Lennart berichtet von der DM im Segelflug der Frauen

08:30 Einsame Insel.de 1 Comments

28. Juli: Training, Regen, Mücken

Heute geht nun der eigentliche Wettbewerb los. Ich liege mit nassen Füßen in meiner Schlafkabine im Zelt. Vor einer Stunde war unter der Zeltplane noch so viel Wasser, dass es ein richtiges Wasserbett-Feeling gab – wir haben unser Zelt offenbar in der Hauptwasserablaufrinne aufgebaut. Naja, immerhin ist es dicht.
Rückholerfütterung #2
Flugvorbereitung am Sonntag bei schwülen 30°C.
Am Samstag war freies Training und die Mädels waren gute zwei Stunden bei sehr mäßigem Wetter unterwegs. Gestern war Pflichttraining mit einer 140km-Racingtask für die Clubklasse. Die meisten Pilotinnen haben aufgrund von Gewittern schon nach ein paar Kilometern abgebrochen und sind zurückgeflogen. Sylvia und Dagmar haben sich bis zur zweiten Wende gewagt, die dritte jedoch wegen Gewittern nicht mehr erreicht. Insgesamt kamen dann doch über 100 Kilometer zusammen. In der Tageswertung (zählt noch nicht für die Gesamtwertung) hat es für Platz 3 und 4 gereicht. Also ein gutes Omen für den Wettbewerb! Sylvia hat es nicht mehr ganz nach Hause geschafft und ist auf dem Nachbarflugplatz in Stechow gelandet. Eine sehr „rückholerfreundliche“ Außenlandung, da kurze und unkomplizierte Anfahrt.


Man munkelt, ich sei nun endlich vom Helfer zum Rückholer aufgestiegen, nachdem ich in letzterer Funktion weder in Landau 2012 noch in Lienz 2013 zum Einsatz kam, da Sylvi ihre Aufgaben in der Regel vollendet! ;-). Gestern Abend war dann noch Eröffnungs-/Willkommensbriefing. Das Highlight war wohl die "Stöllner Flugplatzkapelle", die mit selbstgeschriebenen Segelfliegersongs begeistern konnte!

Der Regen hat inzwischen aufgehört. Um kurz nach halb 12 kommt auch die Information per SMS, dass der Tag neutralisiert ist. Sylvia hat nun erst einmal Zeit, an ihrer Technik zu basteln – Navigation etc. haben nämlich gestern immer noch nicht einwandfrei funktioniert. Ich werde mich wohl mit einem guten Buch (oder gleich mehreren) im Zelt verschanzen. Das Wetter für die nächsten 1-2 Tage sieht mal wieder eher schaurig-gewittrig aus, gegen Ende der Woche sollte es dann aber wohl besser werden; laut unserem Meteorologen ist dann die Kaltfront durch. Warten wir es ab. Abends laufen wir trotz weit über 20°C meist langärmlig rum, da die zahlreich vertretenen Mücken und sonst kapottstechen!

Bis die Tage,
Lennart (Blogger und Milchaufschäumer)

Trainingswertung von Sonntag


PS: Einen Liveticker gibt es an Wertungstagen hier.


29. Juli: Einmal Flieger lüften, bitte.

Als wir heute Morgen zum Briefing kamen, wurde uns erst einmal Hoffnung gemacht, es sei fliegbar. War es dann auch... irgendwie. Die Aufgaben waren dann doch eher ernüchternd: gute 100 Kilometer in der Clubklasse, knappe 150 für die anderen. Fassen wir den Tag zusammen: Zwischen 10:30 und 11:30 Uhr gibts es erst einmal Regenschauer. Um 13 Uhr ist die erste Startbereitschaft, es sieht allerdings noch nicht wirklich gut fliegbar aus und die Startbereitschaft wird auf 13:30 Uhr verschoben, die Tagesaufgabe leicht abgeändert. Im Anschluss wird die Startbereitschaft noch einmal auf 14:00 Uhr verschoben.


