Georgetown, E-Park und neue Bekanntschaften
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| in einem chinesischen Tempel in Georgetown |
Freitag war es endlich so weit – ich durfte in den E-Park ins „appartement“ zu Elske und Myrna aus den Niederlanden ziehen. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass die Bedeutung der Wörter „house“ (= Wohnung), „hostel“ (= Studentenwohnheim), „appartement“ (auch Wohnung, aber hier irgendwie immer nur im Zusammenhang mit einer Wohngemeinschaft) ein wenig von der mir geläufigen abweicht. Ich wohne jetzt also für eine gute Woche in einem 10m²-Zimmer und habe alles Notwendige zur Verfügung – vom Toaster bis zur Waschmaschine. Die beiden Mädels haben die Wohnung offenbar schon vor einiger Zeit organisiert, irgendwie scheint da an anderen Unis die Kommunikation zu den Zuständigen hier etwas besser zu verlaufen. …da ich aber nicht die einzige bin, die mit dem Hostel unzufrieden ist oder die fehlinformiert wurde, steht meine 3er-WG auch schon, wir ziehen dann voraussichtlich in den Nachbargebäudekomplex um – da scheint aber auch alles Nötige vorhanden zu sein und der Hauseigene Pool ist von noch mehr Palmen umgeben als der vom E-Park.
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| Affe auf einem Dach in Georgetown |
Zusammengefasst: Ich glaube, hier kann man es ein paar Monate ganz gut aushalten.
Riesenvorteil hier ist, dass sich in den umliegenden Gebäuden ein Großteil der Austauschstudenten aufhält. So hat sich der Kreis hier gestern um zwei Finnen und drei Finninnen erweitert (ich musste das grad einfach mal ausschreiben :) und um zwei Deutsche, die ebenfalls hier wohnen und in der USM ein Praktikum machen. Zusammen mit einem der USM-Buddies und meinen Mitbewohnerinnen waren wir auf einem Nachtmarkt essen, der hier jeden Samstagabend stattfindet und eine große Vielfalt an Essen und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Neben Satayspießen (die übrigens hier ihren Ursprung haben) gibt es verschiedenste Varianten von Fleisch (meist Hähnchen, malayisch Ayam), Fisch und anderem‚ Meeresgetier am Stück, in Bällchen, auf Spießen mit verschiedenen Panaden und Soßen. Ein Stand bietet eine Art Fondue an – Fleisch, Fisch und Gemüse sind auf Holzspießen käuflich zu erwerben, werden in Kochender Brühe gegart und dann in verschiedene Soßen getunkt. Früchte aller Art (sowohl frisch als auch sauer eingelegt), Maiskolben, Kuchen und mir unbekannte Gebäcksorten machen das Angebot komplett. Nicht satt werden geht eigentlich gar nicht.
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| neuer Anstrich für das Weltkulturerbe Georgetown |
Mittlerweile ist Sonntagabend, das Wochenende haben wir mit viel rumlaufen in Georgetown und der Queensbaymall verbracht (für meinen Geschmack genug für die nächsten vier Wochen). Das hat immerhin geholfen um einen Überblick über die Buslinien und die Hauptanlaufpunkte der Insel zu bekommen. Strände und Nationalpark im Norden der Insel habe ich leider noch nicht gesehen, es war einfach zu bewölkt die letzten Tage. Generell ist es sehr angenehm, wenn nicht ununterbrochen die Sonne scheint, ansonsten werden die rund 30°C sehr schnell sehr unangenehm. Und ja, hier wird es genauso früh dunkel wie in Deutschland, also so richtiges „Hochsommerfeeling“ ist das hier auch nicht...
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| malayische Spezialitäten |
Blöderweise funktioniert zwar unser Router hier super, aber die Verbindung zum Internet kann er trotzdem nicht herstellen. Eigentlich weiß auch keiner so recht, wann das letzte Mal für den Anschluss gezahlt wurde, der bis gestern so wunderbar funktioniert hat. Es macht tatsächlich den Eindruck, als habe man uns einfach den „Saft“ abgedreht. Ohne Moos nix los… und ich vergesse immer wieder nachzuschauen, was „Redewendung“ auf Englisch heißt… so ein paar Wörter entfallen einem einfach immer wieder und andere hat man nie gebraucht (kein Wunder wenn sich das Fremdsprachen-Training in den letzten Jahren hauptsächlich auf Kurzgespräche auf Reisen beschränkt hat). Aber ich bin ganz optimistisch, die Finnen sprechen sehr gut Englisch (und dazu auch noch Finnisch!), die Holländerinnen auch, also im Grunde muss man sich nur ausreichend unterhalten (und immer brav die fehlenden Wörter nachschauen).
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| Weihnachtsstimmung bei 30°? naja.. |
Ach ja, zum Thema Weihnachten… ich dachte eigentlich, ich könne dem ganzen Trubel dieses Jahr entgehen… aber man kann sich ja immer gewaltig irren. Dank an die freundliche Unterstützung der deutschen Bräuche in Malaysia an Marlen und Papa bzw. Nina für reisefreundlichen Adventskalender und ebensolchen Adventskranz (auf dem überhaupt nicht gestellten Foto für das ich überhaupt nicht lange gebraucht habe weil ich nicht eine halbe Stunde nach einem Feuerzeug suchen musste kann man vielleicht nicht erkennen, dass der Adventskranz einen Durchmesser von etwa 3cm hat). Was mir aber gar nicht gefällt: scheinbar mögen die Chinesen (die ja bekanntlich nicht muslimisch, aber hier zu einem größeren Anteil als ich gedacht hätte christlich sind) Weihnachten gerne! Das heißt überall werden Weihnachtsgeschenke verkauft, es gibt „tolle Angebote“ und vor allem: überall läuft Weihnachtsmusik. Der erste Kommentar von den Finninnen (ich mag dieses Wort irgendwie) zu meinem Namen: „Oh, like in the Christmas-Song?“ …das war mir noch nicht bekannt.
So, genug für heute, ich suche mir jetzt eine WIFI-Zone und dann geht’s noch Abendessen den Finninnen und anderen lustigen Leuten. Und schönen dritten Advent, bei euch ist’s ja noch früh am Sonntag :-)






Immer noch "idiom", nicht zu verwechseln mit "idiot" ;)
AntwortenLöschenBei dir scheint ja ein echter Finnenfimmel ausgebrochen zu sein...auch ein sehr nettes Wort ;)
Schick mal ein paar Satays rüber...ich hab Hunger :D
...gefällt !
AntwortenLöschendanke, sarah... ich glaub jetzt kann ich's mir merken ;)
AntwortenLöschenHyvää iltaa Sylvia!! Sofern du im Finninenfieber schon ein paar Brocken der lustigen Sprache gelernt hast! Super Weihnachtsfoto, fehlt dir ja nur noch Tannengrün, was aber sicherlich zu kriegen sein sollte, nach deiner Beschreibung ;-)! Werde morgen zum ersten Mal einen echten Weihnachtsmarktbummel machen und dabei vermutlich auch ordentlich Weihnachtsmusik auf die Ohren kriegen, sodass ich schön an dich denken werde, während ich mit Ma und Andrea durch den Schnee stapfe... so long grüßt dich, die Nina
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