf und wir sitzen für mehrere Stunden im Zug – bis zum Flughafen und wieder zurück. Auf dem Rückweg wird es schon dunkel. Während der Fahrt komme ich mir vor wie in einem „living history museum“. Auch Abendessen sollen wir noch mit Lee. Von einem kleinen Telefontischchen auf der Straße aus ruft er seinen Bruder an. Ich habe schon die Befürchtung, dass wir in die stinkende Wohnung zurück „müssen“, aber sicher bin ich nicht. Und so eine Einladung ausschlagen wäre vor allen Dingen eins – unhöflich. Auf dem Weg zurück nach Chinatown kauft Lee mehr ein, als wir an einem ganzen Tag essen könnten. Gurken, undefinierbares Grünzeug, kiloweise Äpfel und ganz zum Schluss eine Tüte Fischköpfe. Er versichert sich immer wieder, dass wir Gemüse und Nudeln mögen – Ich hoffe noch das das glibberige Zeug in der einen Tüte für morgen ist. Aber sehr wahrscheinlich ist das mangels Kühlschrank in vielen Haushalten eher nicht.

Jade hat offenbar kein Problem mit Fischkopfsuppe
 Meine Befürchtung bewahrheitet sich – zurück in die miefende Wohnung. Die Küche übertrifft meine „Erwartungen“ bei weitem: Ich male mir aus, dass ich in den nächsten Tage nicht vom Klo komme, wenn ich etwas zu mir nehme, das in dieser Küche zubereitet wurde. Nun ja, ich muss ja nichts essen, aber gemeinsam Kochen wird meinem Magen wohl nicht schaden – der ist schließlich nicht sonderlich empfindlich. Wir zupfen die undefinierbaren grünen Blätter von den Stengeln, ich schneide die Gurke mit meinem Taschenmesser in Stücke, da sich in Lees Küche kein scharfes Messer finden lässt. Lee muss nochmal los: Nudeln kaufen. Er kommt zurück um kurz darauf noch ein weiteres Mal zu verschwinden. Diesmal kommt er mit Bananen zurück. Und Sojasprossen. Ich entdecke derweil in der Küche eine Mausefalle und einen größeren schwarzen Schatten, der in den Nebenraum huscht. Kakerlaken sind ebenfalls WG-Mitbewohner, genau wie die steinalte Mutter von Lee und seinem Bruder, die irgendwann wortlos mit grimmiger Miene die Wohnung betritt und sich wortlos vor dem kleinen Fernseher niederlässt. Die Stimmen von Superman sind so verzerrt, dass ich mir kaum sicher bin, ob hier Englisch gesprochen wird – aber ich glaube ein paar Wörter der mir durchaus bekannten Sprache erahnen zu können. Im Birmanischen würde ich wohl kein einziges Wort erkennen. Nach einem kleinen unvermeidbaren Nickerchen im Sitzen wird mir ein Bett angeboten und die Einladung auch sonst jederzeit als Gast willkommen zu sein. Immerhin ist meine Müdigkeit nun eine Glaubhafte Ausrede, nicht mehr groß Hunger zu haben sondern so schnell wie möglich zurück ins Gästehaus in mein Bett kommen zu wollen. Meine Befürchtungen hinsichtlich des Essens haben sich bestätigt (ich muss dazu sagen dass ich vor meinem Myanmar-Aufenthalt keinerlei Fisch gegessen habe): Die Fischköpfe sind zusammen mit dem Gemüse in einer Suppe gelandet, dazu gibt es die gekochten Reisnudeln. Spontan entscheide ich, Vegetarier zu sein und lehne die Suppe dankend ab. Immer wieder versucht man mir, Fischbrühe über die Nudeln zu geben, aber bei stellt sich schon durch den Geruch ein stärker werdender Würgereiz ein. Nach dem Essen (in meinem Fall vielleicht eher Essen simulieren) werden wir von Lees Bruder begleitet, damit wir wohlbehütet unser Gästehaus erreichen. Mitten in der Nacht auf Yangons Straßen muss man zwei junge Touristinnen natürlich beschützen – besonders die blonde, offensichtlich Fremde. Den ganzen Tag ist Jade und mir schon aufgefallen, dass die Birmesen nur mich als Touristin wahrnehmen – besonders seit die Chinesin im Zug einen birmesischen Hut geschenkt bekommen hat und ihn seitdem trägt. 
 