Schließlich wird das ganze Feld umgebaut, da man ja auch nicht mit Rückenwind starten will. Nachdem wir uns die Wartezeit mit Fläche-polieren bei knappen 30°C vertreiben, wird die Clubklasse endlich neutralisiert. Eine Wetterschnupperclublibelle (geflogen vom Wettbewerbsleiter persönlich) lässt sich zur Thermikerprobung (oder sollte ich "Thermikverkostung" sagen?) für die anderen Flieger noch nach oben ziehen, allerdings werden die anderen Klassen auch neutralisiert, nachdem der Schnüffler quasi nicht nutzbare Thermik meldet.

Das heutige Grid. Standard- und Rennklasse vorne, Clubklasse hinten.


Umbau. Gute 40 Flugzeuge in 20 Minuten vom einen zum anderen Platzende.


Nach ausgiebigem Lüften wird dann auch wieder abgerüstet.
Ich mache mich zu Fuß wieder auf zum Zeltplatz, da Sylvi sich noch ihre Libellenflügel für Mückenputzer feilt. Unterwegs dokumentiere ich das sich zusammenbrauende Gewitter:


Cumulonimbus... oder im Fachjargon: GEWITTA?
Seit 16:30 Uhr regnets und donnerts nun. Vielleicht können wir ja auf morgen hoffen, sonst eben Donnerstag. Wird schon. Zum Abendessen gibts Bratkartoffeln. :)

Bis dahin,
Lennart

1. August: Endlich Wetter, Endlich Wertungstage

Gestern gab es den ersten Wertungstag bei guter Wolkenthermik. Die Clubklasse musste fast 420 Kilometer fliegen und es sind auch fast alle Pilotinnen rumgekommen. Die Strecke verlief ein Stück nach Süden, dann nach Osten (Richtung Polen, südlich von Berlin) und schließlich in etwa die gleiche Strecke zurück nach Stölln-Rhinow. Sylvia und Dagmar sind einen 70er-Schnitt geflogen, Jana hat es mit einem guten 80er-Schnitt sogar in die Top 10 geschafft.

Heute ist zweiter Wertungstag. Bei ähnlich gutem Wetter wie gestern geht es 50 Kilometer in Richtung Norden, um dann in großen Zickzackschritten wieder nach Hause zu fliegen, das macht dann insgesamt sogar über 450 Kilometer. Stand 18:00: Die ersten Pilotinnen sind schon wieder gelandet, die Hamburgerinnen und Sylvia haben gerade die letzte Wende genommen. Thermikende ist laut Vorhersage zwar schon 19:00 (und böse Warmluft strömt ein), ich bin allerdings zuversichtlich, dass die Mädels nach Hause kommen. Ich habe schließlich schon das Chili vorbereitet :). Eine vorläufige Wertung wird - wenn man nach gestern urteilt - vermutlich gegen 20-21 Uhr stehen.

Das Wetter für die nächsten beiden Tage sieht eher durchwachsen aus. Mal sehen, was das so gibt.

Die Tage schreibe ich dann nochmal was, dann vielleicht auch mit ein paar Bildern (mein Laptop will die SD-Karte gerade nicht lesen).

Lennart (Chilianrührer)

Wertung (alle Klassen)

1 Kommentare:

Auf Umwegen gen Osten

12:59 Einsame Insel.de 3 Comments



Hallöchen! Dieses Blog wird die kommenden zwei Wochen von Lennart belagert. Wer mich nicht kennt: Ich bin der kleine, segelfliegende Bruder von Sylvia. Diese wird hauptsächlich damit beschäftigt sein, mit ihrer Libelle quer durch ostdeutsche Lüfte zu rasen, um bei der Deutschen Meisterschaft im Segelflug der Frauen (DSMF) eine zufriedenstellende Platzierung zu erreichen. Fangen wir also an.

Donnerstag, ca. 9:00, Himmel blau bei schwülen 25°C (Tendenz steigend). Es geht los, zunächst von Haan nach Leverkusen. Der Plan ist, dass Sylvia mit ihrem Libellchen die erste Etappe nach Braunschweig fliegt. Also zeitig in Leverkusen aufgeschlagen, nach einigem Hin und Her ist auch ein Flugzeugschlepp organisiert. Sylvia schraubt noch ein bisschen am Flieger rum, klaut uns irgendwo Stützen zum Aufrüsten und so haben wir nach guten zwanzig Minuten die Flächen dran - aufrüsten zu zweit ist irgendwie auch doof. Während die Pilotin ihre Trinkvorrichtung im Clubheim auffüllt, ziehe ich den Flieger schon einmal zum Start.

