Klarkommen in Kuba

10:59 Einsame Insel.de 1 Comments

Zwei verschiedene Währungen, essen an Straßenständen, Wasser kaufen - wie funktioniert das eigentlich alles in Kuba?

Ich habe unruhig geschlafen, die Nacht war viel zu heiß und ich konnte mich nicht entscheiden, ob mich die Hitze oder der Lärm der Klimaanlage mehr vom Schlafen abhält. Meistens läuft es bei tropischen Klimaverhältnissen darauf hinaus, dass ich die Klimaanlage so lange laufen lasse, bis ich fast eingeschlafen und sie dann ausschalte. Wenn ich glück habe, werde ich nachts nicht von der hohen Temperatur wach. Ich werde vermutlich mal wieder ein paar Tage brauchen, bis ich mich an die starke Klimaveränderung gewöhnt habe. Zwar war es in Deutschland bei Abreise noch nicht so kalt, wie man es im "tiefen Winter" erwarten könnte, trotzdem macht sich ein Temperaturunterschied von rund 20°C doch bemerkbar.



Schwarze Luft auf den Straßen von Matanzas
Wir treten auf die Straße vor unserem Casa, das sich "Maria y Jesús" nennt und atmen die frisch verpestetet Oldtimer-Luft ein. Es riecht nach Qualm, nach Benzin, vielleicht auch nach Öl - zusammengefasst eher wie an einer Autorennstrecke oder in einer Werkstatt. Ich male mir aus, dass ich in den nächsten vier Wochen wahrscheinlich so viele Schadstoffe einatme wie sonst in einem Jahr in Deutschland nicht. Umweltplaketten in Stadtzentren - auf so eine Idee käme in Kuba mit Sicherheit niemand. In Matanzas könnte man dann wahrscheinlich die Fahrzeuge, die noch fahren dürften, an einer Hand abzählen. Trotzdem: Irgendwie gehört dieser Geruch zu diesem Land und passt zu dem Bild, was sich mir in den nächsten Stunden bietet: amerikanische Oldtimer aus den 1950er-Jahren parken am zentralen Platz und rattern durch das Zentrum von Matanzas, dazwischen Fußgänger, seltener ein Fahrradfahrer und ein paar Busse, deren Heck meistens hinter einer schwarzen Wand aus Abgasen verschwindet.


Geld abheben und wechseln in Kuba
In Matanzas gibt es mindestens drei Geldautomaten, die offenbar alle funktionieren und wir haben keinerlei Schwierigkeiten, an die Devisenwährung CUC (Peso Convertible) zu kommen. Alle Banken scheinen 2-3% des abgehobenen Betrages Gebühr zu nehmen, die jedoch bei der DKB auf Anfrage zurückerstattet werden (hat bei mir bisher immer problemlos funktioniert). Der CUC ist direkt an den Dollar gekoppelt, sodass auf der Kreditkartenabrechnung hinterher immer der Tageskurs des USD angeführt wird. Übrigens scheint die VISA-Karte in Kuba überall problemlos zu funktionieren, wohingegen amerikanische Karten (master, american express) gar nicht akzeptiert werden.
Interessant zu wissen ist auch, dass man in den Wechselbüros keine Gebühren zahlt, mit einer Ausnahme: Beim Tausch von USD in CUC wird eine Gebühr von 10% einbehalten. Also unbedingt Euro und keine Dollar-Noten mitbringen!

Essen aus der Pappschachtel: nicht jedermanns Sache und auch nicht jedermanns Geschmack: Reis mit Hähnchen, Banane, Avocado und einer Scheibe Schinken. Die Alternative wäre eine Pizza mit Käse gewesen. 

Verwechslungsgefahr: die beiden kubanischen Währungen
Was offenbar viele Touristen nicht wissen: es gibt in Kuba zwei Währungen:
- Peso Convertible (CUC): 1 CUC = 1 USD (ca. 0,90 €)
- Peso Cubano (auch "moneda nacional"): 25 Peso = 1 CUC = 1 USD
Das bedeutet, es gibt also den kubanischen Peso, der einen Wert von etwa 4 Cent hat. Auf Märkten, in kleinen Läden, an Straßenständen, in einigen Restaurants und Cafeterias kann mit dem Peso Cubano gezahlt werden, wohingegen Unterkünfte oder Taxifahrten immer in der Devisenwährung bezahlt werden. Hier ein paar Preisbeispiele:

