Kurioses von Campus und Küche

05:41 Einsame Insel.de 5 Comments

die Moschee auf dem "Hauptcampus" Minden
...3. Regel in Malaysia: Wenn du ein Treffen vereinbart hast, gehe nicht davon aus, dass dein gewünschter Gesprächspartner auch davon erfährt.
...4. Regel: es wird fünf Mal am Tag gebetet, die Lautstärke der Gesänge, die von den Minaretten hinabschallen, sollte nicht unterschätzt werden.


Jeden Tag eine Überraschung, auch wenn man eigentlich gar nichts spektakuläres macht oder plant. Ach, da fällt mir Regel 5 ein: dreimal am Tag duschen ist vollkommen normal. Weder wird es sich in unerwartetem Maße auf die Wasserrechnung auswirken, noch wird sich ein Einheimischer über deine Duschgewohnheiten wundern.

eine Brücke verbindet Penang mit dem Festland
Die letzten Tage haben sich als relativ ruhig herausgestellt, was mir absolut entgegenkam. Ich würde behaupten, meinen Jetlag bin ich immer noch nicht ganz los. Die Hälfte der sieben Stunden Zeitverschiebung habe ich vielleicht raus, aber ich gehe nach wie vor spät ins Bett und stehe spät auf. In Deutschland kommt mir Ausschlafen immer in dem Moment komisch vor, in dem ich mich nicht mehr entscheiden kann, ob ich frühstücken oder mittagessen soll, wenn ich die Küche betrete. Hier stellt sich diese Frage allerdings gar nicht, da sich die durchschnittlichen drei Mahlzeiten am Tag nicht wesentlich voneinander unterscheiden.
Es gibt wahrlich eine riesige Auswahl an Speisen und Getränken - erstere sehr scharf, letztere meist zu süß.
Ob man nun zum Frühstück Ayam Curry und Papadom (Hähnchencurry mit knusprigen, würzigen Scheiben, die aussehen wie dunkle dünne Krabbenchips und noch schlimmer schmecken) isst oder Abends eine Art Bananenpfannkuchen - das interessiert im Grunde niemanden. Nur 'seafood' gab es bisher nur zum Abendessen. Mit Hosniyah (Sakina ist noch bis morgen in Bangkok, aber ihre Schwester unterstützt mich super), ihrer Mutter und einem Grüppchen "Aunties" ging es Freitag zum Fischessen ans Wasser. Die Nähe zum Meer hat den Vorteil einer sanften Brise, die bei konstanten 30°C wirklich gut tut. Der Fisch an sich war essbar (aus meiner fisch-feindlichen Sicht müsste ich vielleicht sogar sagen 'lecker') - besonders interessant finde ich Tomyam (Lemongrass ist super!).


Nicht so erfreulich war meine Begegnung mit einer "grünen Bohne", die sich während des Kauens als Chilischote herausstellte. Spaß für eine Viertelstunde... Nicht unbedingt wiederholenswert!

So langsam bekomme ich auch ein Gefühl für die Preise. Hat man zu Anfang noch den Eindruck, günstig zu essen und viel für sein Geld zu bekommen, weiß man wneige Tage später schon, was wirklich "preiswert" ist. Das Foto (Kersten, nur für dich!) entstand in einem japanischen Restaurants, in dem ich mit einigen Studenten der USM aus dem International Office essen war. Hähnchen, Soße, Reis, Salat, Suppe, Melone und Getränk für umgerechnet gute zwei Euro. Ich fand das Angebot eigentlich relativ überzeugend. Nun weiß ich aber, wo ich eine umfangreichere Mahlzeit für etwa die Hälfte bekomme.

Wohnheim der USM
In den letzten Tagen habe ich versucht, einige Probleme bei meiner Kurswahl zu lösen, indem ich mit dem Prodekan und einem Professor der 'School of Housing, Building and Planning' gesprochen habe. Besagtes Treffen mit dem Prodekan habe ich morgens um elf persönlich mit seiner Sekretärin verabredet, um dann nach über fünf Stunden 'Wartezeit' gesagt zu bekommen: "I didn't know we had an appointment!" - Ach so! Ja, gut dass ich das vorher geklärt habe. Und dann wird man noch für seine Geduld gelobt, sehr ermutigend.
Ich hatte also ausreichend Zeit, den Campus kennenzulernen und dem International Office einen Besuch abzustatten. Auch wenn hier einige Leute recht 'verplant' sind, scheint man sich doch im Großen und Ganzen zu bemühen (hatte ich schon die Emailadresse erwähnt, für die keiner zuständig ist? - nun werde ich gefragt, warum ich denn bzgl. Kurswahlen etc. keine Email geschickt habe...).
Die 'Buddies' sind sehr kontaktfreudig - lagweilig wird die Zeit hier bestimmt nicht.