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Myanmar Tag eins - Ankunft im unbekannten Land

14:13 Einsame Insel.de 2 Comments


Volle 49 Seiten geschrieben in meiner kleinsten Handschrift habe ich nun vor mir. Ich musste ein bisschen suchen und kramen bis ich mein Myanmar-Reisetagebuch überhaupt gefunden habe. Da hab ich ja jetzt einiges vor mir... und dann streikt auch noch die Taste "h" - wundert euch also nicht über vermeintliche Tippfehler. 

"Die Uhren laufen in Myanmar anders als im Rest der Welt: eine halbe Stunde vor Thailand, eine halbe Stunde hinter Indien. Ich bin etwas verwirrt bezüglich der Zeitumstellung und packe meine Uhr erst mal in den Rucksack. Sie ist sowieso zu "chic" für dieses Land und könnte den Eindruck erwecken ich sei wohlhabend (natürlich bin ich das in diesem Land auch im Verhältnis zu der durchschnittlichen Bevölkerung).
Am Ausgang des Terminals drücken mir mehrere Frauen Broschüren, Stadtpläne und Touri-Flugangebote in die Hand. Unzählige Männer möchten mir ihre Dienste als Taxifahrer anbieten. An der „neutralen“ Touristeninformation erkundige ich mich nach den Alternativen. „No direct bus“ lautet die Antwort in gebrochenem Englisch.

Auch in der Regenzeit schön: Zugfahren in Myanmar

Viele Menschen lächeln mich an, andere gucken nur – aber nie unfreundlich. Draußen erweisen sich die Taxifahrer als hilfreicher als erwartet. Sie versuchen sogar einen der Pickups Richtung Busstation für mich heranzuwinken – jedoch ohne Erfolg, da alle Fahrzeuge bereits überfüllt sind. Kein Platz für eine Ausländerin mit großem Rucksack.
Also geht’s erst mal zu Fuß weiter – eine knappe Stunde, vielleicht auch nur eine halbe (meine Uhr ist ja im Rucksack…) – die erste Gelegenheit, unzählige Eindrücke am Straßenrand zu sammeln. Ein Mann transportiert auf einer speziellen Gepäckträgerkonstruktion zwei bis drei Dutzend Hühner, kopfüber an den Füßen aufgehängt. Mein Highlight des Abends ist der Ballonverkäufer: er radelt gemütlich an der Hauptstraße entlang mit einer Gasflasche auf dem Gepäckträger und drei eher schlaffen Kirmes-Heliumballons darüber schwebend. Die Straße füllt sich immer mehr mit Leben, je näher ich der Bushaltestelle komme. Pickups, Busse, Fahrräder und Taxis, aber keine sonst in Asien so verbreiteten Motorroller drängen sich kreuz und quer über die Straßen. Bus Nummer 51 fährt in die Innenstadt – leider kann ich in Myanmar nicht einmal die Zahlen lesen. Es findet sich aber schnell jemand, der ein bisschen Englisch versteht und auf einen herannahenden Bus zeigt. Das Ticket kostet etwa drei Prozent dessen, was ich alleine für ein Taxi bezahlt hätte. Mehrfach wird mir ein Sitzplatz von Leuten angeboten, die deutlich älter sind oder zumindest aussehen wie die Leute, denen ich normalerweise meinen Platz freimachen würde. 