Libellenschlepp.

Fünf vor zwölf: Die Remo rollt vor, ich klinke das Schleppseil ein und entlasse Sylvia und ihr Fluggerät in die Lüfte.  Am Himmel haben sich seit elf Uhr Cumuluswolken gebildet, die sich jedoch verdammt schnell entwickeln und teilweise schon bedrohlich emporschießen. Erwartungsgemäß findet Sylvia kurz hinter dem Bayerwerk ihren ersten Bart* und ist erstmal weg. Ich schlage mich noch eine knappe halbe Stunde mit meinem Smartphone rum, bis ich schließlich eine passende Adresse gefunden habe und mich auf Richtung Osten mache. Durch Live-Tracking sehe ich, dass Sylvia gerade über Solingen rumgurkt und mit ausreichend Höhe auf den Flugplatz Radevormwald (südlich von Wuppertal) zufliegt. Live-Tracking bedeutet, dass Sylvias GPS-Daten direkt an SkyLines (https://www.skylines.aero/tracking/) übertragen werden und ich ihren Flugweg live (bzw. mit 10 Minuten Verzögerung) verfolgen kann. Das Wetter scheint ganz schön schnell umzuschlagen, und als ich gerade auf der Autobahn bin, kommt auch schon der Anruf von Sylvia:

Lennart: "Rade?"
Sylvia: "Jop."
Lennart: "Okay, bin in 'ner halben Stunde da."

Abrüsten mit Donner im Hintergrund :)

Ich fahre kurz auf den Rastplatz, um mir den Weg zum Flugplatz auf der Karte anzugucken. Trotz Navi brauche ich noch eine knappe Stunde, bis ich mit dem Hänger auf das Vorfeld des Flugplatzes rolle - hauptsächlich, weil mein GPS ständig Aussetzer hat und der Akku meines Handys bei gefühlten 60°C im Auto überhitzt. In Rade angekommen ist die Libelle mit Hilfe der Eingeborenen in wenigen Minuten verstaut und wir fahren noch vor dem ersten Regenschauer los. Unterwegs schauert es zwischendurch (auch mal Starkregen mit weniger als 100 Meter Sicht), was eine ganz willkommene Abkühlung ist


Rückholerfütterung.



Das Zwischenziel ist Braunschweig, was wir ca. zwei Stunden später als geplant erreichen. Das letzte Stück Autobahn in Braunschweig ist gesperrt und wir stehen eine Stunde in der Abfahrt und nochmal eine knappe im städtisch-stockenden Verkehr. Unser Nachtlager schlagen wir bei einer Fliegerfreundin auf und werden dort auch noch vorzüglich bewirtet. Am nächsten Morgen kriegen wir nach dem Frühstück sogar eine Führung durch die verregnete Innenstadt und machen uns gegen eins auf den Weg nach Stölln-Rhinow.

Am frühen Abend - nach zig Umleitungen und drei Mal wenden - erreichen wir den Flugplatz, stellen den Hänger ab und bauen unser neues Zelt im Nieselregen auf (wie könnte es anders sein). Zwei befreundete Hamburger Pilotinnen samt Rückholer treffen eine gute Stunde  nach uns ein. Der Event Shelter wird aufgebaut und bei überbackenen Toasts und gutem Jever werden die restlichen Zelte aufgebaut sowie Autos ausgeladen. Nachdem wir uns von Mücken die Füße haben zerstechen lassen, geht es früh ins Bett.

Unser Zelt mit Event Shelter im Hintergrund ;-)



Ich wache um 6:30 auf und stelle als Erstes fest, dass die Außenduschen nur kaltes Wasser hergeben. Naja, immerhin bin ich jetzt wach. Mit dem Auto fahre ich einmal außen um den Flugplatz herum, um den Libellenhänger zu holen. Um 8:30 bauen wir die Libelle in der Halle auf und wiegen sowohl sie als auch die Pilotin. Danach gibt es Frühstück (unter dem Event Shelter ;)) und Briefing um zehn. Das Wetter sieht noch nicht sooo berauschend aus, vielleicht ändert sich das aber im Laufe des Tages. Es gibt aber auch genug zum Basteln und Polieren am Flieger. Morgen Früh ist das offizielle Eröffnungsbriefing mit nachfolgendem Pflichttrainig, d.h. jede muss fliegen und es gibt schon eine Aufgabe. Der eigentliche Wettbewerb geht am Montag los.


