Erste Vorlesungen, Weihnachten auf Lankawi und so einiges mehr...
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| "Wasserrutsche" auf Lankawi |
Heute melde ich mich mal ganz entspannt von zuhause. Zwar habe ich hier nach wie vor kein Internet, aber das Veröffentlichen kann ich ja auch später machen. Das hat immerhin den Vorteil, dass Word im Gegensatz zu ‚blogspot‘ meine Tippfehler bemerkt :)
Blog & Kontakt
Was das „Bloggen“ und dessen Informationsgehalt bzw. den - ich nenne es mal - Kommunikationswert betrifft: ich möchte mit diesen Texten und Fotos hier keineswegs irgendwelche direkten, persönlicheren Kontakte (sei es per Mail, Brief oder Telefon) ersetzen. Ich nutze diese Möglichkeit einfach nur um Erlebnisse und Ereignisse wiederzugeben, um den zeitlichen Aufwand zu minimieren. Soll heißen ich bin einfach zu faul, zwanzig mal denselben Inhalt in einzelnen Mails wiederzugeben – die Zeit nutze ich dann lieber für den „persönlichen“ Teil – man kann ja jederzeit auf das „gebloggte“ Bezug nehmen. Also ich freu mich über Mails etc. :) Der Vollständigkeit halber hier meine Kontaktdaten in Malaysia:
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| mein Zimmer mit Blick aufs Meer |
1F-16-03 Sunnyville
Jalan Batu Uban
11700 Gelugor
Penang, Malaysia
Jalan Batu Uban
11700 Gelugor
Penang, Malaysia
Meine Handynummer lautet +60 12 5384458 – sms kosten übrigens das gleiche wie innerhalb Deutschlands. Und ich kann günstig nach Europa telefonieren, das ist schon angenehm. Allerdings vergisst man schnell, dass ein Aufladen des Prepaidguthabens von 10 Ringgit auch nur etwa 2,50€ entspricht – weit kommt man damit nicht.
Lebenshaltungskosten
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| Wohnzimmer unseres Appartements |
Das ist überhaupt eine der häufigsten Fragen… was kostet eigentlich xyz in Malaysia? Um das zu beantworten – Penang ist günstiger als Kuala Lumpur, aber teurer als ländliche Gegenden – ein paar Beispiele: Eine warme Mahlzeit in einem „foodcourt“ oder einem einfachen Restaurant/Café kostet etwa einen Euro. Bei Fisch, Seafood oder großen Portionen kommt man vielleicht mal auf das Doppelte oder mehr, aber man wird i.d.R. sehr günstig satt. Getränke dazu meist unter 2RM, das entspricht 50cent. Kauft man allerdings „westliche“ Lebensmittel im Supermarkt, z.B. Käse, ist man schnell zwei Euro oder mehr los. Lokales Obst und Gemüse, auch Fleisch sind deutlich günstiger als in Deutschland, Schweinefleisch wird in einem abgetrennten Teil der Supermärke verkauft (genau wie Alkohol) und ist ausgesprochen günstig. Eine Busfahrt kostet zwischen 20 und 40 Cent, das Monatsticket für Studenten gibt’s für rund sieben Euro. Mit fast 150 Euro ist die Miete verhältnismäßig hoch; ich weiß aber auch, dass Einheimische deutlich weniger zahlen – immerhin haben wir hier nur einen 5-Monatsvertrag. Jedenfalls ist das alles ein bisschen gewöhnungsbedürftig und gar nicht so einfach in der Landeswährung zu denken. Man denkt schon häufig in Euro – ich war beispielsweise einmal im Starbucks, der meiner Meinung nach in Deutschland vollkommen überteuert ist, und hielt eins dieser spektakulären Kaffeegetränke mit unter drei Euro für günstig. Natürlich ist das hier eine Riesenausgabe – für das Geld hätte ich drei warme Mahlzeiten bekommen. Ein Kommilitone sagte mir heute, dass ein McDonalds-Mitarbeiter 3-4RM die Stunde verdienen würde, sprich weniger als einen Euro. Das darf ich eigentlich nicht laut sagen (nicht, dass ich hinterher etwas zurückzahlen muss), aber: auf welchen Zahlen basieren die Stipendientarife des DAAD? Die würden einen täglichen Starbucksbesuch erlauben… (was mit Sicherheit nicht Sinn der Sache ist. So, genug über’s Geld – ihr seht jedenfalls, wer mich besuchen kommt, kann hier günstig leben :)