Warten auf die Fähre von Yangon nach Dala

Regelmäßig werden die Ziele des Busses auf die Straße hinausgeschrien – in endlosen Wiederholungen. Wo ich herkomme, wo ich hingehe und ob ich zum ersten Mal in Myanmar sei, sind die am häufigsten gestellten Fragen. Die meisten Burmesen lächeln mich an, nur wenige gucken neutral bis ernst. Sula (eine Pagode auf einer großen Straßenkreuzung im Zentrum Yangons) ist Endziel – zumindest hält der Bus hier zum ersten Mal wirklich, das heißt, die Räder kommen zum Stillstand. An den meisten Haltestellen wird nur auf- bzw. abgesprungen. Nach dem Aussteigen werde ich noch gefragt, ob ich Hilfe benötige, unterhalte mich kurz, lehne aber ab und bekomme noch eine Visitenkarte von dem fließend Englisch sprechenden „Restaurantmanager“ in die Hand gedrückt, mit dem freundlichen Hinweise, ich könne mich gerne melden, wenn ich Schwierigkeiten habe.

Läden in Yangon am Fuße der Shwedagon Pagode

Nach zwei Stunden finde ich mit Jade aus Shanghai und zwei Holländern eine „angemessene“ Unterkunft (wie sich im weiteren Verlauf der Reise herausstellt sollte dies wohl meine schlechteste Unterkunft bleiben, aber mit vier Dollar auch eine der günstigsten.
Mit dem Zusammentreffen mit den anderen Dreien hören schlagartig die ‚außergewöhnlichen‘ oder besonderen Erlebnisse auf. Der Unterschied das Alleinreisens zum Reisen in einer kleinen Gruppe ist gigantisch. Der nächste Tag sollte sich dennoch sehr interessant entwickeln."
Geldwechseln ist ein Erlebnis der besonderen Art in Myanmar: der „offizielle“ Wechselkurs von Kyat (spricht sich ‚kschat‘, nicht ‚kiatt‘, wie es ein Moderator in der ARD kürzlich aussprach) ist derzeit sechs zu eins. Das ist absolut albern. Ich versuche mir zu erklären, warum der tatsächliche Kurs etwa bei 800 zu 1 liegt. So richtig verstehen kann ich es nicht. Die Landeswährung darf nicht aus dem Land gebracht werden, außerhalb Myanmars zu wechseln kann man demnach wohl sowieso vergessen…

Geldwechseln auf dem 'Markt' in Yangon
 Mit dem Gefühl, einen guten Tausch gemacht zu haben (der Kurs für Euro ist wesentlich konstanter und im Gegensatz zu Dollarnoten werden auch geknickte Euronoten angenommen), verlasse ich den wuseligen Markt. Klar ist diese Art des Geldwechsels irgendwie „schwarz“ – aber im Grunde gibt es keine andere Möglichkeit. Am Flughafen hätte man mit fast fünfzig Prozent Verlust tauschen können (das habe ich nur für den späteren Kauf des Bustickets in Anspruch nehmen müssen). In der Stadt gibt es keine Banken und schon gar keine Geldautomaten. Wer nach Myanmar reist muss sich bewusst sein, dass er für den vollen Aufenthalt Bargeld dabei haben muss – am besten in einer Kombination aus großen Euronoten (zum Tauschen in die Landeswährung) und eher kleinen (unbeschädigten, am besten bankfrischen) Dollarnoten zum Zahlen der Unterkünfte.

...keine unübliche Art, in Myanmar zu reisen. Für eine kürzere Dauer ist es auch ganz lustig,
auf Säcken von Knoblauzehen zu sitzen :D

Ich arbeite mich gerade langsam, sehr langsam, durch meine Fotos und versuche euch einige zu zeigen, die ich mit besonderen Eindrücken verknüpfe. Die Fotos sind nicht immer im direkten Zusammenhang mit dem Text zu sehen - von meinem ersten Tag habe ich beispielsweise kaum Fotos, weil ich mich erstmal ein bisschen herantasten musste und herausfinden wollte, wie die Einheimischen auf eine 'große Kamera' reagieren.
Wenn Interesse besteht, führe ich diesen Blog gerne fort, sowohl schriftlich, wie auch bildlich. Auch wenn die Reise schon bald eineinhalb Jahre her ist, erinnere ich mich doch sehr oft und gerne an Myanmar. Ich möchte auf jeden Fall noch einmal dorthin - und das so schnell wie möglich. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Tourismus das Land verändert, wie es vor einigen Jahr(zehnt)en in Thailand und den meisten anderen südostasiatischen Ländern begonnen hat.