- kleine Pizza am Straßenrand: 5 Pesos (0,20 €)
- 5 Bananen auf dem Markt: 5 Pesos (0,20 €)
- eine Ananas auf dem Markt: 12 Pesos (0,50 €)
- Brötchen mit Ei am Straßenrand: 3-5 Pesos
- Erfrischungsgetränk am Straßenrand: 1 Peso (0,04 €)
- Fruchtsaft an Straßenstand: 2 Pesos (0,08 €)
- abgepackter Saft, Softdrink im Supermarkt: 0,55 CUC
- 1,5l Trinkwasser im Supermarkt: 0,70 CUC
(manchmal bis zu 2,00CUC in touristischen Gegenden)
- Essen in Peso-Restaurant: 20-50 Pesos (< 2,00 €)
- Essen in Devisenrestaurant: 4-12 CUC
- Übernachtung in Casas Particulares: 20-30 CUC (für Alleinreisende 15 CUC)
- Frühstück im Casa: 3-5 CUC
- Abendessen im Casa: 8-10 CUC

Preise verschiedener Verkehrsmittel werde ich an anderer Stelle aufführen.
Es lohnt sich in jedem Fall bei einem Kubaurlaub, der sich nicht auf Strand-/Hotelurlaub beschränkt und mit Vollverpflegung ausgestattet ist, ein paar CUC in Pesos zu tauschen. Der offizielle Kurs ist 1:25, man erhält jedoch immer 24 Pesos für einen CUC, also 240 für 10 CUC. Mit 240 Pesos in der Tasche, die wir am ersten Tag unserer Reise getauscht haben, kommen wir schon ganz weit - immerhin kann man davon über 40 Pizzen kaufen :-)

Oldtimer gibt es in Matanzas wie Sand am Meer - in den engen Straßen des Zentrums merkt man das an der Luftqualität.


Was ich nicht bezahlen kann, bekomme ich geschenkt!
Auf der Suche nach einem guten Frühstück für unseren ersten Urlaubstage, kommen wir an einer Panaderia, also einer Bäckerei vorbei. Hier gibt es ausschließlich einfache weiße Brötchen, die ein wenig den deutschen Milchbrötchen der Mürbchen ähneln, aber nicht so süß sind. Die Schlange ist kurz und ich komme schnell dran. Pro Person darf nur ein Brötchen gekauft werden, jedes Brötchen kostet einen Peso. Wir hätten also gerne zwei Brötchen und möchten mit einem 20-Peso-Schein bezahlen - einen kleineren Schein haben wir beim Geldwechsel nicht bekommen. Die freundliche Verkäuferin kann uns den Schein nicht wechseln, auch in der anderen Währung haben wir noch keine kleinen Einheiten (häufig kann man auch 0,05 CUC statt einem Peso bezahlen). Statt dass wir weggeschickt werden, bekommen wir kurzerhand die beiden Brötchen geschenkt. Fast unvorstellbar, dass mir so etwas in Deutschland passiert. Natürlich gibt es bei uns beim Bäcker nichts für 5 Cent...



Leider ausverkauft, Nachschub kommt bestimmt irgendwann...
Trinkwasser. Essentiell für jedermann, sollte man meinen. Leider kommt es in Kuba nicht aus dem Wasserhahn (mit Ausnahmen) und ist höchstens abgekocht genießbar. Der gemeine Tourist versucht also, in einem Supermarkt oder kleinen Laden/ Kiosk, Wasser in Flaschen zu kaufen. In Kuba gibt es generell nur eine Marke, von der Wasser in 0,5 und 1,5 Liter-Flaschen (selten auch mit Kohlensäure) sowie in 5 Liter-Kanistern angeboten wird. Zumindest in der Theorie. In Matanzas klappern wir nacheinander die kleinen Supermärkte ab, finden aber in keinem Trinkwasser. Klar kann man in vielen Straßenlädchen Fruchtsäfte und andere viel zu süße Erfrischungsgetränke erwerben, aber nirgendwo bekommen wir Wasser.
An diesem ersten Tag in Kuba haben wir noch keine Ahnung, wie uns das Trinkwasser-Beschaffungs-Thema in den nächsten vier Wochen verfolgen wird.