Vorlesungen
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| hier soll ein "fishingmuseum" entstehen |
Die erste Woche ist nun fast um. Montagmorgen sollte stundenplangemäß um neun Uhr meine erste Vorlesung beginnen. „Architecture Studio 6“ ist mein größtes Fach, ein Entwurfsprojekt, wie ich es auch in Aachen bearbeiten müsste. Um neun erfuhr ich dann, dass es erst um elf losginge. Rund dreißig Studenten und vier Professoren fanden sich nach und nach in dem großen Arbeitsraum unterm Dach der „School of Housing, Building and Planning“ ein. Eine halbe Stunde Kritik an den Arbeiten des vergangenen Semesters, die Frage, wer mit einem „A“ (=sehr gut) abgeschlossen habe und der Aufruf, sich zu verbessern, man sei ja schließlich im vierten Studienjahr… interessanter Anfang! Prinzipiell wurde durchgehend Englisch gesprochen – gut verständliches Englisch – aber immer wieder hörte man kurze, unverständliche Nebensätze oder Kommentare, auf die Gelächter folgte – irgendwelche malayischen Scherze :) Bei mir machte sich ein bisschen Panik breit: das erste Projekt (in Aachen würde würde man es Stegreifentwurf nennen) läuft nur über zwei Wochen und muss von Hand angefertigt werden – riesen Stärke von mir – nicht! Ein fishingmuseum soll es werden, in der Nähe eines Fähranlegers gelegen. Glücklicherweise habe ich direkt Kontaktdaten von mehreren Personen bekommen, die sich als außerordentlich hilfsbereit erwiesen haben. Dienstagmorgen „site analysis“ (die gute alte Bestandsaufnahme) vor meiner ersten Vorlesung – leider ist mein Stundenplan etwas voller als der der einheimischen Architekturstudenten. „Tourism Planning and Development“ stand auf meinem Stundenplan – leider wartete ich vergeblich auf den Prof, nach einer halben Stunde verließen die meisten Studenten den Raum.
Mittwoch dann eine ähnliche Erfahrung: nach zwei spaßigen Stunden „Spoken English“ (sieben Leute im Kurs, sehr angenehmes Klima, Sprachniveau leider nicht sooo hoch, jedoch anspruchsvolle Aufgaben) sollte „Construction Management and Finance“ stattfinden. Eine halbe Stunde dauerte es, bis der Hörsaal von einem Sicherheitsbeamten aufgeschlossen wurde – der Prof war offensichtlich pünktlich, aber ohne Schlüssel, gewesen. Wie in den meisten anderen Kursen war ich einzige Austauschstudentin und fiel – natürlich – als nicht-Asiatin auf. „Where are you from, introduce yourself!“ leitete die Vorlesung ein, ich sagte ein paar Sätze und dann kam die zweite Frage des Professors, diesmal an alle gerichtet: „What is project management?“. Niemand meldete sich zu Wort, auch auf direkte Nachfrage an einzelne Studenten kam nur schüchternes Gekicher. Ein zweites Mal wurde die Frage an alle gestellt – keine Antwort. „Okay, if you do not want to talk to me, than I do not talk to you! See you next week!” – Und dann verließ der Professor mit seinem Assistenten den Raum. Unsicheres Gekicher und allgemeine Freude über den freien Nachmittag. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Mal sehen, was mich nächste Woche erwartet. Heute Morgen gab’s „Social Aspects in Planning“ – netter, lustiger Prof (und da gehört schon einiges zu, dass ich jemanden lustig finde) und wider meiner Erwartungen ein ausgesprochen interessantes Fach. Erstaunlich, dass vergleichbare Inhalte in Aachen nie auf dem Stundenplan standen (zumindest nicht im Bachelor und Master, wer weiß, wie das im Diplom aussah…).
Jazz und Kletterspaß
| Brücke auf der Insel Lankawi im Norden Malaysias |
Ich bin mir nicht so sicher, ob es jemand bis zu diesem Abschnitt schafft, immerhin bin ich in meinem Worddokument jetzt schon am Ende von Seite zwei. Deswegen gibt’s heute Zwischenüberschriften :)
Gestern Abend gab’s an der USM eine aufwändige Veranstaltung – das jährlich stattfindende Jazzkonzert der Uni-Bigband. Ich bin mir mit der Definition einer Bigband nicht mehr ganz so sicher, jedenfalls waren es einige Musiker mehr, als ich das in Erinnerung habe – alleine neun Saxophone und unzählige Streicher (okay, unzählig ist übertrieben, aber ich hab sie nicht gezählt…). Ich bin heut einfach zu ausführlich, aber irgendwie gerade in der Stimmung zu schreiben – habe seit gestern einen Schreibtisch in meinem Zimmer (der Tesco-Supermarkt hat einfach alles) und sitze jetzt bei Musik am offenen Fenster mit Blick aufs Meer – macht einfach Spaß! Das Konzert war jedenfalls eindrucksvoll. Anders als bei uns: zunächst wurden diverse Professoren oder „VIP“-Gäste beim Namen genannt, die sich im Publikum befanden. Gleichzeitig war die Veranstaltung mit einer Spendenaktion verbunden, sodass eine symbolische Scheckübergabe und das Schütteln diverser Hände eine gefühlte Ewigkeit dauerten. Tolle Musik, Tanz- und Gesangseinlagen (englisch und chinesisch) und traditionelle Musik bildeten ein rundes Programm – den Schluss hätte man sich meiner Meinung nach sparen können: Wie schon in der Orientierungswoche wurden alle aufgerufen, mitzutanzen… den Ententanz… ich wusste nicht, dass dieses alberne Rumgehüpfe (jaja, ich weiß, ich bin langweilig und nehme sowas zu ernst…) international bekannt und in Malaysia so beliebt ist. Jeder (fast jeder.. :) – inklusive Professoren, Dekanen etc. – bewegte seine Arme und seinen Hintern – wirklich ein sehr kurioser Anblick. Und dazu dann noch ab und zu ein Hühnergackern durch das Mikro des Dirigenten… Albern, wie gesagt. Aber die Leute hatten ihren Spaß. Warum auch immer wurden wir (zu viert) zum anschließenden VIP-Essen eingeladen. Hier weiß man nie, warum man so (gast)freundlich behandelt wird – irgendwie kennt man diese Art aus Westeuropa gar nicht. | Weihnachtsessen auf Lankawi: Thai Green Curry |
Schöne Aktion noch an diesem Abend: da ich noch eine Weile auf dem Campus blieb, um das w-lan zu nutzen, fand ich (nach Mitternacht) ein verschlossenes Tor vor. Das einzige noch offene Tor liegt am anderen Ende des Campus und hätte mir vermutlich einen einstündigen Fußweg abverlangt. Zum Glück hat die Fußgängertür als einziger Abschnitt in der Campuseinzäunung keine Stacheln oder Stacheldraht, sodass ich mit einigen Umständen darüber klettern konnte. Versteht man hier auch nicht so richtig, warum das Gelände eingezäunt ist, trotzdem aber jeder auf das Gelände kommt, ohne seinen Ausweis vorzuzeigen.
Feiertag für Fußballsieg
Man glaubt es nicht: der 31. Dezember wurde Mittwochabend zum nationalen Feiertag erklärt. Eigentlich hätten wir morgen unsere ‚site analysis‘ präsentieren müssen, das wurde durch eine „höhere Gewalt“ verhindert. Der Premierminister hat beschlossen, dass der Sieg der Fußballnationalmannschaft von Malaysia gegen Indonesien so wichtig ist, dass er morgen gefeiert werden muss – also keine Uni. Heute habe ich in der Vorlesung (social aspects…) erfahren, dass Malaysia seit 14 oder 15 Jahren gar kein Spiel gewonnen hat und somit der gestrige Sieg eine Art historisches Ereignis darstellt. Nun denn… Ich hab da nichts gegen! Auch interessant: angeblich ist Malaysia das Land mit den meisten Feiertagen, da es auf die religiösen Feste aller ethnischen Gruppen eingeht – und das sind hier bekanntlich einige. Hari Raya, chinesisches Neujahr… in Summe sind es wohl 16 Tage – ich weiß nicht, wie viele wir in Deutschland haben.
| Heiligabend am Strand auf Lankawi |
Morgen also Silvesterfeier in Georgetown – nach Kuala Lumpur werde ich wohl nicht fahren, hab zu viel zu tun für nächste Woche. Das Weihnachtswochenende habe ich immerhin auf Lankawi verbracht, einer Insel nördlich von Penang, unmittelbar vor der thailändischen Grenze. Heiligabend war ich also das erst Mal so richtig am Strand, sonnen, schwimmen… und trotzdem gab’s Weihnachtsstimmung: nach dem Essen mit Aachener Printen (endlich bin ich sie los…), ganz vielen Finnen und Kanadiern und ein paar Kerzen am Strand. Mal was anderes…
Auch Silvester wird wohl ein bisschen anders aussehen – schließlich gibt’s keinen Schnee, in den man die Feuerwerkskörper stecken kann.
In diesem Sinne:
Guten Rutsch und frohes Neues! =)






















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