12.000 Verkehrstote im Jahr...
...das musste ich grade mal nachschauen. Hanoi hat wohl einen betraechtlichen Anteil daran. Beim Ueberqueren jeder Strasse (wenn es eine Ampel gibt, natuerlich bei gruen) wundere ich mich, wie das eigentlich ohne Verletzungen funktioniert hat. Eben haben wir von zwei deutschen Travellern erfahren, dass Hanoi auf deren Vietnam-Tour wohl "mit Abstand die schlimmste Stadt" gewesen sei. Und der Verkehr hier am extremsten... da bin ich ja ein wenig beruhigt.
Samstagabend sind Lisa und ich noch ein wenig durch die Strassen der Altstadt geschlendert. Auffaellig ist hier, dass jedes Gewerk und jede Warengruppe eine eigene Strasse hat und das Angebot entsprechend gross ist, wenn man am richtigen Ort sucht. Ob Schuhe, Kleidung, Schmiedewaren, Fruechte, Kraeuter, Bambusleitern oder importierte Suessigkeiten - alles ist irgendwo zu finden. Mit einer Nudel-Gemuesesuppe an einem der unzaeligen Essensstaende sind wir fuer gute 50 Cent satt geworden. Etwas nervig sind die Sitzgelegenheiten: die Kunststoffhocker sind mit ihren circa zwanzig Zentimetern Hoehe nicht gerade rueckenfreundlich.
Sonntag. Erstmal ausschlafen. Gegen Mittag machen wir uns auf zu einem weiteren Hotel aus dem Reisefuehrer, das verspricht, etwas guenstiger als das letzte zu sein bei aehnlicher Qualitaet. Die Rezeptionistin zeigt uns ein Zimmer, das uns wenig zusagt. Ein wenig erschreckend finden wir, dass es ein bewohntes Zimmer ist, dessen Tuer uns geoeffnet wird. Zehn US-Dollar solle es kosten, fuer den gleichen Preis habe ihre "sister" (wohl eher Freundin als Schwester) in der Naehe ein besseres Zimmer. Das sieht gleich viel ansprechender aus, wir checken ein und machen uns auf den Weg ins Getuemmel. Es gibt einige wenige Ziele in der Stadt: den Regierungspalast, ein oder zwei Tempel und Pagoden.
Der Literaturtempel ist noch am interessantesten und dank kurzer Erlaeuterungen im Reisefuehrer ein wenig "zugaenglicher" als die anderen Anlagen. Auf dem Rueckweg planen wir einen "kleinen" Umweg durchs franzoesische Viertel, der sich als etwas abenteuerlich herausstellt. Wir befinden uns recht schnell in einem Viertel, das auf unserer groben Uebersichtskarte nur als graue Flaeche angelegt ist, weil alle Strassen zu klein fuer den
Massstab sind. Was nicht bedeutet, dass hier weniger Verkehr unterwegs ist...
Einige Fruechte (Pumelo, Passionsfrucht etc.) und eine Nudelsuppe stillen den Hunger.
Zurueck im Hotel wird der morgige Tag geplant: eine zweitaegige Tour zur "Halong Bay" - kommt mir vor allem aus deinem der neueren Bond-Filme bekannt vor. Die malerische Bucht von Vietnam... ich hoffe mal, nicht nur auf Postkarten. Mit dem Bus gehts morgen frueh zur Kueste und dann mit dem Boot weiter, auf dem uebernachtet und gegessen wird. Bin sehr gespannt...
Erstaunlich, wie frueh es hier dunkel wird, da hatte ich vorher gar nicht drueber nachgedacht. Gerade ist es halb zehn und es ist schon seit zwei bis drei Stunden stockdunkel.
Da unsere Tour morgen um halb acht los geht, ich von meinen neuen Trekkingsandalen ("made in vietnam... good quality") Blasen an den Fuessen habe und seit kurzem auch eine zehn Zentimeter grosse Ansammlung von Stichen, freu ich mich jetzt echt auf mein Bett..
Yip yip!

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