Dafür mussten wir den "Berg" besteigen: endlich Wasser und andere kühle Getränke!


Monserrate: Aussichtspunkt über Matanzas
Nachdem wir den Tag mehr mit der Eingewöhnung ins kubanische Leben als mit irgendwelchen besonderen Aktivitäten verbracht haben, nehmen wir uns für den späten Nachmittag den Aufstieg auf den Monserrate bzw. den Berg vor, auf dem eine Kirche mit diesem Namen steht. Dank eines überwiegend rechtwinkligen Straßensystems lässt es sich in vielen kubanischen Städten ausgesprochen einfach zurecht finden, sodass auch der Weg zu unserem heutigen Ziel in zwei, drei Sätzen erklärt ist. 
Neben der asphaltierten Straße begegnen wir neben einigen Kindern und älteren Kubanern auf dem Heimweg auch Pferden, Ziegen, Schweinen und Hühnern. Selten sind die Tiere eingezäunt, oft mit einem Seil angebunden.
Oben angekommen beobachten wir eine Vielzahl von Truthahngeiern, die mit ihren fast zwei Metern Spannweite elegant über uns in der stillen Abendluft kreisen.
Eine von einigen Einheimischen besuchten Cafeteria verkauft brasilianisches Bier (dabei schmeckt das kubanische viel besser, wie wir später feststellen) und wir gönnen uns eine kleine Abkühlung, bevor es nach Sonnenuntergang wieder zurück ins Tal geht.


Truthahngeier über Matanzas
Abendstimmung in Matanzas

Abendstimmung in Matanzas



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Ohne Hotel, ohne Bus - ohne Plan?

11:35 Einsame Insel.de 1 Comments

Matanzas wird das erste Ziel einer vierwöchigen Kubareise, von der ich im Vorfeld nicht mehr als die Flüge gebucht habe. Warum Kuba ein Land ist, in dem man wunderbar spontan sein kann und warum man sich auf jegliche Planung in diesem Land selten verlassen kann, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen erfahren.

Ankommen in Varadero
Eine schier endlose Schlange Menschen tummelt sich vor dem Geldwechselbüro am Flughafen Varadero. Es ist schon stockdunkel, die Temperaturen sind angenehm, aber ohne Bargeld kommen wir hier nicht weg. Die beiden Geldautomaten in der Wand des überschaubaren Gebäudes zeigen nur drei Wörter an: „Out of Order“. Mit so etwas hatte man ja schon gerechnet. Irgendwo schnappe ich auf, dass es in der Abflughalle noch einen zweiten Wechselschalter gibt. Tatsächlich: ich bekomme meine Euroscheine tatsächlich drinnen viel schneller gewechselt. Aber warum die Eile? Der letzte Bus nach Havanna muss sowieso schon längst weg sein. B wohl die Fluggesellschaft die Taxikosten übernimmt, weil keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren? Ich wage es gar nicht, den Gedanken weiter zu verfolgen. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Aber eigentlich möchten wir gar nicht mehr nach Havanna heute Nacht. Drei Stunden fahrt – und das ohne eine Übernachtungsreservierung in der Hauptstadt.
Vielleicht doch nach Varadero in die Nähe der Strände mit kristallklarem Wasser und schneeweißem Sandstrand? Das hatten wir eigentlich schon ausgeschlossen, nach Varadero wollen wir nicht, nach allem, was wir gelesen und gehört haben. Eine Hotelhochburg neben der anderen, man kann überall in der europäischen Währung bezahlen und sieht mehr Deutsche und Kanadier auf der Straße als Kubaner.

Die erste Nacht in Kuba
Bleibt noch Matanzas – eine Arbeiterstadt mit Chemiewerk und Zuckerraffinerie, die die meisten Touristen auf den ersten Blick nicht anzieht. Die Chance, dass wir hier schnell eine Unterkunft finden, ist vermutlich höher als in Havanna. Und es sind nur rund 20km Fahrtstrecke bis dahin.

