Viantiane (Laos) oder: Wie fotografiert man Blitze?
Der Mekong Fluß bildet südlich der laotischen Hauptstadt Viantiane die Grenze zwischen Laos und Thailand. Eines Tages im Mai 2011 habe ich eine halbe Nacht mit Kamera und Stativ auf Blitze gewartet und sogar einige einfangen können. Hier mein bester 'Schnappschuß' der Nacht:
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| Wie fotografiere ich einen Blitz? |
Aber "Wie lässt sich eigentlich mit solchen Fotos zustande bringen?" werde ich oft gefragt. Wer sich schon ein bisschen mit den Einstellungen seiner Kamera auskennt und (egal ob Spiegelreflex oder Kompaktkamera) einen halbwegs vernünftigen manuellen Modus verwenden kann, sollte ein solches Foto schießen können. Hier ein paar Tips für die nächste Gewitternacht:
- Du solltest eine Position finden, in der du es eine Weile aushalten kannst. Wenn es regnet, ist ein Dach über dem Kopf oder zumindest ein Schirm ganz Hilfreich. Deine Hände wirst du die meiste Zeit zum Schirm halten frei haben.
- Eine Thermoskanne Tee oder heiße Schokolade kann nciht schaden, wenn du dich nicht gerade in Südostasien befindest.
- Ohne Stativ geht es nicht. Bei schlechter Vorbereitung oder wenn ich zu faul bin, beispielsweise auf Reisen ein Stativ rumzuschleppen, positioniere ich die Kamera auch gerne auf Geländerstangen / Handläufen, Mülltonnen oder notfalls auf dem Boden - das ist aber in der Regel eher schädlich für die Perspektive.
- Wenn die Kamera in Position gebracht ist (sinnvollerweise mit einem Weitwinkelobjektiv, um auch einen möglichst großen Bereich des Himmels abzudecken), wird es Zeit, sich über die Einstellungen bewusst zu werden.
- Das gezeigte Foto hat für meinen Geschmack zu wenig "Motiv" im Vordergrund. Gehen wir mal von einer Aufnahme in der Landschaft oder am Rande einer Stadt aus, dann gibt es wahrscheinlich einen etwas näheren Bereich und den Hintergrund mit den eher weiter entfernten Blitzen. Um einen möglichst große Tiefenschärfe zu erzielen, wählen wir eine kleine Blende (beispielsweise f 22).
- Die Belichtungszeit wird entsprechend lang gewählt, so haben wir überhaupt erst eine Chance, den Blitz einzufangen und erhalten vor allen Dingen kein unterbelichtetes Bild.
- Um die richtige Belichtungszeit zu finden, habe ich ein wenig rumprobiert. Die Helligkeit des Blitzes ist nicht zu unterschätzen, auch wenn er nur für den Bruchteil einer Sekunde am Himmel erscheint, die Gesamtbelichtungszeit aber mehrere Sekunden beträgt. Das heißt, selbst nachdem die richtige Belichtungszeit für den eigentlichen Hintergrund (ohne Himmelslichter) gefunden wurde, kann das Bild durch einen Blitz überbelichtet werden.
- Der ISO-Wert sollte nicht zu hoch gewählt werden (bei meiner Canon EOS500D gehe ich nicht über 800), um Rauschen zu vermeiden.
- Ich habe ein paar Versuche gebraucht, bis alles gepasst hat.
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| Die besagte Nacht in Viantiene. Meine EOS500D auf Vanguardstativ. Foto: Joes Bowers |
Die nächste Frage könnte sein: "Wie fotografiert man Sterne?"
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| Inmitten der Sahara in Marokko: Mond und Sterne |
Im Grunde ist die Antwort ähnlich wie die obige: Stativ aufstellen, Blende und Belichtungszeit abpassen... Es zeigt sich allerdings schnell das Problem, dass bei kleiner Blende die Belichtungszeit aufgrund des geringen Lichtenifalls so lang wird, dass die Sterne innerhalb der Aufnahmezeit die Position wechseln. So entstehen keine Punkte, sondern kleine gebogene Linien auf dem Bild - sogar in erstaunlich unterschiedlichen "Weißtönen". Deswegen ist das hier gezeigt Foto auch mit der Blende 3,5 und einer Belichtungszeit von 60 Sekunden aufgenommen. Ich erinnere mich daran, dass ich bei einer sehr kleinen Blende bis zu sieben Minuten Belichtet habe - und man kann sich ungefähr vorstellen, wie weit sich die Erde in dieser Zeit dreht (1d = 24h = 1440 min., dh. 7 Minuten entsprechen 0,6% der Erddrehung und das sind immerhin über 200 Kilometer auf der Erdoberfläche... sorry, ich kann es nicht lassen: wenn ich über solche Zahlen nachdenke, muss ich einfach rechnen.)




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