[Fortsetzung Tag 2]

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Days in Burma - Tag 1 in Myanmar

12:49 Einsame Insel.de 0 Comments

Über ein Jahr ist es her, dass ich in das Land gereist bin, das mich bisher am meisten fasziniert hat.
Wir bekommen hier in Europa nicht allzu viel von Myanmar mit. Und wenn es doch mal einen kurzen Bericht in den Nachrichten gibt, wird meist wenig Positives berichtet.
Ich habe im Juni letzten Jahres täglich Reisetagebuch geführt und viel fotografiert. Bis heute habe ich es nicht geschafft, mich ernsthaft mit dem Material auseinanderzusetzen. Ich möchte aber nun einmal anfangen und euch ein paar Eindrücke meines ersten Tages in diesem wunderbaren Land zu zeigen.
Vielleicht ist meine Faszination wenig nachvollziehbar, vielleicht ein bisschen mehr, wenn ich ein bisschen detaillierter meine Eindrücke schildere...

Ich werde nie den Anblick der beiden Radfahrer vergessen, die in der Nähe des Flughafens bei meiner Suche nach der Bushaltestelle den Weg kreuzten:
Einer von ihnen transportierte einige Dutzend Hühner - an den Füßen aufgehängt - an einem Gitter vor seinem Lenker, der zweite waroffensichtlich Ballonverkäufer. Eine Gasflasche klemmte auf seinem Gepäckträger und drei oder vier Helium gefüllte Ballons baumelten neben seinem Kopf in der Luft.

Schirmhersteller im Zentrum Yangons


Wegzehrung

auf den Straßen von Yangon

Kinder am Bahnhof

Fassade


Markt

Chinesische Backpackerin und Birmanin mit Tanakapaste im Gesicht

Kinder in einem "guten Wohnviertel"

"Telefonzelle"

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Nicht nur die Sprache...

11:21 Einsame Insel.de 3 Comments

Text oder Fotos?
Ich bin immer ein bisschen hin- und hergerissen. Ausführlich Blog schreiben, nur ein paar Fotos hochladen oder den ganzen Quatsch doch sein lassen. Wenn ich mich bei blogspot einlogge sehe ich immer die Besucherstatistiken: Seitenaufrufe letzten Monat: 1754. Achso. Ja dann. Eine Freundin sagte mir die Tage, dass sie ja etwas enttäuscht sei, dass ich kaum noch schreibe (also Rebecca: dieser Text ist für dich!). Meine Reaktion: „Du liest das?“ Also doch nicht nur Besucher, die „Auslandsaufenthalt Malaysia“ oder „Schweppes Manao Soda“ googlen (letzteres ist der häufigste Suchbegriff über alle Zeiten…).

Auf nach England
Jedenfalls war ich vergangene Woche vier Tage in England und habe immer mal wieder kleine nette Erlebnisse gehabt, die ich irgendwie gerne teilen oder zumindest für mich festhalten möchte. Klar, ich könnte meine Erfahrungen auch so handschriftlich für mich niederschreiben, aber warum nicht teilen – so persönlich ist das nun alles auch wieder nicht – und vielleicht tue ich ja auch nur einer Person einen Gefallen, die über besagte Suchmaschine eine Information auf meiner Seite findet. Sei es auch nur der Hinweis, dass das Birmingham Central Backpackers ein empfehlenswertes Hostel ist, das ausgesprochen viel Charme hat.
 
Sonntag besuchte mich also Sarah, ehemalige Kommilitonin, die mittlerweile in Erfurt lebt, um früh am nächsten Morgen mit mir von Weeze aus nach England zu fliegen. Trotz früher Stunde erklärte sich Marlen bereit, uns zu fahren – so konnten wir den Ankunftszeitpunkt am Flughafen ausreizen und ein wenig länger schlafen... Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, wie wenig Schlaf wir in den nächsten Tagen bekommen würden, wären wir natürlich Sonntag schön nach dem Sandmännchen ins Bett gegangen (…ich brauche wohl doch einen Fernseher… gibt es das Sandmännchen überhaupt noch?).
Ein Flug mit Ryanair ist ja immer so eine Sache für sich. Aber wo sonst bekommt man vier Flüge für hundert Euro. Also ab durch die Handgepäckkontrolle (diesmal sogar mit Waage.. mit zwei Nachkommastellen… und die müssen stimmen!) und rein in die wartende Menschenschlange. An Board die üblich nervigen Verkaufsangebote (Speis und Trank, Lose, Zigaretten usw.), ausnahmsweise aber mal in einer für die Ohren noch erträglichen Lautstärke. In Leeds Bradford landen wir 20 Minuten früher als geplant und nutzen die Zeit zum Umziehen. Immerhin besuchen wir eine Hochzeit und stecken noch in Jeans und Turnschuhen. Beim Warten auf den Bus fallen wir nun ein bisschen auf – im Kleid zwischen den ganzen BVB-Fans, die weiter nach Manchester wollen, um sich in zwei Tagen ein Spiel anzusehen. Buswechsel in Leeds, weiter nach Sheffield. Vom Bus in die Straßenbahn, von der Straßenbahn wieder in den Bus.

Endlich wieder unterwegs :)
Wir halten uns seit wenigen Stunden in England auf, trotzdem merken wir jede Minute, dass wir uns ‚im Ausland‘ befinden. Nicht etwa, weil man hier eine andere Sprache spricht oder die Fahrzeuge sich auf der anderen Seite der Straße bewegen – vielmehr, weil die Menschen ganz andere zu sein scheinen als die, die einem ‚zuhause‘ im Alltag begegnen. Ich war bisher zweimal in England, habe aber nicht so detaillierte Erinnerungen an die beiden Reisen wie an diese. Ich merke auch, dass ich immer sensibler werde, je mehr ich unterwegs bin. Sarah und ich sind beide – vielleicht gerade auf Reisen (wir waren schon zusammen in China und in Istanbul) – sehr kommunikative Menschen und kommen schnell ins Gespräch. In Leeds und Sheffield habe ich aber gar nicht unbedingt das Gefühl, dass wir alle Gespräche aktiv in Gang setzen. Es passiert einfach irgendwie. Man fragt nach einer Buslinie, bekommt aber keine zweisilbige Antwort, sondern findet sich in einer zwanzig minütigen Konversation wieder.
Unser Bus in Sheffield fährt nicht direkt zu unserem Ziel, dem Botanischen Garten. Auch eine ältere Frau hat einen längeren Fußweg vor sich, da sie sich in der Buslinie geirrt hat. Eine Frau vermittelt uns an eine Andere, die offenbar an der gleichen Haltestelle aussteigen und in ähnliche Richtung laufen muss. Wir verlassen zu viert den Bus, werden ein paar Straßen begleitet, bekommen den Rest des Wegs erklärt und schauen dem ungleichen Paar der jungen dunkelhäutigen und offensichtlich ortskundigen Frau und der alten Dame hinterher.

Hochzeit auf Englisch
Pünktlich um halb zwölf erreichen wir die Orangerie, vor der die Trauung stattfinden soll. Die Erlebnisse des Vormittags haben uns schon sehr positiv gestimmt, wir freuen uns auf interessante Begegnungen im Laufe der kommenden Tage. Wir lernen die Eltern des Bräutigams kennen, Freundinnen der Braut – und stellen uns als die Freunde aus Deutschland vor, die Ariel vor vier Jahren bei einem Workshop an der Universität Kunming (Südchina) kennengelernt haben.


Eine gute Stunde warten wir auf die Braut. Wir sind uns nicht sicher, ob sie bewusst eine Open Air Location am ersten Oktober gewählt hat – und das in England! Bisher ist es trocken, vielleicht sind das ja auch alles Märchen von dem vielen Regen… aber so richtig glauben wir nicht an einen sonnigen Spätsommertag.
Ohne Regen wird getraut, unterschrieben, es werden Blütenblätter geworfen (wer kennt schon den Ausdruck ‚petal‘? – ich hatte bei den kleinen rot-weiß getupften Papiertütchen im ersten Moment an gebrannte Mandeln gedacht…) und Ariel und Daniel blödeln rum wir Kindergartenkinder – ein herrlicher Anblick. Entspannte Atmosphäre, es wird viel gelacht und der Ausdruck „Englischer Humor“ bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Ariel und Daniel amüsieren sich nach der Trauung :)
 