Ich verbleibe mit einem freundlichen Gruß und schreibe voraussichtlich morgen im Laufe des Tages oder abends wieder ein paar Zeilen.

Lennart (Profirückholer in der Ausbildung)



* Bart = thermischer Aufwind

3 Kommentare:

Der älteste Flugplatz der Welt...

08:33 Einsame Insel.de 0 Comments

...liegt in Stölln/Rhinow, nordwestlich von Berlin. Dieses Wochenende startet hier die Deutsche Segelflugmeisterschaft der Frauen mit rund vierzig Teilnehmerinnen. Nach einer recht intensiven Trainingswoche in Landau im Juni mit sieben aufeinanderfolgenden Flugtagen und einigen Wochen Schlechtwetter in Leverkusen freue ich mich jetzt umso mehr, in den nächsten zwei Wochen wieder öfter in die Luft zu kommen (im Osten ist das Wetter ja sowieso besser...).

Die D-4711 - ja, auf das Kennzeichen werde ich oft angesprochen...
In der letzten Woche habe ich viel Zeit in die Libelle gesteckt (und mir oft genug anhören müssen, dass man diese Arbeiten ja eigentlich im Winter machen solle...) und bin mehr oder weniger vorbereitet. Ein bisschen besseres Wetter in den letzten Wochen wäre natürlich schön gewesen, da jeder Übungsflug Erfahrung bringt... aber hilft ja nichts.

Man kann erahnen, dass die Schleif- und Hängerverschönerungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind.
Der nächste Winter kommt bestimmt.

Mein kürzlich aus Schweden wieder heimgekehrter Bruder Lennart hat fleißig geholfen, die schweizer Flagge vom Anhänger zu schleifen und durch das Wettbewerbskennzeichen "701" zu ersetzen, sodass ich nun vielleicht den Anhänger weniger gut von Weitem erkennen kann, ihn dafür aber eindeutig dem Flugzeug zugehörig gekennzeichnet habe.

Derzeit werden die letzten Kabel gelötet, Navigationsdateien zusammengestellt, das Auto gepackt und dann geht es Ende der Woche gut 500 Kilometer nach Osten. Wenn das Wetter mitspielt, vielleicht sogar im Flugzeug. Lennart wird für zwei Wochen mein Rückholer und Helfer sein und möglicherweise hat er zwischendurch mal Lust und Zeit, ein paar Sätze hier zu schreiben.
Ziel für die kommenden zwei Wochen ist es, möglichst viel zu fliegen, Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln. Der übliche Spruch beim ersten "größeren" Wettbewerb ist häufig "Hauptsache ich werde nicht Letzte!" - aber den spare ich mir einfach mal und warte ab, wie es wird.
Hauptsache Fliegen!
 

0 Kommentare:

Fotoposter zu gewinnen!

08:58 Einsame Insel.de 14 Comments

Liebe Freunde der einsamen Insel... 

Kleiner Testabzug - Thailand 2009 auf MDF-Platte - mal sehen, welches Material sich bewährt...

Ende August starte ich meine erste eigene kleine Fotoausstellung in den Räumen des Wupperverbandes (Wuppertal). Derzeit beschäftige ich mich mit der schwierigen Aufgabe, die "besten" meiner unzähligen Fotos auszuwählen. Dazu brauche ich eure Hilfe: Nennt mir euer Lieblingsfoto (am liebsten hier als Kommentar), das ihr auf www.einsameinsel.de entdeckt habt und gewinnt einen Abzug eures Lieblingsmotives in Postergröße (50x75)! Das Foto sollte im weitesten Sinne mit dem Thema "Reisen" zu tun haben, es spielt aber keine Rolle, ob es in Südamerika, Asien oder Europa aufgenommen wurde...
Ich freue mich auf eure Einschätzung, ihr dürft diesen Beitrag auch gerne teilen!

Liebe Grüße,
Sylvia

14 Kommentare: