Chinese New Year, Taekwondo Interaction Camp & der übliche Wahnsinn

08:46 Einsame Insel.de 2 Comments


Ich stecke bis über beide Ohren in Arbeit - und das drücke ich genau so aus, um nicht alle deutschen Redewendungen zu vergessen -  und habe absoult keine Zeit für Blog-Einträge und ähnliche Späße. Und genau deshalb mache ich es jetzt trotzdem. Auf Dauer macht es mich nämlich schon ein bisschen wahnsinnig, immer nur das zu tun, was ich soll und nicht das was ich will (in Anlehnung an Blumentopf :). Diesen Eintrag habe ich vor geschätzten zwei Wochen schon angelegt, deswegen folg nun zunächst der damals geschriebene, mangels Ende und Fotos nicht veröffentlichte Teil:

mein Name "auf chinesisch"
Nun bin ich wohl ganz aus dem Rhythmus. Nach Thailand gab es doch recht viel für die Uni zu tun, besonders mein großes Projekt stellt sich als eher umfangreich heraus. Doch trotz Modellbaus, Zeichnens und Grundrisse-Planens fand ich genug Zeit, die lokalen Festivitäten, wie das chinesische Neujahr mitzuerleben. Unsere "Buddys", die bereits die Orientierungswoche Ende Dezember organisiert hatten, sorgten in der zweiten Februarwoche für eine umfangreiche Abendveranstaltung auf dem Campus. Ein bisschen habe ich immer das Gefühl, dass diese "Feste" überorganisiert sind. Wochen im Voraus werden Tickets verkauft, man wird mindestens dreimal gefragt, ob man schon eines erworben hat und ob man auch wirklich teilnehme - das Event sei schließlich vorrangig für die Austauschstudenten organisiert. Und man solle kein schwarz tragen, möglichst rot - so ist es der Brauch an Chinese New Year. So richtig verstanden, wann das neue Jahr nach dem chinesischen Kalender beginnt, habe ich bis heute nicht. Die Feierlichkeiten haben mehr als zwei Wochen angehalten - immer wieder hörte man irgendwo China-Böller (die roten, die nur Lärm machen, aber nicht funkeln...).
Was die "Überorganisation" betrifft: bei Ankunft fehlten mir erst mal ein paar Hände. Als handtaschenloser Besucher wusste man gar nicht wohin mit den ganzen Broschüren, Werbezetteln, Bonbons und dem kostenlosen Werbefläschchen Redbull - dazu gab es noch einen Nummernaufkleber und eine Mandarine für jeden weiblichen Besucher, die mit unserem Namen versehen in einem Planschbecken versenkt wurde.
Lucky draw: DAS Highlight des Abends! (Foto: Jackie)
Ein knappes Dutzend Stände waren aufgebaut - neben einem reichhaltigen Buffet gab es einen Stand mit Neujahrskeksen, einen zum chinesische Zeichen-Zeichnen und verschiedene Spiele (ich habe sie mir nicht näher angeschaut, aber es ging ein wenig in Richtung Entchen-Angeln - man bedenke, dass alle Besucher über zwanzig gewesen sein dürften). Das Bühnenprogramm wurde - wie offenbar üblich - von doppelter Moderation begleitet (englisch und chinesisch, vorgetragen von Männlein und Weiblein - wie üblich). Trommelnde Austauschstudenten, trommelnde lokale Studenten, tanzende chinesische Mädchen (auch schon über das Entchenangel-Alter hinaus), eine Flöte spielende Studentin und ein chinesisches Mini-Orchester - und der Abend wurde lang und länger und die meisten Besucher müde und müder. Und das Losziehen durfte natürlich auch nicht fehlen. Und gezogen wurde die Nummer neun! Juchu, ich habe gewonnen :) Ein bunt verpacktes Päckchen wurde überreicht, sogar ein Foto gemacht (gestelltes zehn-sekündiges Übergeben des Päckchens...). Und, ratet mal, was ich bekommen habe? Einen kleinen Collegeblock aus recyceltem Papier! Yeah! Man könnte jetzt sagen, der Aufwand sei ein bisschen übertrieben gewesen, nicht? :)

Chinese New Year Partner Dance
Und zum Abschluss stand „Partnertanz“ auf dem Programm. Dass ich mich drücken würde, war klar – und das war nicht mal schwer. Brauch ist es, dass alle Singlefrauen Mandarinen mit ihrer Telefonnummer von einer Brücke in einen Fluss werfen und die suchenden Männer mit Booten so viele Mandarinen wie möglich sammeln. Möglicherweise werfen die Frauen auch mehrere Mandarinen – so genau habe ich mich nicht informiert. Jedenfalls scheint das eine traditionelle chinesische Partnerschaftsbörse zu sein. Auf dem Campus der USM ging es jedenfalls nur um einen Tanz – das erwähnte Planschbecken stellte den Fluss dar – so wurden Tanzpärchen bestimmt. Irgendwelche glücklichen Umstände hatten dafür gesorgt, dass meine Mandarine abhanden gekommen war. Und das Argument, dass man die anderen fotografieren wolle, reicht in der Regel auch.

Mich beschlich der Gedanke, dass einige Malayen (das schließt die hier lebenden Chinesen ein) im Studentenalter in manchen Dingen den Eindruck machen, als seien sie noch ein wenig jünger. Dieser Gedanke sollte sich am folgenden Wochenende bestätigen.
Auffallen? Ich? (Foto: unbekannt)
Mein Taekwondokurs nimmt wöchentlich vier Stunden Zeit in Anspruch - in der Regel. Zwei Tage war ein "Active Camp" am Strand Penangs geplant. Kanufahren, Schwimmen und andere Wasser- und Strandsportarten, abendliches Barbecue und "ganz viel Spaß" waren versprochen worden. Dank des üblichen Wochenendstresses (ich habe freitags und montags Architecture Studio, sodass es immer viel zu tun gibt) meldete ich mich also nur für einen Tag an, was ich später auch nicht bereut habe.
Training mit Dobo
Samstag in der Früh nahmen wir also den hochschuleigenen Bus vom Campus in Richtung Norden der Insel. Und dann ging der Spaß los: Aufwärmübungen wie im wöchentlichen Training und danach... dreimal dürft ihr raten! Falsch - Sackhüpfen! Wir schon von anderen "spaßigen" Aktivitäten gewohnt wurden wir in mehrere Gruppen eingeteilt, die sich einen Namen und einen "Kampfschrei" ausdenken durften. Dabei kamen dann so einfallsreiche Ideen wie "Spongebob" und andere malayische Comichelden heraus. Morgens kurz nach Sonnenaufgang (okay, ich übertreibe ein wenig) am Strand - noch im Halbschlaf - da kann man über ein Kindergeburtstagsspiel eigentlich ganz gut hinwegsehen. Man ist ja noch nicht ganz so aufnahmefähig. Und bestimmt kann es kaum alberner werden. Das Gekichere ist groß - und es soll noch 'lustiger' werden.

Aber dazu nun doch ein anderes Mal, in in paar Minuten wird der Campus geschlossen und ich mag noch - ohne über den Zaun klettern zu müssen - nach Hause kommen. Eigentlich hab ich noch so viel von Jakarta usw zu erzählen. Na ja, also vorerst Mails und telefonieren - das ist nicht immer so ein Angang. Ich werdemich bemühen...

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2 Kommentare:

  1. Mensch habe ich mir Sorgen gemacht!
    Einen Tag länger ohne ein Zeichen und ich wäre persönlich zu Dir in die Ferne geflogen um Dich zu suchen!!!
    Bekommst Du SMS, Mails ???
    Viel "Vergnügen" weiterhin!

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  2. ich will auch Sackhüpfen :)

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