Viantiane (Laos) oder: Wie fotografiert man Blitze?

03:48 Einsame Insel.de 0 Comments

Der Mekong Fluß bildet südlich der laotischen Hauptstadt Viantiane die Grenze zwischen Laos und Thailand. Eines Tages im Mai 2011 habe ich eine halbe Nacht mit Kamera und Stativ auf Blitze gewartet und sogar einige einfangen können. Hier mein bester 'Schnappschuß' der Nacht:

Wie fotografiere ich einen Blitz?

Aber "Wie lässt sich eigentlich mit solchen Fotos zustande bringen?" werde ich oft gefragt. Wer sich schon ein bisschen mit den Einstellungen seiner Kamera auskennt und (egal ob Spiegelreflex oder Kompaktkamera) einen halbwegs vernünftigen manuellen Modus verwenden kann, sollte ein solches Foto schießen können. Hier ein paar Tips für die nächste Gewitternacht:

  • Du solltest eine Position finden, in der du es eine Weile aushalten kannst. Wenn es regnet, ist ein Dach über dem Kopf oder zumindest ein Schirm ganz Hilfreich. Deine Hände wirst du die meiste Zeit zum Schirm halten frei haben.
  • Eine Thermoskanne Tee oder heiße Schokolade kann nciht schaden, wenn du dich nicht gerade in Südostasien befindest.
  • Ohne Stativ geht es nicht. Bei schlechter Vorbereitung oder wenn ich zu faul bin, beispielsweise auf Reisen ein Stativ rumzuschleppen, positioniere ich die Kamera auch gerne auf Geländerstangen / Handläufen, Mülltonnen oder notfalls auf dem Boden - das ist aber in der Regel eher schädlich für die Perspektive.
  • Wenn die Kamera in Position gebracht ist (sinnvollerweise mit einem Weitwinkelobjektiv, um auch einen möglichst großen Bereich des Himmels abzudecken), wird es Zeit, sich über die Einstellungen bewusst zu werden.
  • Das gezeigte Foto hat für meinen Geschmack zu wenig "Motiv" im Vordergrund. Gehen wir mal von einer Aufnahme in der Landschaft oder am Rande einer Stadt aus, dann gibt es wahrscheinlich einen etwas näheren Bereich und den Hintergrund mit den eher weiter entfernten Blitzen. Um einen möglichst große Tiefenschärfe zu erzielen, wählen wir eine kleine Blende (beispielsweise f 22).
  • Die Belichtungszeit wird entsprechend lang gewählt, so haben wir überhaupt erst eine Chance, den Blitz einzufangen und erhalten vor allen Dingen kein unterbelichtetes Bild.
  • Um die richtige Belichtungszeit zu finden, habe ich ein wenig rumprobiert. Die Helligkeit des Blitzes ist nicht zu unterschätzen, auch wenn er nur für den Bruchteil einer Sekunde am Himmel erscheint, die Gesamtbelichtungszeit aber mehrere Sekunden beträgt. Das heißt, selbst nachdem die richtige Belichtungszeit für den eigentlichen Hintergrund (ohne Himmelslichter) gefunden wurde, kann das Bild durch einen Blitz überbelichtet werden.
  • Der ISO-Wert sollte nicht zu hoch gewählt werden (bei meiner Canon EOS500D gehe ich nicht über 800), um Rauschen zu vermeiden.
  • Ich habe ein paar Versuche gebraucht, bis alles gepasst hat. 
Die besagte Nacht in Viantiene. Meine EOS500D auf Vanguardstativ.
Foto: Joes Bowers
 


Die nächste Frage könnte sein: "Wie fotografiert man Sterne?"

Inmitten der Sahara in Marokko: Mond und Sterne
Im Grunde ist die Antwort ähnlich wie die obige: Stativ aufstellen, Blende und Belichtungszeit abpassen... Es zeigt sich allerdings schnell das Problem, dass bei kleiner Blende die Belichtungszeit aufgrund des geringen Lichtenifalls so lang wird, dass die Sterne innerhalb der Aufnahmezeit die Position wechseln. So entstehen keine Punkte, sondern kleine gebogene Linien auf dem Bild - sogar in erstaunlich unterschiedlichen "Weißtönen". Deswegen ist das hier gezeigt Foto auch mit der Blende 3,5 und einer Belichtungszeit von 60 Sekunden aufgenommen. Ich erinnere mich daran, dass ich bei einer sehr kleinen Blende bis zu sieben Minuten Belichtet habe - und man kann sich ungefähr vorstellen, wie weit sich die Erde in dieser Zeit dreht (1d = 24h = 1440 min., dh. 7 Minuten entsprechen 0,6% der Erddrehung und das sind immerhin über 200 Kilometer auf der Erdoberfläche... sorry, ich kann es nicht lassen: wenn ich über solche Zahlen nachdenke, muss ich einfach rechnen.)

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Thailand: der Norden - Bangkok, Ayutthaya, Sukhothai, Chiang Mai

22:36 Einsame Insel.de 0 Comments

Guten Morgen, liebe Leser =)
Heute mache ich mir mal einen ganz entspannten Tag. Das ist, wie ich finde, eine super Ausgangslage um mal wieder ganz in Ruhe Blog zu schreiben. Leider ohne Word mit deutscher Rechtschreibpruefung, deshalb muessen Muetter und andere Menschen mit meinen Rechtschreib- und Grammatikfehlern leben. Fuers Korrekturlesen bin ich nach wie vor zu faul bzw. meine Zeit ist mir dafuer dann doch zu schade.
Ich sitze nun also in Chiang Mai im Norden Thailands in einem Internetcafe und werde alle paar Minuten von dem Ruelpsen der Angestellten "aufgeschreckt". Andere Laender, andere Sitten...
Mein letzter Tag in Thailand ist angebrochen, damit endet die Zeit des "einfachen" Reisens, die Zeit der Currys und Bananenpfannkuchen und meine gemeinsame Reisezeit mit Elske.

Koenigspalast, Bangkok
Vor rund zehn Tagen habe ich mich von Penang auf den Weg nach Bangkok gemacht (dank AirAsia Direktflug in nur zwei Stunden) und dort Jackie (wer sich nicht mehr dran erinnert: meine koreanische Mitbewohnerin) und Elske (Hollaenderin) getroffen. Ich kannte Bangkok ja schon von 2009 und habe die Stadt wieder mit aehnlichen Augen gesehen: Man sagt hier, entweder man liebt oder man hasst Bangkok. Ich glaube, ich tendiere eher zu ersterem, aber dennoch reichen fur mich drei Tage Aufenthalt in der Grossstadt absolut aus. Diesmal stand der Koenigspalast und weitere touristische Sehenswuerdigkeiten auf dem Programm - relativ architekturlastig, aber da habe ich ja kein Problem mit :)

Von Jackie haben wir uns Montag am Bahnhof verabschiedet - Elske und ich sind in den Zug nach Norden gestiegen. Knapp Zwei Stunden Fahrt im Waggon der dritten Klasse. Unsere Sitzplatzreservierung fand nicht wirklich Beachtung: wer einmal sass, gab seinen Platz nicht wieder her.
Ayutthaya mit Elske
In Ayutthaya machten wir uns mit Fahrraedern auf den Weg, die ehemalige Metropole Suedostasiens zu erkunden. Noch mal fuer einen kleinen Eindruck, wie guenstig das Leben als Tourist hier ist: Eine Fahrradmiete von einem Euro pro Tag ist eher teuer als guenstig! Als Entschaedigung fuer einen recht verregneten Nachmittags (und wenn es hier regnet, dann richtig), haben wir am fruehen Abend mehrere Regenbogen ueber den Ruinen des alten Ayutthayas bewundern duerfen. Das Licht ist hier abends herrlich und beschert mir immer wieder ausgesprochen atmosphaerische Fotomotive.
Am naechsten Morgen habe ich den Zug nach Phitsanulok genommen, einer Studentenstadt die nicht viel zu sehen bietet. Gegen Abend erreichte ich mit dem Bus Sukhothai, mein eigentliches Ziel. Der Geschichtspark Sukhothai (Weltkulturerbe) war fuer Elske dann doch etwas zu viel Kultur nach Ayuttaya und Bangkok.
Meine bisherigen Erfahrungen bezueglich des alleine Reisens waren durchaus postitiv (besonders auf Borneo). Auch in Sukhothai habe ich direkt nach meiner Ankunft in einem kleinen Gaestehaus (im stroemenden Regen) wieder nette Leute kennen gelernt und zusammen mit einem Frosch, der sich offenbar gerne in unserer Naehe aufhielt, einen schoenen Abend verbracht. Das kleine Staedtchen war auf jeden Fall einen Besuch wert.

Kinder im Lahudorf spielen mit einer toten Eule
Deutlich ausfuehrlicher Berichten koennte ich nun von Chiang Mai, aber fuer den Moment habe ich erstmal genug Zeit vor einem Bildschirm verbracht. Fuenf Tage habe ich nun hier verbracht, heute Abend geht es nach Viantiane, Laos. Eine zweitaegige Trekkingtour mit Uebernachtung in einem Dorf des Lahustamms, White Water Rafting, Duschen in Wasserfaellen und ein Thaikochkurs waren die Highlights der letzten Tage, ueber die ich einiges schreiben koennte. Mal schauen, wie ich Lust und Zeit habe :)

Meine grobe Planung fuer die kommenden Woche sieht so aus: http://tinyurl.com/3syfkmd
Am 29. Juni geht's zurueck von Kuala Lumpur nach Duesseldorf. Bis dahin werde ich zweifelsfrei noch so einiges erleben - und ich freu mich drauf :)


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Au revoir Malaysia!

01:54 Einsame Insel.de 2 Comments

Meine letzte Klausur ist geschrieben, Freitag geht mein Flug nach Bangkok. Die Woche auf Borneo war super, ich habe heute allerdings nicht die Zeit zu schreiben, da ich die letzten zwei Tage in Penang noch nutze um sie mit den Menschen zu verbringen, die ich vielleicht nie wieder sehe obwohl ich sie in den letzten Monaten schätzen gelernt habe.
Damit es doch einen "kleinen" Eindruck von Ostmalaysia gibt, hier der Link zu meinen Fotos (bzw. einer Auswahl).
Ich bin dann nun rund acht Wochen unterwegs, also ist erstmal Schluß mit telefonieren und regelmäßigem Internetzugang. Aber ich werde mit Sicherheit dann und wann berichten!

Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee

Bako Nationalpark bei Kuching


...leider ist das Album noch nicht vollstaendig, ich kann derzeit keine Bilder hochladen - die Uni-Internetverbindung schwaechelt.

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