Was den Campus angeht, bin ich schon ziemlich beeindruckt. Ich weiß nicht genau, wie lange man läuft, um vom einen Ende zum anderen zu gelangen, aber es dürfte mit nichts was ich an deutschen Unigeländen kenne, vergleichbar sein. Es fahren Shuttlebus von einem Gebäude zum nächsten, die jedoch jetzt zur vorlesungsfreien Zeit offenbar sehr rar sind. Die weitläufigen Wiesen sind menschenleer, die Palmen spenden nur wenig Schatten und bei dreißig Grad möchte man sich eigentlich auch lieber in den klimatisierten Gebäuden aufhalten.


Campus nahe der School of Housing, Building & Planning
Wer in Aachen Architektur studiert (hat), kennt die Weidenrutenhütten aus dem ersten Semester. Es scheint, als würden solche Aufgaben hier etwas größer aufgezogen werden. Statt Weiden gibt es Bambus und statt Blumendraht aus dem Baumarkt zu verwenden werden komplexe Knotenpunkte entwickelt.
Mein 'großes Projekt' wird wahrscheinlich der Entwurf einer Hotelanlage sein - was auch sonst? Ich bin gespannt, was da auf mich zukommt...

Ach, und falls wirklich jemand bis zum Ende liest:
Ich freue mich natürlich über Kommentare - immerhin haben den ersten Post angeblich 29 Leute gelesen :-). Deutschland, Spanien, UK und Brasilien kann ich ja noch Leuten zuordnen, aber wer ist gerade in Russland, den USA und Dänemark?

You Might Also Like

5 Kommentare:

  1. Wann kommst Du bitte schön zur Ruhe?
    Es hört sich an, als wärst Du direkt, wie auch sonst, nur unterwegs! Unheimlich spannend und ich klebe Dir an den Lippen: weiter weiter!
    P.S. Rebexx hat eine Zusage !!!

    AntwortenLöschen
  2. aach, marlen, alles gut, ich hab mehr ruhe als ich gebrauchen kann. hab mich heut ausgiebig mit fotos, website und so nem quatsch beschätigt... ganz entspannt :) schön, von dir zu hören, dein mini-adventskalender steht hier übirgens auf'm schreibtisch!

    AntwortenLöschen
  3. Ich finds auch megaspannend!
    Danke übrigens für deine SMS!!!
    Ich dachte schon: welche fremde Nummer schreibt denn da und begrüßt mich mit "Hi my dear"? ;)
    Es klingt als wärst du in einem perfekten, bezahlten Urlaub und könntest es dir richtig gut gehen lassen. Auf jeden Fall eine Erfahrung wert! Lernst du eigentlich die Sprache dort?

    Viele liebe Grüße aus dem megaverschneiten Haan (guten 40 cm mittlerweile)!
    *knuddel* Wusel

    AntwortenLöschen
  4. Hi Sylvia,
    tja, also ich oute mich. Ich gehöre sozusagen zu den Lesern der ersten Stunde. Nach Russland und Dänemark würde ich zwar auch gern reisen, aber zurzeit bin ich noch in einem beschaulichen Dorf am Fuße des Hunsrücks zuhause. Da dies sich in der nächsten Zeit auch nicht wesentlich ändern wird, freue ich mich umsomehr ein kleines bisschen von der großen weiten Welt über Dich kennenzulernen. Also ich bin richtig gespannt auf Deine Erlebnisse in Malaysia. Fast ist es so wie einen Adventskalender zu öffnen. Welche Geschichte wirst Du uns als nächstes präsentieren?
    Ich bin auf jedenfall ganz gespannt!
    Dir eine wunderschöne, erlebnisreiche und interessante Zeit in Malaysia
    Liebe Grüße aus Weiler

    Lioba

    AntwortenLöschen
  5. Hey Sylvia,
    ganz liebe Grüße aus Neuseeland. Das hört sich ja alles schon sehr aufregend an, ich werd versuchen weiterhin regelmäßig reinzuschauen und zu lesen was du so erlebst.
    Bin aber selbst grad am Rumreisen. Neuseeland hat mir bisher super gefallen aber die Zeit ist fast vorbei und dann gehts nochmal zurück nach Australien.
    Freu mich auf weitere Neuigkeiten! :)

    Claudi

    AntwortenLöschen