Der letzte Bus hat, wie sich herausstellt, doch noch noch nicht den Flughafen passiert. Nachdem wir mindestens eine halbe Stunde auf das eine aufgegebene Gepäckstück gewartet haben, das dann noch irgendwo neben dem Band lag, und mindestens ebenso lange mit der Dame an der Passkontrolle diskutiert haben, können wir kaum fassen, dass doch noch etwas gut läuft an diesem Abend. In Kuba benötigt man für die Einreise übrigens eine sogenannte Touristenkarte, die offiziell 25 CUC (=25 USD) kostet, in Deutschland prinzipiell für 25 Euro erhältlich sein sollte, aber schwer zu beschaffen ist. Manche Airlines verkaufen diese Karten am Schalter, jedoch ließ sich im Vorfeld nicht in Erfahrung bringen, ob auch Eurowings diesen Service bietet. Beim Check-In in Köln wurden wir gefragt, ob wir eine bräuchten, oder noch eine kaufen wollten – sehr zu unserer Überraschung, dass dies tatsächlich am Schalter möglich ist.

So richtig übersetzen konnte ich das Sprüchlein nicht - aber ein Garten von Narzissen klingt ja schon mal gut. Hauptsache ist, dass die Sonne scheint und ich wieder in FlipFlops rumlaufen kann!
Jedenfalls habe ich zwei Karten über ebay kleinanzeigen gekauft – vermutlich von einem Reisenden, der seine Reise nicht antreten konnte. Da die Touristenkarte von Hand ausgefüllt wird, ist sie vollständig übertragbar. Das Problem der Grenzbeamtin in Varadero ist allerdings, dass die Rückseite unserer Karten einen Stempel trägt: „infotour holguin“. Ob wir schon mal in Kuba gewesen seien, wo wir die Karten gekauft hätten, ob es in Deutschland Reisebüros gäbe, die Reisen von „infotour“ verkaufen (Holguin ist eine kubanische Stadt) oder ob unsere wertvollen Touristenkarten möglicherweise vom Schwarzmarkt seien. Letztere Vermutung stellt allerdings eine in Deutschland lebende Kubanerin an, die uns erklärt, dass die einfachen Abreißzettelchen vor ein paar Jahren noch kostenlos an jedem Flughafen erhältlich gewesen seien und manch ein Kubaner rechtzeitig das große Geschäft gewittert hätte.
Letztendlich lässt sich durch einen Telefonanruf klären, dass wir diese Touristenkarten legal in Deutschland hätten erwerben können (dass ich sie im Internet gekauft habe, lasse ich lieber weg – auch wenn ich mir sicher bin, dass ich „legale“ Touristenkarten erworben habe).

Schnappschuss mit der Kompaktkamera - der Obstverkäufer möchte unbedingt von Tobi fotogragiert werden :)

Das nächste Hindernis – wenn auch ein schnell zu lösendes – stellt sich im Bus. So richtig viel Platz gibt es nicht mehr, wir haben aber noch das Glück, Sitzplätze zu ergattern. Die meisten Gäste sind vermutlich länger unterwegs und haben es sich zum Teil zum schlafen gemütlich gemacht. Wie in anderen Lateinamerikanischen Ländern ist es auch in Kuba ratsam, von Anfang an Kleingeld und kleine Scheine zu sammeln und wann immer es geht die Scheine höheren Wertes beim Bezahlen klein zu machen oder zu wechseln.

Schulkinder in der Pause
6 CUC soll die Busfahrt nach Matanzas kosten – ganz schön viel für eine halbe Stunde fahrt, denke ich. Bei zwei Personen sollte ein 20CUC-Schein wohl funktionieren. Leider nein. Die junge Frau, die nur für das Geld einsammeln und fiktive Tickets ausgeben zuständig zu sein scheint, fragt den Fahrer und andere Personen, ob sie wechseln können. Sie versichert mir, dass ich noch Rückgeld bekäme und verschwindet einige Minuten, kommt dann aber mit einer handvoll Geldscheine zurück. Das wäre also geschafft. Nach einer weiteren halben Stunde Sitzplatz- und Ticketkauforganisation geht es endlich los.

Matanzas - Zimmersuche im Dunkeln
Ich bin heilfroh, dass wir nicht noch zweieinhalb Stunden in dem überfüllten Bus sitzen müssen und möchte einfach nur eine Dusche nehmen und mich in ein Bett fallen lassen. Auffällig orange ist er, unser „Stefan Loose“ - der Reiseführer, der uns in den nächsten Wochen noch gute Dienste leisten würde. Jeder Kubaner, der uns hier gerade sieht, kann sich vermutlich nur zu gut denken, dass wir ein Bett für die Nacht suchen – zwei Deutsche, Ende zwanzig, verschwitzt, übermüdet, mit mehr oder weniger großen Rucksäcken auf dem Rücken und einem Buch in der Hand, die noch unentschlossen sind, ob sie sich von Kompass oder GPS die Richtung zeigen lassen.
Ich habe mich bei dieser Reise bewusst entschieden, das Handy zuhause zu lassen. Hier geht es mit Sicherheit auch ohne.

Natürlich das erste, wonach ich Ausschau halte: die berühmt-berüchtigten Oldtimer.

Wir laufen Richtung Norden – das Zentrum kann nicht weit sein. Ein Mann mittleren Alters läuft hinter uns her, will uns eine Unterkunft anbieten. Wir haben eigentlich ein Ziel, lassen uns aber irgendwann doch von dem Kubaner beirren und uns zu einer Unterkunft führen. Erst später verstehen wir das System dieser Menschen, die rund 5 CUC verdienen, indem sie Touristen "vermitteln" - die einen nennen es "Unterstützung der Tourismusbranche", die anderen "Schlepper". In dieser ersten Nacht akzeptieren wir, dass dieser Mann ohne wirklich etwas zu tun wahrscheinlich rund zwanzig Prozent des des Übernachtungspreises kassiert, den unsere Gastgeber dann weniger bekommen. Wie genau das alles funktioniert, wissen wir zu diesem Zeitpunkt nicht - jedenfalls bekommt unser freundlicher Schlepper vor unseren Augen von niemandem Geld.

Übernachten in Kuba
In Kuba gibt es in jedem größeren Ort eine Vielzahl von sogenannten Casa particulares, die durch ein blaues Symbol (angeblich stellt es einen Anker dar) an der Eingangstür gekennzeichnet sind. Im ganzen Land sind - in der Regel auch in der Hauptsaison ohne Reservierung- Doppelzimmer für rund 25 CUC (etwas mehr als 20 Euro) zu bekommen. Frühstück (3-5CUC p.P.) und Abendessen (um 8CUC) werden ebenfalls angeboten, manchmal ist das Frühstück inklusive (z.B. in Baracoa im Osten Kubas).

Der Standard der Casas scheint relativ genau durch die Regierung kontrolliert zu werden, so gibt es beispielsweise fast immer heißes Wasser, Aircondition und Ventilator, Handtücher und insgesamt ähnliche Ausstattung wie in einem Bed&Breakfast. Natürlich sind die Häuser in Kuba häufig eine zig wenn nicht hunderte Jahre alt, sodass Komfort und Ausstattung oft nicht an europäische Verhältnisse denken lassen. Jedoch muss man auch sagen, dass viele Familien viel Aufwand und Geld in die Renovierung der Gästezimmer stecken, sodass oft ein frischer Anstrich die Wände erstrahlen lässt.
Die Vermieter sind oft darauf bedacht, dass die Handtücher nicht über der Stange des Duschvorhangs zum Trocknen aufgehängt werden (die würde nämlich sonst am Boden liegen), dass die Rucksäcke nicht an die saubere Wand gelehnt werden oder erklären dreimal, wie die verschiedenen Türschlösser funktionieren und dass man ja Acht auf den Schlüssel geben solle, es gebe ja nur den einen.
Alles sehr gut verständlich, gerade wenn man über die Zeit mitbekommt, wie schwierig es sein kann, Materialien, Werkzeuge, Baustoffe, Möbel und Ähnliches in diesem Land zu beschaffen.   

In unserer ersten Nacht machen wir uns über all das wenig Gedanken und sind einfach froh, ein ruhiges und sauberes Zimmer für die Nacht zu haben. Alles weitere werden wir morgen sehen, wenn die Sonne wieder aufgegangen ist in Matanzas.


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Mit Eurowings nach Kuba – einmal und nie wieder?

14:42 Einsame Insel.de 3 Comments

Geld sparen auf Langstreckenflügen kann eigentlich keine gute Idee sein - das war zumindest mein erster Gedanke bei der Urlaubsplanung für diesen Winter. Innerhalb Europas habe ich mich schon einige Male gefragt, ob die vermeintlich günstigen Tarife einer gewissen irischen Airline es wirklich wert sind, sich ein oder zwei Stunden über den Verkauf von Rubbellosen und Elektrozigaretten voll quatschen zu lassen (sie sind es meiner Meinung nach nicht).

"Manchmal macht der Jetstream richtig Tempo" - aber was hilft ein starker Rückenwind, wenn das Flugzeug dennoch erst 19 Stunden nach geplanter Ankunft landet? Ich kann den Artikel im Eurowings-Boardmagazin heute nicht so richtig ernst nehmen...


Was würde mich also auf einem zehnstündigen Flug über den Atlantik erwarten, wenn ich eine „Billigairline“ nutzen würde?

Seit Herbst fliegt Eurowings (ehemals Germanwings) neben europäischen auch internationale Destinationen an. Flüge von Köln nach Varadero in Kuba soll es ab 249,- Euro pro Strecke geben. Wenn das mal kein gutes Angebot ist...

Klar, Verpflegung an Board, Gepäck und andere Zusatzleistung werden gesondert abgerechnet. Da ich mir zum Ziel gesetzt habe, dieses mal nur mit Handgepäck zu reisen und mir nicht viel aus den kulinarischen Angeboten im Flugzeug mache, kommt mir das Preissystem von Eurowings im Grunde sehr gelegen.
Ich buche im August und zahle für Hin- und Rückflug etwa 750,- Euro. Nicht ganz der Preis aus der Werbung aber immerhin rund 40% unter den Kosten, die bei der Konkurrenz entstehen (ebenfalls Direktflug).


Der „komfortable Web und Mobile Check-In“ wird auf der Seite der Eurowings empfohlen – ist aber leider für Langstreckenflüge nicht verfügbar. Doch nicht komfortabel – schade!

Die Anreiseverläuft verhältnismäßig problemlos. Wir starten in Köln mit drei Stunden Verspätung, die offenbar in der Nacht per Email angekündigt wurde, mich aber nicht erreicht hat.

Die kanadischen Airlines sowie Condor liegen im Zeitplan.. Eurowings hingegen hätte um 18:40 fliegen sollen - am Vortag!


Wie alle anderen Gäste erhalte auch ich einen Snack und ein Getränk nach Wahl sowie Wasser während des gesamten Fluges kostenlos (trotz Basic - Tarif). Auch das Unterhaltungsprogramm bleibt mir nicht vorenthalten, obwohl die Erläuterungen auf der Buchungsseite vermuten ließen, dass dieser Service nur den Gästen der höheren Preisklassen zur Verfügung stünde. Sogar eine USB-Buchse zum Laden eigener Geräte steht zur Verfügung. Der Service ist mit Sicherheit nicht ganz so gut wie bei vielen der „großen“ Airlines, aber vollkommen akzeptabel.


Vier Wochen Kubarundreise zur Hauptreisezeit sind vergangen. Ich habe zücke die Buchungsbestätigung für den Rückflug aus meinem Rucksack. „Aufgrund der Kapazitätssituation an diversen europäischen Flughäfen kann es zu geringfügigen Abweichungen der Abflugzeiten kommen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, bis 24 Stunden vor Flugdatum nochmal die Gültigkeit der Flugzeiten anhand des Flugplanes auf unserer Website […] zu überprüfen.“.
Nichts leichter als das – wenn man sich nicht zufällig auf einer lateinamerikanischen Insel befindet, auf der stabile Internetverbindungen eher die Ausnahme als die Regel sind. Per SMS bitte ich meinen Bruder in Deutschland doch einmal online unsere Flugzeit zu überprüfen. Geringfügige Abweichungen – das kann ja unsere Reiseplanung nicht sonderlich stark beeinflussen – denke ich. Montagabend um halb sieben sollen wir von Varadero aus zurück nach Köln fliegen, Flug EW0131. Kersten antwortet auf meine Nachricht: „Neue Abflugzeit 09:45 Uhr“. Irgendwo in der Altstadt von Havanna ein kurzer Aufschrei der Verwunderung einer deutschen Touristin: Das können die doch nicht ernst meinen! Dürfen die das? - Rückfrage an Kersten: Dasselbe Datum? Der Flug soll tatsächlich neun Stunden früher starten? - Offenbar keine Frage, die sich direkt beantworten lässt. Stress in Havanna: Zurück zum Casa, Rucksäcke packen, auschecken und glücklicherweise die 30 CUC der breits bezahlten Nacht zurückbekommen. Ein kurzer Anruf in Matanzas und ein Blick auf die Uhr: den letzten Bus um 17 Uhr schaffen wird noch, Evilio hat noch ein Zimmer frei. Durchnässt vom Regen erreichen wir den Busbahnhof, ergattern die letzten Tickets und sind erleichtert, uns nicht in Unkosten für ein Taxi stürzen zu müssen. In Matanzas angekommen wird ein Taxi für den nächsten Morgen zum Flughafen organisiert. Der SMS-Verkehr zwischen Kuba und Deutschland wird immer verwirrender: die Websites der Flughäfen Varadero und Köln zeigen noch immer die unveränderte planmäßige Abflugzeit an. Ich schlafe kaum - die Nacht ist die schlimmste seit langem. Während mittlerweile mein Bruder in Deutschland offenbar mitfiebert, wann und ob eine Maschine mit uns an Board tatsächlich in Varadero abheben wird, kann ihm auch die Hotline keine klare Auskunft erteilen: mehrfach wird ihm die planmäßige Abflugzeit genannt und erst die dritte Dame in der Leitung der Eurowings ist in der Lage, sich auf unseren Informationsstand zu versetzen. Da steht offenbar doch irgendwas von 09:45 am Morgen. Aber an welchem Datum? Dann ist es doch 08:45…

Wann hat das Warten ein Ende? Ständig werden widersprüchliche Aussagen getätigt: Wir starten entsprechend der Anzeigetafeln um 9:45, aber die Crew wird erst um 10:00 in Varadero im Hotel abgeholt. Wie passt das zusammen?

Dienstag, der 12. Januar 2016: Ortszeit 13:30 plusminus ein paar Minuten. Eine Chartermaschine aus Großbritannien, die von Titan statt von Eurowings bedient wird, hebt mir einer Meute deutscher (überwiegend Pauschal)Touristen in Varadero ab und landet Mitwoch um 3:56h lokal in Köln/Bonn. Rund 19 Stunden Verspätung sind es mittlerweile geworden, schon am letzten Tag hätte ich wieder im Büro sein wollen. Stattdessen geht es mit dem Taxi zum Auto, mit dem Auto nach Aachen und nach einem kurzen Nickerchen und einer Dusche ins Büro.

Spannender Ausblick irgendwo über dem Atlantik: Sogar die Stewardessen kommen zu uns ans Fenster gelaufen, um Fotos von der Militär-Transportmaschine zu machen, die sie bereits aus dem Cockpit in nächster Nähe beobachtet haben.

Am Ende des Tages war ich fast 45 Stunden wach, fühle mich noch erstaunlich fit und frage mich vor allem eins:

Warum habe ich mir das angetan?

Klar, der Flug war günstig, aber ist das „Schnäppchen“ zwei stressige schlaflose Tage tatsächlich wert? Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten.
Ein bisschen Entschädigung gibt es durch eine Rückzahlung von 600,- Euro, die mir entsprechend einer EU-Norm nach einer solchen Flugverspätung zustehen. Beruhigend finde ich auch, dass ich nicht 68 Stunden Verspätung erlitten habe, wie es rund 300 Passagiere auf dem Flug vor mir erlebt haben.
Eurowings auf Langstreckenflügen?

Nie wieder… (aber wer weiß – vielleicht setzt sich der Schnäppchenjäger in mir irgendwann wieder durch).

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Müde, aber glücklich

12:04 Einsame Insel.de 0 Comments

Vier Wochen Kuba liegen hinter mir, am Ende sogar ein Tag mehr als geplant, und ich habe einen Haufen neuer Eindrücke und natürlich auch Fotos mit heim genommen. Dank der 19-stündigen Verspätung des Eurowings-Rückfluges (...immer noch besser als 68 Stunden) und eines dadurch  unmittelbar an den Flug anschließenden Arbeitstages werde ich heute nichts mehr weiter schreiben, aber für den ersten Eindruck ein Foto von Santiago de Cuba am Silvesterabend anfügen.


Die letzte Abenddämmerung in Santiago de Cuba in 2015. In rund sechs Stunden beginnt das Jahr 2016. 

Ich hoffe, in Kürze mein Reisetagebuch digitalisieren zu können...

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