Ariels und Daniels Freunde zeigen sich unglaublich hilfsbereit und begleiten uns kurz zwecks Einchecken in unser Hostel und organisieren die Fahrt zum Ort der Nachmittags- und Abendveranstaltung. Mein Kommentar dazu: längere Rückwärtsfahrten in Taxen auf Strecken mit überdurchschnittlich vielen Kreisverkehren sollten gemieden werden. Es dauert eine Weile, bis sich der Magen davon erholt… ich könnte mich jetzt noch zu der Kombination mit britischem Essen äußern, aber das ginge jetzt zu weit. Nächstes Mal nehme ich einen der Sitze in Fahrtrichtung!

Rückwärts im Taxi... never again...
Die weiteren Feierlichkeiten finden zum Glück nicht unter freiem Himmel statt. Es wird getrunken, gefuttert, Hochzeitstorte angeschnitten, getanzt, gelacht und geredet. Sarah und ich machen uns immer einen Spaß daraus, so lange wie möglich unsere Herkunft zu vertuschen und ja nicht am Akzent durchklingen zu lassen, dass wir Deutsche sind (ja, wir können das ‚th‘ aussprechen und sogar ein ‚v‘ von einem ‚w‘ unterscheiden).
Wer wissen möchte wie man im Englischen besonders deutsch klingt – und dieses Wissen nutzen möchte um genau selbiges zu vermeiden, sollte sich folgendes Video ansehen:
..das ist zumindest schon mal ein guter Anfang.


bunt gemischte Truppe: chinesisch, malayisch, britisch, deutsch...


Natürlich ausschließlich wegen meiner Größe musste ich mir am späteren Abend den Brautstrauß in die Arme werfen lassen – ich hatte quasi keine Chance, dem Blumenbündel auszuweichen. Und dann durfte ich das Ding noch drei Tage mit mir rumtragen und immer wieder die Geschichte erzählen – ich konnte den Strauß ja nicht einfach wegwerfen – schließlich hätte offenbar jedes Mädel ihn lieber gehabt als ich. Gut, dass ich nicht abergläubig bin…

neue Mode in Großbritannien: Schnurrbärte (nicht nur auf Hochzeiten als Partybelustigung)

 Der Weg zurück ins Hostel bestätigte wiederum unsere Erfahrungen des Vormittags: zwei Jungs brachten uns zur Straßenbahn, ein anderer rief aus der Bahn heraus wiederum in unserem Hostel an, da er sich sicher war, dass wir es auch ohne Taxi erreichen könnten. Auch die Ticketverkäuferin aus der Bahn setzte sich beeindruckend für uns ein – als wolle man vermeiden, dass wir mehr Geld als nötig ausgeben. Der Plan ging auf – wieder wurden wir von jemandem ein paar Straßen begleitet, nachdem wir nach dem genauen Weg fragten.
Immer wieder wundern wir uns: Hat sich jemals ‚zuhause‘ jemand so für uns eingesetzt um uns in alltäglichen Situationen weiterzuhelfen? Ich bin froh, dass ich diese Reise nicht alleine unternehme, es gibt so Vieles, über das man sich austauschen möchte. Wir genießen den ständigen Kontakt zu den ‚locals‘ und sind eigentlich ganz froh, dass wir beide kein Smartphone haben, mit dem wir alle Probleme auf die ‚moderne Art und Weise‘ selber lösen können. Das wäre doch nur halb so interessant…
Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir beide zu blöd waren, unsere Handys umzustellen und so eine Stunde zu früh aufgestanden sind. Also noch mal kurz hinlegen, bevor wir uns auf den Weg machen, den Bus nach Birmingham zu nehmen. 

jetzt fällt's mir wieder ein: die Fassade kenne ich als Windows-Desktophintergrund ;)
 Birmingham und London
...vielleicht später...

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